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Politiker besichtigen Circus Voyage

Dresden diskutiert Flächenverbotsverfahren für Zirkusse mit Wildtieren Politiker besichtigen Circus Voyage

Am Samstag gab der Circus Voyage Kommunalpolitikern die Möglichkeit, sich über die Haltung von Wildtieren im Zirkus zu informieren. „Voyage“ gastiert momentan mit über 80 Tieren auf der Cockerwiese in Dresden.

Zirkusdirektor Alois Spindler (l.) steht Kommunalpolitikern und Journalisten Rede und Antwort.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Am Samstagmorgen hat der Tierzirkus Voyage Kommunalpolitikern die Möglichkeit gegeben, sich vor Ort über die Haltung von Wildtieren im Zirkus zu informieren. Der Zirkus mit über 80 Tieren gastiert momentan auf der Cockerwiese in Dresden.

Auf Antrag der Grünen und der Linksfraktion diskutiert die Stadt Dresden zur Zeit ein Flächenverbotsverfahren für Zirkusse mit Wildtieren, wie Elefanten und Lamas. Drei Mitglieder der Dresdner Linksfraktion sowie zwei parlamentarische Berater der AfD und der Sprecher für nachhaltige Stadtentwicklung Chemnitz (Die Linke) nutzten das Angebot des Zirkus Voyage Fragen zu stellen und die Haltung der verschiedenen Tiere zu begutachten.

Tierlehrer Alois Spindler betonte, dass Giraffen und alle anderen Wildtiere bereits in menschlicher Haltung geboren wurden. Die Transportwagen sind Spezialanfertigungen, genau wie die mobilen Gehege. Plätze wie die Cockerwiese sind für den Zirkus ideal, so der Tourneeleiter Sascha Grodotzki. Sollte die Stadt Dresden ihre Bauvorhaben für das Areal umsetzen, müsste der Zirkus, wie in vielen anderen Städten, eigenen Sand und Weidegrund für die Tiere mitbringen.

Spindler beklagt die rechtliche Stellung des Zirkus im Allgemeinen. Während Theater und Zoos öffentliche Förderungen erhielten, haben Zirkusse hohe Kosten für den Platz, auf dem sie ihre Zelte aufschlagen und die Unterbringung der Tiere. Allein das reisefähige Schwimmbecken für Nilpferd Jedi kostete 20.000 Euro.

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Am Sonnabendmorgen gab der Circus Voyage, der derzeit auf der Cockerwiese in Dresden gastiert, Kommunalpolitikern die Möglichkeit, sich über die Haltung von Wildtieren im Zirkus zu informieren.

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Auf die Frage, wie die Dressur der Tiere im „Voyage“ erfolgt, erklärt Spindler: „Es geht nie darum, den Willen der Tiere zu brechen, sondern sie mit Futter, Vertrauen und Disziplin zu animieren.“ In der Tierdressur habe sich in den vergangen Jahrzehnten viel getan. Es werden keine Elefantenhaken mehr benutzt, sondern Gerten, wie sie auch im Reitsport verwendet werden, so der Tierlehrer.

Auf das Zirkushandbuch der hessischen Landesregierung zur Durchsetzung eines Wildtierverbots im Zirkus angesprochen, zeigte sich Spindler vor allem wütend. Die Wortwahl des Handbuches sei rassistisch und diffamiere die Mitarbeiter von Zirkussen. Der Zirkus Voyage verweist auf die strengen Auflagen für die Tiere und regelmäßigen tiermedizinischen Kontrollen. Auch die Bundesregierung sieht verfassungsrechtliche Hürden für ein Verbot der (Wild)-Tierhaltung im Zirkus. Bei einem Verbot würden die Grundrechte durch Eingriffe in die Eigentums- und Berufsfreiheit verletzt. Drei Initiativen des Bundesrats, ein Wildtierverbot für Zirkusse durchzusetzen, scheiterten bisher.

Auf kommunaler Ebene landet ein Flächennutzungsverbot für Zirkusse mit Wildtieren oftmals vor Gericht. Der Verein Deutscher Circusunternehmen (DVDC) bildete bereits öfter eine Klägergemeinschaft, um Auftrittsverbote durch die Stadtverwaltungen zu entkräften. Auch in Leipzig und Chemnitz wurde das Verbot der Flächennutzung für Wildtierzirkusse bestimmt, die Landesdirektion forderte die Städte im Umkehrschluss auf, das Gesetz zu revidieren.

Auch wenn von öffentlicher Seite keine Vorwürfe gegen den Zirkus Voyage vorliegen, ist Norbert Engemaier (Piraten/Fraktion Die Linke) skeptisch, ob die Haltung von Wildtieren im Zirkus noch zeitgemäß ist. Besucher des Zirkus Voyage können sich in den Pausen der Vorstellungen und auf Anfrage ein Bild von der Tierhaltung des Zirkus machen. Tourneeleiter Grodotzki wünscht sich auf jeden Fall eine politische Entscheidungsfindung, die auf gesicherten Informationen beruht und zeigt sich enttäuscht über die geringe Teilnahme der politischen Vertreter an dem Informationsangebot des Zirkus.

Von Tomke Giedigkeit

Dresden, Cockerwiese 51.04502 13.751287
Dresden, Cockerwiese
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