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Pillnitzer Schau über einen unerhörten Skandal

Liebe, Lust und Leid Pillnitzer Schau über einen unerhörten Skandal

Luise von Toscana war Kronprinzessin von Sachsen. Sie sorgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts für einen riesigen Skandal am Dresdner Hof, der weltweit Schlagzeilen machte. Denn Luise verliebte sich in den Sprachlehrer ihrer Kinder und verließ 1902 ihren Mann. Diese spannende Geschichte erzählt vom 28. April an eine kleine Ausstellung im Schlossmuseum in Pillnitz.

Ölgemälde „Erzherzogin Luise von Österreich · Toskana im Alter von 13 Jahren“ von Louis Kolitz in der Ausstellung.

Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Dresden. Luise von Toscana war Kronprinzessin von Sachsen. Das bekannte Café Toscana am Blauen Wunder und die einstige Gaststätte Luisenhof erinnern noch heute mit ihrem Namen an die Frau von Friedrich August III., dem letzten König Sachsens. Luise sorgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts für einen riesigen Skandal am Dresdner Hof, der weltweit Schlagzeilen machte. Denn die junge Frau verliebte sich in den Sprachlehrer ihrer Kinder und verließ 1902 ihren Mann, der 1904 den Thron bestieg.

Ihre Kindheit, ihr Verhältnis zu Friedrich August, die Umstände, die am Ende zur Flucht der Kronprinzessin führten, welche zum Teil dramatischen Folgen dieser Schritt hatte und wie Luises Leben weiter verlief – all das erhellt vom 28. April an eine kleine Ausstellung auf 90 Quadratmetern im Schlossmuseum in Pillnitz.

Wiederentdeckte private Briefe

Das Besondere an der Schau ist, dass sie den Skandal aus einer Perspektive beleuchtet, die so bislang nicht möglich war. Denn Mike Huth und Iris Kretschmann, die beiden Kuratoren der Ausstellung, hatten Gelegenheit, in einer sehr umfangreichen Recherche private Briefe von Luise, ihrem Ehemann und von vielen weiteren Personen auszuwerten.

Blick in die Ausstellung im Schlossmuseum

Blick in die Ausstellung im Schlossmuseum.

Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Diese Dokumente wurden wiederentdeckt, als man in Vorbereitung einer Ausstellung im böhmischen Ostrov das Archiv der Großherzöge der Toskana aufarbeitete. Das befindet sich im Tschechischen Nationalarchiv Prag. Mit dessen Hilfe sowie mit Unterstützung des Generalkonsuls der Tschechischen Republik und dem Hauptstaatsarchiv in Dresden sei es nun möglich geworden, diese spannende Geschichte so in der Ausstellung zu erzählen, betont die Pillnitzer Schlossleiterin Sybille Gräfe.

Dresdner Hof war bestrebt, alles zu beseitigen, was an Luise erinnerte

Nach der Flucht Luises war man damals am Dresdner Hof bestrebt, alles zu beseitigen, was an sie erinnerte. So hatten es die Ausstellungsmacher nicht einfach, Exponate zu finden, die einen konkreten Bezug zum Leben der einstigen Kronprinzessin haben. Trotzdem ist es eine sehenswerte Schau geworden. Auch wer noch nie von Luise von Toscana gehört und keine Ahnung vom sächsischen Königshaus hat, findet sicher einen Zugang zu diesem Aspekt der sächsischen Geschichte.

Dafür sorgen neben kurzen, prägnanten Texten Repros von vielen, zum Teil privaten und bislang unveröffentlichten Fotos. Hinzu kommen z.B. Dokumente aus den Akten der Polizei, Bücher, Postkarten, Kopien von Zeitungsartikeln, Gedenkmünzen sowie originale Urkunden und Briefe. Darunter auch der Briefwechsel zwischen Luise und Familie Herrmann aus Dresden-Wachwitz. Clara Herrmann war Plätterin für die kronprinzliche Familie. Sie und Luise verband eine Freundschaft, die ein Leben lang währte. An Hörstationen werden Briefe von Luise und Friedrich August vorgelesen und die berühmte Toselli-Serenade in einer Aufnahme von 1926 vorgespielt.

Eigens für die Schau restaurierte Gemälde

Auch die Original-Gemälde in der Ausstellung sind einen längeren Blick wert. Die beiden, die zwei Söhne von Luise und Friedrich August zeigen, stammen aus dem Depot der Galerie Neue Meister und wurden extra für die Ausstellung restauriert. Das einzige bekannte Ölgemälde von Luise, das sie im Alter von 13 Jahren zeigt, stellte Gundakar Prinz von und zu Liechtenstein zur Verfügung. Optisch ansprechend aufbereitet haben die Ausstellung die Ausstellungsgestalterin Antje Werner und die Illustratorin Anja Maria Eisen.

Auf einen Blick

Ausstellungszeit: 28. April bis 5. November 2017

Ort: Schlossmuseum Pillnitz

Öffnungszeiten: Di.-So. und Feiertage jeweils 10 bis 18 Uhr

Eintritt: Tagesticket „Schloss & Park Pillnitz“ (Museen, Park und Palmenhaus) 8 Euro. erm. 6 Euro

Kuratorenführungen: am 19. Mai, 18 Uhr +++ am 30. Juni, 18 Uhr +++ am 14. Oktober, 15 Uhr (Anmeldung unter Tel.: 0351/2613260 erbeten)

Von Catrin Steinbach

Dresden,August-Böckstiegel-Straße 2 51.0083758 13.8693792
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