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Lokales Pegida bleibt bundesweit eine Randerscheinung – Leidet der Ruf der Stadt Dresden?
Dresden Lokales Pegida bleibt bundesweit eine Randerscheinung – Leidet der Ruf der Stadt Dresden?
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17:13 09.09.2015
Der Leipziger Westplatz während der Gegendemonstrationen zur Legida-Veranstaltung Quelle: André Kempner
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Allein in Leipzig gingen 30.000 Menschen gegen den dortigen Pegida-Ableger auf die Straße, die gegen rund 4800 Legida-Teilnehmer protestierten.

In allen anderen Städter hatte Pegida noch weniger Zulauf. In München kamen auf 800 Teilnehmer rund 20.000 Gegendemonstranten, in Hannover protestierten 19.000 Menschen gegen rund 200 Pegida-Sympathisanten. Auch in Berlin (4000 zu 400), Düsseldorf (5500 zu 150) und Saarbrücken (9000 zu 300) waren die Gegendemonstranten tonangebend.

In Dresden hingegen haben die Islamkritiker weiter Zulauf. Zwar gibt es zwischen Polizei und Wissenschaftlern Differenzen, was die Teilnehmerzahlen angeht, sicher ist jedoch, es werden mehr. Dabei kommen die Teilnehmer längst nicht nur aus Dresden: Ein beträchtlicher Teil der Demonstranten kommt nicht aus Dresden sondern reist extra wöchentlich zu Pegida an.

"Längst hat sich die Stadt zur bundesweiten Pilgerstätte von Pegida entwickelt. Und dennoch müssen sich die Stadtgesellschaft und die Landespolitik fragen lassen, wieso Dresden dieser Anlaufpunkt ist. ", so der Linken-Landeschef Rico Gebhardt am Dienstag. "Die Stadt Dresden wird dieses Problem nicht von alleine los. Wenn bundesweit rechte Menschen nach Dresden mobilisieren, dann brauchen wir Unterstützung aus dem ganzen Land, die zeigt: Was in anderen Städten nicht läuft, läuft auch in Dresden nicht!“ Auch Ministerpräsident Tillich (CDU) nahm er in die Pflicht: "Wenn Sie es ernst meinen, dann ist Ihr Platz nicht nur am Samstag auf dem Neumarkt, sondern jeden Montag an der Seite der Menschen, die gegen Pegida Gesicht zeigen. Ich zumindest weiß, wo ich Montagabend stehe."

Auch der Dresdner CDU-Kreischef Christian Hartmann glaubt, dass Pegida den Ruf der Elbestadt auf Dauer negativ beeinflusst. Hartmann plädiert für einen Dialog mit den Bürgern, eine Demokratie müsse Protestkundgebungen aushalten.

Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke macht sich weniger um eine Rufschädigung Sorgen, sondern um die Sicherheit der hier lebenden Ausländer. Zschocke verweist auf das Schicksal von Marwa El-Sherbini. Die Ägypterin war am 1. Juli 2009 mitten in einem Gerichtsprozess von einem Mann erstochen worden - aus Fremdenhass. Die Tat löste international Entsetzen aus. Vor allem in Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft sind die Befürchtungen angesichts der Entwicklung groß. „Ein dauerhaftes Image als Neonazi- und Pegida-Hochburg wäre verheerend für Dresden“, sagt ein Mediziner, der im Dresdner Universitätsklinikum arbeitet.

Frauke Petry, Fraktionschefin der Alternative für Deutschland (AfD) im Landtag, kann Ängste wegen einer Imageschädigung dagegen nicht nachvollziehen: „Warum sollte der Ruf einer Stadt wie Dresden leiden, wenn Bürger von ihrem Grundrecht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit Gebrauch machen?“, fragt sie.

Dieter Gühne ist am Montag aus Leisnig angereist und das erste Mal bei Pegida dabei. „Ich will auch meinen Enkeln später in die Augen sehen können und nicht zu denen gehören, die nur reden und meckern.“ Der 60 Jahre alte Selbstständige ist durch Bücher von Thilo Sarrazin auf das Thema Asyl und Zuwanderung aufmerksam geworden. „Das kann nicht ungebremst so weitergehen.“ Er kenne niemanden, der anders denke. Nur in der veröffentlichten Meinung finde sich das nicht wieder: „Da ist was faul.“ Asyl und Humanität seien wichtig. Er sei aber gegen ein Bleiberecht, wenn die Konflikte vorbei seien. Gühne war 1989 bei den Leipziger Montagsdemos dabei. Er hätte nicht gedacht, sagt Gühne, dass er 25 Jahre später wieder auf die Straße gehe.

Auf den Tourismus in Dresden hat Pegida noch ekine messbaren Auswirkungen. Das teilte Dresden Marketing auf Anfrage mit. Die Hotels der Stadt hätten sowohl im Dezember 2014 als auch im Januar 2015 sehr gute und zum Teil höhere Buchungszahlen als im Vorjahr verzeichnet. Die genauen Touristenzahlen für die beiden Monate liegen aber noch nicht vor. Jedoch machen die Hotels sich sorgen um ihre Gäste: So rät beispielsweise das InterCity Hotel ausländischen Gästen an Montagabenden von Innenstadtbesuchen ab.

sl / dpa

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