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Lokales Platzt der Traum von der Dresdner Hafencity? LTV lehnt Bebauung in Elbnähe ab
Dresden Lokales Platzt der Traum von der Dresdner Hafencity? LTV lehnt Bebauung in Elbnähe ab
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18:07 09.09.2015
Der Traum vom edlen Wohnen am Wasser: So sieht ein Entwurf die Hafencity an der "Leipziger" zwischen Alexander-Puschkin-Platz und Eisenbahnstraße. Quelle: Archiv

Stattdessen entstehen neue, schicke Wohnhäuser, gepflegte Grünflächen, Galerien, Geschäfte, Gastronomie und Freizeitanlagen, Treppen zur Elbe und auch der Hafen wird gestalterisch aufgepeppt. Hafencity nennt sich das Projekt. Ein schöner Traum, mit dem Stadtentwicklungsbürgermeister Jörn Marx (CDU) schon 2009 auf der Immobilienmesse Expo-Real in München auf Investorensuche ging. Flutschutz sei kein Problem, wehrte Marx damals erste Kritiken ab. Schließlich könne man da auf Erfahrungen aus anderen Städten an großen Flüssen zurückgreifen. "Da können Sie das Boot gleich in den Keller stellen und losfahren", zitierte die DNN am 25. September 2009 den witzelnden Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der das Projekt absolut befürwortete.

Das war sieben Jahre nach dem verheerenden Hochwasser 2002, von dem man glaubte, es war eine Jahrhundertflut. 2013 ist die Elbe wieder dramatisch angestiegen, hat das Areal zwischen Elbe und Leipziger Straße erneut unter Wasser gesetzt und Träumer auf den Boden der Realität geholt. Die für den Flutschutz verantwortliche Landestalsperrenverwaltung redet Klartext, sie lehnt die Hafencity-Pläne, die den Teil zwischen Elbe und Leipziger Straße umfassen, ab. "Aus Sicht der Landestalsperrenverwaltung wird...die geplante Bebauung zwischen Elbe und Leipziger Straße als sehr kritisch eingeschätzt. Dieser Bereich sollte von jeglicher Bebauung freigehalten werden, da er Teil des festgesetzten Überschwemmungsgebietes ist", heißt es auf eine Anfrage der DNN.

Die Stadt will sich auf Anfrage nicht zur Hafencity äußern. "Wir prüfen, ob und welche Konsequenzen sich aus dem Hochwasser Juni 2013 auch für zukünftige Bauvorhaben - zum Beispiel auch den Masterplan Hafencity - ergeben", heißt es lediglich. Und dass man die Entwicklung der Immobilienpreise abwarten müsse. Gegenwärtig gebe es für die Hafencity "einen Bauantrag - aber noch keine Baugenehmigung". Auch einen Gesprächstermin für die DNN bei Stadtentwicklungsbürgermeister Marx gibt es nicht.

Reden will die Stadt jetzt aber erneut mit der Landestalsperrenverwaltung über einen Flutschutz zwischen Mole und Marienbrücke. Der sei nach 2002 schon einmal im Gespräch gewesen, sagt Stadtsprecher Kai Schulz. "Die Landestalsperrenverwaltung hat das damals als zu teuer und nicht förderfähig eingestuft." "Eine Hochwasserschutzanlage wäre weder städtebaulich noch wirtschaftlich genehmigungsfähig, da die Betroffenheit vergleichsweise gering ist. Laut Hochwasserschutzkonzept sind hauptsächlich Keller betroffen", bestätigte die Landestalsperrenverwaltung auf DNN-Anfrage ihre Ansicht von damals. Und sie spricht - wie die Stadtverwaltung auch - von der Eigenverantwortung der an der Leipziger Straße ansässigen Grundstückseigentümer.

Die ist zweifellos vorhanden. Doch den Flutschutz allein den Eigentümern aufzubürden kann nicht das Ende der Fahnenstange sein. Keinem Pieschener ist zum Beispiel zu vermitteln, warum man zwischen Mole und Einmündung Rehefelder Straße an der Elbe ein Geländer gesetzt hat und keine Mauer. Oder dass es sinnvoll ist, dass jeder Grundstücksbesitzer an der Elbseite sein eigenes Mäuerchen baut, damit das Wasser nicht über die Straße fließt. Und dass nicht schon am Montagmorgen Sandsäcke zur Verfügung standen, damit die Anlieger handeln konnten.

"Der Stadt ist es doch scheißegal, ob die Pieschener absaufen oder nicht." Dieser Satz war vergangene Woche, als die Elbe höher und höher stieg, an der Leipziger Straße oft zu hören. Hier besteht wohl auch in der Kommunikation akuter Handlungsbedarf.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.06.2013

Steinbach, Catrin

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