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Potenzial für 1600 Wohnungen

Areal am Alten Leipziger Bahnhof in Dresden Potenzial für 1600 Wohnungen

Prinzipiell ist Wohnungsbau auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs möglich, hat jetzt die Stadtverwaltung festgestellt. Bis die Bagger anrollen, sind aber noch viele Hürden zu überwinden. Neben dem Einzelhandelsunternehmen Globus sind noch zehn andere Grundstückseigentümer betroffen.

Im Moment verfällt der Alte Leipziger Bahnhof.

Quelle: Madeleine Arndt

Dresden.  Die Bezeichnung ist sperrig: „Planerische Studie zu Potenzialen und Restriktionen für ein Teilgebiet des Masterplans 786.1, Leipziger Vorstadt – Neustädter Hafen“ ist die Materie überschrieben, die Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain und Sachgebietsleiter Stefan Patschger am Montag vorstellten. Kernaussage: Auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs könnten um die 1600 Wohnungen entstehen. Wenn es der Stadt gelingt, sich mit Globus zu einigen. Das Einzelhandelsunternehmen besitzt einen größeren Teil der Fläche und plant den Bau eines Einkaufsmarktes.

Wie ist die rechtliche Situation für das Areal am Bahnhof Neustadt?

Widersprüchlich. Es gibt einen rechtskräftigen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan mit Globus-Einkaufsmarkt aus dem Jahr 2014. Gleichzeitig gibt es einen Masterplan, der großflächigen Einzelhandel über 800 Quadratmeter in dem Gebiet ausschließt.

Was sollte die Stadt mit der Studie untersuchen?

Auf Initiative der Linken im Stadtrat wurde die Verwaltung beauftragt, Untersuchungen anzustellen, ob auf dem Areal Wohnungsbau überhaupt möglich ist. Immerhin grenzt das Gebiet mit der Großenhainer und der Leipziger Straße an zwei Hauptverkehrsachsen, die Bahntrasse ist nah, die Konzerthalle Alter Schlachthof ebenso.

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Eine kleine Dresdner Bürgerinitiative kämpft weiter beharrlich für ein Wohnviertel auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs. Am Samstag gab es einen Rundgang über das Gelände, es kamen deutlich mehr Menschen als erwartet.

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Was haben die Verfasser der Studie festgestellt?

Wohnungsbau ist prinzipiell möglich. Reiner Wohnungsbau im Kern des Quartiers und eine Mischung aus Büros, Wohnen und Gewerbe an den Rändern. Das beauftragte Architekturbüro hat zwei Szenarien für eine Bebauung berechnet. Unter dem Strich, so der Baubürgermeister, bleibt eine Nutzfläche für Wohnungsbau von 120 000 Quadratmetern. Das würde rund 1600 Wohnungen entsprechen und sei ein grober Mittelwert.

Welche Hürden müssten aus baurechtlicher Sicht für Wohnungsbau bewältigt werden?

Es handele sich um innenstadttypische Auflagen wie der Einbau von Schallschutzfenstern oder die Errichtung von Bürogebäuden parallel zur Leipziger Straße, die das Wohngebiet vor übermäßigem Lärm schützen. Auch umweltrechtliche Belange würden die Bauleitplanung nicht behindern. Globus habe bereits einige Umweltauflagen abgearbeitet, andere müssten noch erfüllt werden. Die Anforderungen an den Hochwasserschutz seien nicht übermäßig hoch, da für das Areal nur eine geringe Betroffenheit vorliege, erklärte Schmidt-Lamontain.

Ist es möglich, mit vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand Wohnungen auf dem Areal zu bauen?

Ja, meint der Baubürgermeister. Bisher handelt es sich um Bauerwartungsland. Nach einem Bauleitverfahren bestünde Baurecht. Es sei möglich, ein Projekt mit Gewinn zu realisieren. Für sozialen Wohnungsbau könnten die Kosten allerdings wegen der Auflagen zu hoch ausfallen.

Wie soll es weitergehen?

Wenn Wohnungen gebaut werden sollen, muss eine Einigung mit allen Grundstückseigentümern her. Bis zu elf Besitzer könnten von den Plänen laut Stadtplanungsamt betroffen sein. Prominentester Eigentümer ist Globus. Das Unternehmen will sich in Dresden ansiedeln, die Verwaltung sucht nach Alternativstandorten. Wann die Suche abgeschlossen ist, steht laut Schmidt-Lamontain nicht fest. „Es ist keine banale Aufgabe, ein Ersatzgrundstück für Globus zu finden.“

Wenn die Einigung gelingt: Wann wird der Wohnungsbau beginnen?

Der Baubürgermeister schätzt, dass frühestens in vier bis fünf Jahren Baurecht vorliegen könnte.

Was sagt die Kommunalpolitik?

Grüne und SPD sehen die Chance, ein neues Stadtviertel zu entwickeln. André Schollbach, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat, sprach von einem „sehr guten Ergebnis“. Wenn die Stadtverwaltung nun noch einen Alternativstandort für Globus finde, könne der „gordische Knoten“ gelöst werden. „Ich sehe noch viele offene Fragen, aber wir sind auf einem guten Weg.“ Die Linke habe sich stets für eine langfristige Lösung im Einvernehmen mit Globus eingesetzt. Die CDU äußerte Bedenken. „Ich finde es höchst problematisch, dass über die Köpfe der Eigentümer hinweg Ideen entwickelt werden“, erklärte Gunter Thiele, baupolitischer Sprecher der CDU.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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