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Lokales Per Lauf- und Fahrrad nach Leipzig
Dresden Lokales Per Lauf- und Fahrrad nach Leipzig
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16:41 23.09.2018
Die ältesten vorneweg: Rund 30 historische Fahrräder aus zwei Jahrhunderten rollten durch die Dresdner Innenstadt. Quelle: Anja Schneider
Dresden

„Leipzig wartet!“ Auf Kommando setzten sich rund 30 historische Fahrräder und Laufmaschinen in Bewegung und rollten aus dem Dresdner Stallhof. Die Sportler nahmen am Sonntag eine historische Strecke unter die Räder: von der Elbe in die Messestadt. Mit dieser Jubiläumsfahrt erinnerte der ADFC Dresden gemeinsam mit dem Fahrrad-Veteranen-Freunde Dresden e. V. an jenen denkwürdigen Tag vor 200 Jahren, als der Mechaniker Heinrich Bertholdy mit einer Draisine die 130 Kilometer von Dresden nach Leipzig gefahren sein soll. In sieben Stunden soll er die 13 Postmeilen bewältigt haben. Zumindest schrieben landauf, landab die damaligen Zeitungen über diese Leistung, und ein historischer Kupferstich zeigt wohl genau diese Fahrt.

Ob Bertholdy die Strecke tatsächlich geschafft hat, sei nicht klar, meint Nils Larsen vom ADFC. Aber zumindest belegen die Dokumente, dass Dresden eine bemerkenswerte Rolle in der ältesten Fahrradgeschichte spielte. Wie Sachsen und seine Nachbarländer zur Entwicklung des Zweirades beigetragen haben, zeigte parallel der Verein Fahrrad-Veteranen-Freunde-Dresden bei seiner alljährlich stattfindenden Ausstellung im Stallhof.

Was ist das Wichtigste vor einer solch langen Zweirad-Fahrt? Ganz klar: ein Schaffell. Zumindest für Robert Johannes Hummel auf seiner hölzernen „Laufmaschine“, einem rund 40 Jahre alten Nachbau eines Modells von 1817. „Das Schaffell hilft unwahrscheinlich, um zu vermeiden, dass man sich einen Wolf läuft“, erklärt der junge Mann mit dem gezwirbelten Schnurrbärtchen. „Wolf“ heißt in der Sportmedizin eine schmerzhafte Hautreizung im Schritt, die durch andauernde mechanische Reibung entsteht. Doch trotz aller Polsterung und allen Trainings sind mit der alten Laufmaschine für „heutige Menschen“ nur etwa 30 Kilometer pro Tag machbar, weiß Hummel aus Erfahrung. Im vergangenen Jahr ist er gemeinsam mit 13 anderen Liebhabern historischer Draisinen von Nancy nach Karlsruhe gelaufen – also von der Stadt, in der Karl Freiherr von Drais seine Erfindung präsentierte, in dessen Geburtsort. Vor 200 Jahren waren die Menschen wohl mit besserem „Sitzfleisch“ ausgestattet: „Man darf nicht vergessen, dass die Leute damals Reiter waren und die anatomische Struktur etwas anders war“, erklärt Hummel. „Mit anderen Worten: Die hatten alle O-Beine.“

Rund 30 historische Fahr- und Laufräder starteten am Sonntag zu einer Jubiläumstour, um an eine Wettfahrt von Dresden nach Leipzig vor 200 Jahren zu erinnern.

Deshalb fuhr der Dresdner Tross am Sonntag auch nicht wirklich bis Leipzig, sondern nur bis zum Fährgarten Johannstadt – mit einer ordentlichen Runde durch die Innenstadt. Schließlich regnete es auch, und nasse Pflastersteine sind für Fahrer eisenbereifter Maschinen nicht ungefährlich. Verkehrsmuseums-Chef Joachim Breuninger bekam das am eigenen Leib zu spüren. Aber immerhin hielt seine moderne leuchtgrüne Regenjacke das Wasser von oben besser ab als die historisch korrekte Baumwoll- und Tweed-Kleidung der Radlerkollegen …

Von ttr

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