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Pfeifenwindenart nach Dresdner Professor benannt

Neu entdeckte vietnamesische Kletterpflanze Pfeifenwindenart nach Dresdner Professor benannt

Eine Kletterpflanze im Regenwald von Vietnam trägt seit einigen Tagen den Namen eines Dresdner Wissenschaftlers. Entdeckt hat sie der vietnamesische Botaniker Truong Van Do, der von 2012 bis 2015 an der TU Dresden promovierte und mit dem Namen seinen Dresdner Botanik-Professor ehrt.

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TU-Dresden-Professor Christoph Neinhuis mit einem Teil der Aristolochien-Spezialsammlung im Botanischen Garten der TU Dresden. Die Blüte stammt von Aristolochia grandiflora, einer besonders großblütigen Art aus Südamerika..

Quelle: TU Dresden/Anne Göhre

Dresden. Eine vietnamesische Kletterpflanze ist seit kurzem nach einem Dresdner Botaniker benannt. Das Exemplar aus der Pflanzenfamilie der Pfeifenwindengewächse wurde von dem vietnamesischen Forscher Truong Van Do entdeckt, der von 2012 bis 2015 an der TU Dresden seine Doktorarbeit geschrieben hat. Mit der Veröffentlichung in einer finnischen Fachzeitschrift taufte er die Art nun auf den Namen Aristolochia neinhuisii und ehrt damit seinen Botanik-Professor an der TU Dresden, Christoph Neinhuis, für seine Beiträge zur Erforschung der Pfeifenwindengewächse.

Seit über 15 Jahren erforscht die Arbeitsgruppe von Christoph Neinhuis an der TU Dresden die Biologie dieser Pflanzengruppe. Ausgangspunkt waren mediterrane Aristolochia-Arten, die er während seiner Tätigkeit als Gärtner 1983 in Südfrankreich kennenlernte. Als Student im Botanischen Garten Bonn fiel ihm wenige Jahre später die Baum-Aristolochie aus den Regenwäldern Mittelamerikas auf: Ihre Blüten sind im Zentrum wie ein Pilz geformt, um Bestäuber anzulocken. Damals verfasste er seine erste Publikation zu dieser ungewöhnlichen Pflanzenfamilie, die ihn während seiner Wissenschaftskarriere nicht mehr loslassen sollte.

„Viele Blüten aus der Familie der Pfeifenwindengewächse verströmen einen intensiven Geruch nach verdorbenen Obst oder Fleisch, manchmal aber auch Pilzen oder sogar Zitronen“, erklärt Christoph Neinhuis eine der Besonderheiten der Pflanzen. Damit locken sie Insekten an, die dort eine Futterquelle oder einen geeigneten Platz für die Eiablage vermuten. Die Tiere kriechen in den trichterförmigen Schlund der Blüte hinein – und sitzen in der Falle. Die Öffnung zurück in die Freiheit ist schmal und häufig mit Haaren verschlossen. Erst nach mehreren Stunden oder Tagen verwelken die Haare und geben den Weg nach draußen frei.

Vor kurzem entdeckte die Arbeitsgruppe eine weitere Variante, wie die Pfeifenwindengewächse ihre Bestäuber in die Falle locken: So imitiert die mediterrane Art Aristolochia rotunda den Geruch von Wanzen im Todeskampf, um Halmfliegen auf sich aufmerksam zu machen. Diese ernähren sich von Sekreten frisch getöteter Insekten. „Für uns war das eine spektakuläre Entdeckung. Dass Pflanzen den Geruch toter Insekten nachahmen, um Blütenbesucher anzulocken, war eine bis dahin völlig unbekannte Bestäubungsstrategie“, erklärt Christoph Neinhuis.

Neben der Blütenbiologie interessieren die Botaniker an der TU Dresden vor allem die Verwandtschaftsbeziehungen der Pflanzenfamilie. „Wir möchten herausfinden, wie die Vielfalt dieser Pflanzengruppe im Laufe der Evolution entstehen konnte“, erklärt Christoph Neinhuis. Die Erkenntnisse sollen auch dabei helfen, Schutzmaßnahmen für besonders bedrohte Arten zu entwickeln.

Dazu haben die Wissenschaftler im Verlauf der Zeit eine Spezialsammlung der Pflanzenfamilie im Botanischen Garten der TU Dresden zusammengetragen, auf die sie für ihre Forschungen zurückgreifen. „Mit etwa 150 Arten besitzen wir eine der weltweit größten Sammlungen von Pfeifenwindengewächsen“, erklärt der Botaniker. Außer für die Wissenschaft ist diese Sammlung auch für den Artenschutz von großer Bedeutung: Einige der gesammelten Arten kommen in der Natur inzwischen nur noch sehr selten vor oder sind gar ausgestorben.

Von nn

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