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Pflaster aus Dresden sollen Heilfortschritte anzeigen

„Multisensorik-Pflaster Pflaster aus Dresden sollen Heilfortschritte anzeigen

Pflaster werden in naher Zukunft wahrscheinlich selbst anzeigen können, wie gut die Wunde darunter verheilt – und den Arzt alarmieren, wenn sich eine Infektion ausbreitet. An einer Vorstufe solch eines sensorischen Wundpflaster aus organischer Elektronik arbeiten derzeit Dresdner Physiker.

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Dr. Ronny Timmreck – CEO Senorics GmbH.

Quelle: Heiko Weckbrodt

Dresden. Pflaster werden in naher Zukunft wahrscheinlich selbst anzeigen können, wie gut die Wunde darunter verheilt – und den Arzt alarmieren, wenn sich eine Infektion ausbreitet. An einer Vorstufe solch eines sensorischen Wundpflaster aus organischer Elektronik arbeiten derzeit Dresdner Physiker. Das Team um Dr. Ronny Timmreck hat dafür kürzlich die Firma „Senorics“ aus dem Photophysik-Institut IAPP der TU gegründet, um diese Technologie in Dresden zur Marktreife zu führen. „Wir sehen großes Umsatzpotenzial“, sagte Timmreck beim Symposium „Medizin 4.0“ der „Hector Fellow Academy“ im Hygienemuseum.

Denn Einsatzmöglichkeiten sieht er für sein organisches Sensorpflaster nicht allein in der Medizin, sondern auch in der Freizeit: Als kleiner Aufkleber könnte es zum Beispiel Joggern helfen, viel mehr Gesundheitsdaten als bisher während ihrer sportlichen Aktivitäten zu sammeln und im Auge zu behalten. „Wenn wir an Fitness-Anwendungen wie Google Fit denken, geht der Trend offensichtlich in die Richtung, dass die Leute nicht nur den Puls, sondern immer mehr und mehr Werte messen wollen“, schätzte der Senorics-Chef ein. „Vor allem Frauen, so wurde mir von Google-Leuten gesagt, haben daran großes Interesse.“

Sein „Multisensorik-Pflaster“ besteht aus einem großflächigen dehnbaren Trägermaterial, auf das die Physiker hauchdünne organische Sensoren und Elektronik auftragen. Diese Sensoren können zum Beispiel den Druck und die Leitfähigkeit an der Haut messen. Durch eine Kombination mit organischen Leuchtdioden (OLED) lassen sich im Pflaster auf kleinstem Raum aber auch Analysetechniken wie die Spektroskopie einsetzen, die sonst zum Beispiel in der Astronomie verwendet werden, um die stoffliche Zusammensetzung ferner Sterne auszumessen. Da die Haut – anders als Sterne – selbst nicht leuchtet, muss die Pflasterunterseite die Wunde mit OLEDs anstrahlen, um sie dann aus dem reflektiertem Licht chemisch analysieren zu können.

Das klingt wie Science Fiction, ist aber gar nicht mehr so lange hin: In zwei bis drei Jahren, so schätzt Firmengründer Ronny Timmreck, könnten voll funktionsfähige Prototypen fertig sein. Die werden zwar den Wundfortschritt zwar noch nicht selbst anzeigen, aber Sensoren und Funkmodule haben, um Heilungsdaten zu senden. Nach weiteren zwei bis drei Jahren könnte das Multisensorik-Pflaster marktreif sein.

Wann es die ersten dieser wundersamen Pflaster in der Apotheke oder im Sportladen zu kaufen gibt, wird nicht zuletzt auch davon abhängen, wie schnell das junge Unternehmen eine medizinische Zulassung erringen kann. Die zahlreichen „regulatorischen Hemmnisse“ in Deutschland seien aber generell ein Problem für Medizintechnik-Neugründungen, meint Timmreck. „Die Durchsetzung von Medizin 4.0 wird dadurch behindert.“

Von Heiko Weckbrodt

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