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Lokales Bürogebäude markiert Abschluss am Postplatz – und erntet heftige Kritik
Dresden Lokales Bürogebäude markiert Abschluss am Postplatz – und erntet heftige Kritik
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07:44 05.12.2018
Blick von der Freiberger Straße zum Postplatz: So könnte der Neubau aussehen. Quelle: Knerer und Lang Architekten
Dresden

Der Postplatz wird in absehbarer Zeit seinen baulichen Abschluss erhalten. Das Immobilienunternehmen TLG Immobilien AG aus Berlin will auf dem Grundstück „MK 4“ ein großes Bürogebäude errichten. Die Fläche befindet sich zwischen Schweriner Straße, Hertha-Lindner-Straße und Freiberger Straße und ist im Moment eine Wiese, auf der die TLG bereits für ihr Vorhaben wirbt. Der Neubau soll die Achse des „Motel one“ am Postplatz fortsetzen und trägt den Arbeitstitel „Annenhöfe“.

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Die architektonischen Vorstellungen der TLG fanden jetzt in der Gestaltungskommission der Landeshauptstadt Dresden wenig Gefallen. Das Immobilienunternehmen hat das Dresdner Büro Knerer und Lang Architekten mit der Gestaltung des Gebäudes beauftragt. Laut Katja Karbstein, der Prokuristin des Büros, werden noch verschiedene Varianten für die städtebauliche Figur des Gebäudes geprüft. So sei eine geschlossene Innenhofsituation ebenso denkbar wie eine Fassade, die sich zur Hertha-Lindner-Straße hin öffnet. Ziel sei es auch, eine Fortführung des Malergäßchens entstehen zu lassen.

Betonfassade mit großformatigen Öffnungen

Der Vorplatz an der Freiberger Straße soll öffentliche Nutzungen wie gastronomische Angebote erhalten, der Arkadengang des „Motel one“ soll ebenfalls fortgesetzt werden. Die Architekten schlagen eine Betonfassade mit großformatigen Öffnungen im Erdgeschoss vor. Kleinteilige Gestaltung ist nicht vorgesehen, vielmehr ist keinerlei Abwechslung geplant. „Es wäre nicht richtig, mit einer unterschiedlichen Gestaltung eine unterschiedliche Nutzung zu suggerieren“, erklärte Karbstein die architektonische Idee.

Zwar besteht für das Projekt die Auflage, einen Anteil von 20 Prozent Wohnraum zu schaffen. Die TLG strebe aber eine Befreiung davon an, da im benachbarten „Haus am Schauspielgarten“ eine Vielzahl von Wohnungen entstanden seien, die den Bedarf in diesem Areal decken würden, so die Prokuristin. Es gebe aber einen hohen Bedarf an Bürofläche in zentraler Lage.

Postplatz „erschreckendes Beispiel dafür, wie Architektur nicht gemacht werden sollte“

Die Mitglieder der Gestaltungskommission kritisierten die gleichförmige Gestaltung des Neubaus. „Das ist sehr anonym und wenig individuell“, erklärte Linke-Bauexperte Tilo Wirtz. Der Postplatz sei für ihn ein erschreckendes Beispiel dafür, wie Architektur nicht gemacht werden sollte. Grünen-Baupolitiker Thomas Löser sprach von einer „endlosen Abwicklung einer Fassade“, die ihn langweile. „Mich überzeugt dieser Entwurf nicht.“

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) empfahl dem Bauherren, seine Pläne städtebaulich nachzuschärfen und die Fassade differenzierter und weniger gleichförmig zu gestalten. Jürg Sulzer, Vorsitzender der Gestaltungskommission, zog das Fazit: „Es muss eine Gliederung her. Wir sollten an dieser Stelle nicht das Alte fortsetzen, das vor zehn oder 15 Jahren entstanden ist.“ Er forderte die TLG auf, das Projekt zu überdenken und auch die Schaffung von Wohnraum in die Überlegungen aufzunehmen. „Es spricht städtebaulich nichts gegen Wohnungen.“

Der Dresdner Postplatz - immer in Bewegung

Von Thomas Baumann-Hartwig

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