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Pfarrer Thomas Slesazeck ist neuer Direktor der Diakonie-Stadtmission Dresden

Dirigent professioneller Vielfalt Pfarrer Thomas Slesazeck ist neuer Direktor der Diakonie-Stadtmission Dresden

Groß geworden ist Thomas Slesazeck in einem Pfarrhaus, er engagierte sich in kirchlicher Sozialarbeit und leitete eine Landgemeinde. Nach 13 Jahren in Seifersdorf (Kirchspiel Radeberger Land) ist der evangelische Theologe kurz vor seinem 43. Geburtstag nun nach Dresden gewechselt – als neuer Direktor der Diakonie-Stadtmission Dresden.

Pfarrer Thomas Slesazeck vor der Kirche in Seifersdorf. Die Zeit im Kirchspiel Radeberg liegt hinter ihm. Nun leitet er die Diakonie-Stadtmission in Dresden.

Quelle: Tomas Gärtner

Dresden. Groß geworden ist Thomas Slesazeck in einem Pfarrhaus, er engagierte sich in kirchlicher Sozialarbeit und leitete eine Landgemeinde. Nach 13 Jahren in Seifersdorf (Kirchspiel Radeberger Land) ist der evangelische Theologe kurz vor seinem 43. Geburtstag nun nach Dresden gewechselt – als neuer Direktor der Diakonie-Stadtmission Dresden. Er löst Christoph Stolte ab, der nach fast 20 Jahren in Dresden nach Halle gegangen ist, als Vorstandsvorsitzender bei der Diakonie Mitteldeutschland.

Jetzt führt Thomas Slesazeck zunächst viele Gespräche mit seinen neuen Mitarbeitern. Die Stadtmission umfasse sehr unterschiedliche Arbeitsbereiche: Altenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Familienberatung, Kindertagesbetreuung, Sozialarbeit, Psychiatrie, Behindertenhilfe. Die möchte er gleichberechtigt vertreten und im Zusammenwirken der diakonischen Einrichtungen fördern. „Ich freue mich auf die Vielseitigkeit dieser Arbeitsbereiche und Kontakte im Konzert der Professionalitäten der einzelnen Leistungsbereiche und Abteilungen“, sagt er.

Viele Mitglieder evangelischer Kirchgemeinden leisten diakonische Arbeit ehrenamtlich, Angestellte der Stadtmission tun dies hauptberuflich. Diese beiden Seiten miteinander zu verknüpfen, bleibt auch für ihn eine der Aufgaben. Ausschlaggebend dafür wird seiner Ansicht nach sein, „wie die Bedingungen für Hilfe und Beratung, zur Aufdeckung, Linderung und Behebung von Not, zur Stärkung von Menschen zu einem selbstbestimmten und getragenen Leben unter aktuellen Bedingungen gut und verantwortlich gestaltet werden können“.

Diakonie-Stadtmission Dresden

Geschichte: 1874 gegründet als „Dresdner Stadtverein für Innere Mission“; 1946 Arbeit unter Dach der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche; 1986 Geschäftsstelle Glacisstr. 44; 1991 erneute Gründung als Verein

Altenhilfe: 7 Altenpflegeheime von Freital bis Radeburg; betreutes Wohnen; 5 Sozialstationen; 3 Seniorenberatungsstellen; Tagespflege

Kindertagesbetreuung: 14 Einrichtungen, meist im Stadtgebiet Dresden, aber auch von Cossebaude über Moritzburg bis Seifersdorf und Rochwitz

Kinder, Jugend, Familie: Beratungsstellen in Dresden und Radebeul; aufsuchende Familientherapie; Kinder- und Jugendtreffs; mobile Jugendarbeit, auch zur Suchtprävention; Pflegeelternberatung; Mentorenprogramm „Balu und du“ (mindestens ein Jahr Patenschaft für ein Grundschulkind); betreute Wohngruppen

Sozialarbeit, Behinderte, Psychiatrie: ambulant betreutes Wohnen; Wohnungsnotfallhilfe mit Tagestreff „Schorsch“ (Dresden-Mickten); Ambulantes Behindertenzentrum (Dreikönigskirche); Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen; Suchtberatung; Telefonseelsorge; Werkstatt für Menschen mit Behinderung; Wohnheim für geflüchtete Menschen

Direktor: feierliche Amtseinführung von Thomas Slesazeck am 14. September, 16 Uhr, Dreikönigskirche, Hauptstr. 23

Geleitet wird die Dresdner Stadtmission von einer Doppelspitze. Sven Marschel, der kaufmännische Direktor, ist vor allem für Finanzen, Haushalts- und Investitionsplanung, Bilanzierung und Bau zuständig. Thomas Slesazeck als theologischer Direktor wiederum vertritt die Stadtmission unter anderem bei den kommunalen Institutionen, arbeitet mit Gremien der Kirchenbezirke und dem Diakonischen Amt zusammen, vor allem aber verantwortet er die Personalführung.

Der Sohn eines Pfarrers und einer Kindergärtnerin, aufgewachsen in Callenberg bei Zwickau und in Löbau, hat kirchliche Sozialarbeit schon als Jugendlicher kennengelernt. Seinen 15-monatigen Zivildienst leistete er im Katharinenhof in Großhennersdorf. „Die Kommunikation mit Schwerstbehinderten war erst eine große Herausforderung für mich. Dann habe ich gestaunt, was die Bewohner leisteten, wie sie Freude und Dankbarkeit auch ohne Sprache ausdrückten.“ Seither zieht sich diakonische Arbeit wie ein roter Faden durch sein Leben. Vom Sozialpädagogik-Studium in Dresden wechselte er nach einem Jahr zur Theologie in Leipzig. Praktische Arbeit mit dem tragenden religiösen Fundament zu verbinden – dies habe ihn motiviert. Während des Studiums lernte er unter anderem die Bahnhofsmission und die ehrenamtliche Straffälligenhilfe in Torgau und Bautzen kennen. Als Vikar arbeitete er 2002 in der Essenausgabe eines Asylbewerberheims in Leipzig.

Auch von 2004 an als Pfarrer in Seifersdorf, Teil des 1999 gebildeten Kirchspiels Radeberger Land, begleitete ihn kirchliche Sozialarbeit. Er feierte Gottesdienste mit Bewohnern des Seniorenheims in Radeberg, um die sich auch ein Diakonie-Kreis von Ehrenamtlichen aus der Kirchgemeinde kümmerte. Ein aus der Gemeinde heraus entstandener Verein eröffnete 2008 die christliche Kindertagesstätte „Baumhaus“. Seit etwa sieben Jahren kooperiert die Kirchgemeinde intensiv mit dem nahegelegenen Sächsischen Epilepsiezentrum Kleinwachau. Dessen Sommerfest und das Kirchspielfest feiern sie mittlerweile gemeinsam.

Fast 3700 Lutheraner gehören dem Kirchspiel an, einem Zusammenschluss aus Gemeinden in Radeberg, Großerkmannsdorf-Kleinwolmsdorf, Schönborn, Seifersdorf und Wachau. 2013 hatten sie zu verkraften, dass die drei Vollzeit-Pfarrstellen auf zweieinhalb gekürzt wurden. Da mussten Aufgaben anders verteilt werden. „Ich habe es als beglückend erlebt, im Team zu arbeiten“, resümiert Pfarrer Slesazeck dennoch.

Neues ausprobiert haben sie ebenfalls in den Kirchgemeinden, deren Zusammensetzung sich änderte, seit etliche Familien in den ländlichen Speckgürtel um Dresden zuzogen. „Da waren auch Experimente möglich.“ Die Kinder- und Jugendarbeit haben sie anders organisiert, die Christenlehre zum Beispiel an einem Ort im Kirchspiel zusammengefasst, den Unterricht für alle Konfirmanden auf einen Sonnabend konzentriert, damit sich auch die geburtenschwachen Jahrgänge als Gemeinschaft erleben können. Bei der Stadtmission macht sich Thomas Slesazeck nun mit Zielen und aktuellen Fragen der Abteilungen vertraut. „Ich möchte, dass wir in dieser vielseitigen Arbeit voneinander lernen und sie miteinander gestalten.“

Von Tomas Gärtner

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