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Lokales Plädoyer für ein Hochhaus am Lennéplatz
Dresden Lokales Plädoyer für ein Hochhaus am Lennéplatz
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11:25 06.06.2018
Die Studie der Wuppertaler Architekten zur städtebaulichen Strukturdes Wohnquartiers. Zur Architektur sagt die Studie noch nichts aus. Quelle: Archiv
Dresden

Am Donnerstag entscheidet der Stadtrat über Bebauungsplan Nummer 3006. Hinter der nüchternen Bezeichnung verbirgt sich der Bau eines Wohnquartiers mit 400 bis 500 Wohnungen am Lennéplatz. Neben siebengeschossigen Gebäuden soll auch ein Hochhaus mit 15 Etagen entstehen. Auf der Fläche zwischen Wiener Straße, Gerhart-Hauptmann-Straße, Lennéplatz und Gellerstraße ist der Neubau geplant.

Vieles spricht für eine Mehrheit im Stadtrat

Vor dem Krieg standen dort vor allem Stadtvillen. Das Gebiet wurde 1945 in den Bombennächten zerstört. Ein Wald ist zwischen ruinösen Gebäuden und Schuppen gewachsen. In bester Innenstadtlage direkt an der Bürgerwiese, dem Blüherpark und dem Großen Garten.

Das Hochhaus ist umstritten. Denkmalschützer von Stadt und Land hatten starke Bedenken gegen die Blockrandbebauung und den Hochpunkt geäußert, der die historisch gewachsene Gartenlandschaft störe. Tilo Wirtz, baupolitischer Sprecher der Linken, kritisierte das Vorhaben und verwies auf gleich drei Hochhäuser, die am Ferdinandplatz, Wiener Platz Ost und eben am Lennéplatz entstehen würden. „Wir müssen untersuchen, welche Auswirkungen das auf das Stadtbild hat“, fordert Wirtz vehement. Der Ortsbeirat Altstadt lehnte den Bebauungsplan ab.

Es spricht vieles dafür, dass das Vorhaben im Stadtrat eine Mehrheit finden wird. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau stimmten nur die Linken dagegen. Die AfD enthielt sich der Stimme. Thomas Löser, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen und baupolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion, plädiert vor der entscheidenden Abstimmung für einen Blick in die Geschichte der Pläne.

Das Hochhaus wurde schmaler geplant

Seit den frühen 1990er Jahren habe es Bestrebungen gegeben, die 2,7 Hektar große Fläche zu bebauen. 1995 entwickelte die Stadtverwaltung den Bebauungsplan Nummer 106, der ein hochverdichtetes Kerngebiet mit Büro- und Gewerbeflächen vorsah. Der Plan wurde 2002 rechtskräftig. Den drei Eigentümergruppen der Flächen, die einzeln agiert hatten, konnten den Bau eines Handels- und Bürokomplexes jedoch nicht umsetzen.

2013 wandte sich das Stadtplanungsamt an die Eigentümer und schlug vor, ein Wohnquartier zu entwickeln. Die Eigentümer finanzierten ein Werkstattverfahren mit, das Gutachtergremium sprach sich für die Arbeit von Team 51.5° architekten Wuppertal aus. „Die sehr durchdachte Arbeit präsentiert einen Entwurfsansatz, der sich aus der Komposition von introvertierten Einzelhausstrukturen zusammensetzt“, heißt es in der abschließenden Beurteilung.

2017 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau der Aufstellung des Bebauungsplanes und der Offenlage des Planentwurfs ohne Gegenstimme zugestimmt. Das Landesamt für Denkmalpflege äußerte dann im Verfahren seine Kritik, deshalb passten die Stadtplaner die Kubatur der Gebäude an. Das Hochhaus wurde schmaler geplant.

„Wir brauchen einen Masterplan Hochhäuser"

Eine von den Denkmalschützern gewünschte villenartige Bebauung sei aber nicht mehr möglich, erklärte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen). Vierspurige Straßen und großräumige Haltestellen hätten das Plangebiet überformt. Die neuen Pläne seien gut geeignet, die schon angelegte Situation eines Tores am südöstlichen Eingang in den sogenannten 26er Ring zu unterstreichen.

Sollte der Stadtrat den Bebauungsplan ablehnen, so Löser, würde der alte Plan wieder Gültigkeit erlangen. „Das kann niemand wollen. Dann gibt es keine Wohnungen, dichter bebaute Flächen und eine unschöne städtebauliche Lösung“, findet der baupolitische Sprecher der Grünen.

Die Linken müssten sich überlegen, ob sie Wohnungen bauen oder nur plakatieren wollen, empfiehlt Löser. In einem Punkt stimmt er Wirtz indessen zu: „Wir brauchen einen Masterplan Hochhäuser. Der Wohnungsbau geht immer mehr in die Höhe, und wir müssen festlegen, wo in der Stadt solche Hochpunkte gewünscht sind und wo nicht.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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