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Lokales Plastic Logic entwickelt Preisschilder aus organischer Elektronik
Dresden Lokales Plastic Logic entwickelt Preisschilder aus organischer Elektronik
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10:01 01.02.2018
Digitales Etikett aus organischer Elektronik von Plastic Logic aus Dresden Quelle: Plastic Logic
Dresden

Elektronische Etiketten (englisch: electronic shelf label = ESL) sollen künftig in Supermärkten eine größere Rolle spielen und Papieretiketten vielerorts ablösen. Per Funk können die Händler damit Preisänderungen für Tomaten, Milch & Co. in Sekundenschnelle und ohne lange Klebeaktionen auf alle Regale überspielen. Die Mini-Bildschirme können aber auch Zusatzinformationen zum Beispiel über Inhaltsstoffe oder Rabattaktionen anzeigen. Das Dresdner Unternehmen „Plastic Logic“ (PL) hat nun solche E-Etiketten aus organischem Digitalpapier entwickelt. Laut PL verbrauchen diese kleinen Anzeigen kaum Strom, vernetzen sich per WLAN mit dem Supermarkt-Computer und halten auch die niedrige Temperaturen an Kühlregalen aus.

„ESLs werden im Einzelhandel immer beliebter“, meint PL-Chef Tim Burne. Die elektronischen Etiketten würden es „Einzelhändlern ermöglichen, Inhalte auf Regalschildern schnell, drahtlos und dynamisch zu aktualisieren. Dadurch überwinden sie viele der Probleme herkömmlicher Papieretiketten, die leicht beschädigt werden und zeitaufwendige manuelle Systeme erfordern. Neben der Preisgestaltung könnten ESLs auch verwendet werden, um andere nützliche Informationen wie Preisvergleiche, Zutaten und Lagerbestände anzuzeigen“.

Die Dresdner Fabrik von „Plastic Logic“ stellt digitales Papier aus biegsamer organischer Elektronik her. Für das Unternehmen könnten sich elektronische Preisschilder zu einem wichtigen neuen Geschäftsfeld entwickeln. Ursprünglich wollte PL aus seinem digitalen Papier selbst großformatige Lesegeräte herstellen. Der Tablet-Boom machte PL aber einen Strick durch die Rechnung.

Seitdem beliefert PL andere Endgeräte-Hersteller mit biegsamen Displays. Ein echter Massenmarkt hat sich bisher nicht daraus entwickelt. Womöglich könnte sich dies mit den digitalen Supermarkt-Etiketten ändern. Denn hier spielt auch eine Schwäche organischer Elektronik keine so große Rolle: Hier reicht es, wenn eine neue Bildschirmanzeige binnen zwei Sekunden aufgebaut ist. Die Etiketten müssen nicht so superschnell wie Siliziumelektronik reagieren, sondern sollen vor allem billig, dünn und sparsam sein.

Von Heiko Weckbrodt

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