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Lokales Pegida für Wissenschaftler kein Lokalphänomen
Dresden Lokales Pegida für Wissenschaftler kein Lokalphänomen
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16:36 30.11.2015
Werner Patzelt Quelle: dpa
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Dresden

Dresdner Wissenschaftler haben davor gewarnt, die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung als Lokalphänomen abzutun. „Pegida in Dresden ist wie ein Vulkanschlot, das Magma erstreckt sich aber über ganz Deutschland und Europa“, sagte der Politikwissenschaftler Werner Patzelt bei einer Diskussionsveranstaltung der Technischen Universität Dresden am Montag. Zu dem Phänomen gehöre auch das Erstarken von rechtspopulistischen Parteien in ganz Europa, hierzulande etwa der Alternative für Deutschland (AfD).

Patzelts Kollege Hans Vorländer bezeichnete Pegida als „rechtspopulistische Empörungsbewegung“. Darin zeige sich auch die lange unterdrückte Unzufriedenheit vieler Ostdeutscher nach der Wiedervereinigung.

Patzelt und seine Studenten haben Pegida-Anhänger im Januar 2015 und dann erneut im April und Mai befragt. „Die Demonstranten verorten sich zunehmend weiter rechts“, sagte der Wissenschaftler. Für viele Teilnehmer gehe es bei den Demonstrationen vor allem um ein Gemeinschaftsgefühl. Patzelt zog einen Vergleich zum Fußball: „Viele Fans gehen vor allem ins Stadion, weil sie sich da mit Leuten treffen - nur nebenbei hoffen sie darauf, dass das Spiel doch irgendwann mal besser wird.“

Patzelt forderte die Politik auf, den Dialog mit Pegida nicht zu verweigern. Durch Ausgrenzung werde man die Bewegung weiter stärken. Pegida-Anhänger fühlten sich so in ihrer Wahrnehmung bestätigt, von keiner etablierten Partei mehr vertreten zu werden.

Vorländer sieht die Ursachen der Pegida-Bewegung auch in der Enttäuschung vieler Ostdeutscher nach der Wiedervereinigung, etwa durch Massenarbeitslosigkeit und den Niedergang der ostdeutschen Industrie. „Wir haben das zu glatt gestrichen und nicht gesehen, wie viel Unzufriedenheit sich da angehäuft hat“, sagte Vorländer. Dies sei von vielen sogenannten Wendeverlierern als Demütigung empfunden worden und trete durch Pegida nun offen zutage.

dpa

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