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Parkeisenbahn braucht für zwei Pädagogenstellen Dresdner Geld

Kinderschutzkonzept Parkeisenbahn braucht für zwei Pädagogenstellen Dresdner Geld

Die SBG will zwei Pädagogen zur Betreuung der Parkeisenbahner einstellen - so sieht es das Kinderschutzkonzept nach den Missbrauchsfällen vor. Bezahlt werden soll mit Fördermitteln der Stadt. Offen ist, ob die Stadträte im Jugendhilfeausschuss die Gelder für 2018 frei machen.

 
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Über die Kosten keine Aussage, dabei geht es genau darum. Die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) möchte über die AWO Sachsen Soziale Dienste gGmbH zwei Fachpädagogen bei der Parkeisenbahn beschäftigen. Das wird im Kinderschutzkonzept gefordert, das von der Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen „Shukura“ nach Missbrauchsvorfällen bei der Parkeisenbahn im Auftrag der SBG erstellt wurde. Bezahlt werden sollen die zwei Pädagogen mit Fördermitteln der Stadt Dresden. Die Kinder- und Jugendarbeit liege in der Verantwortung der Kommune, heißt es dazu auf Anfrage von der SBG. Außerdem stammten die etwa 200 zu betreuenden Kinder „nahezu ausschließlich aus Dresden“. Offen ist, ob die Stadträte im Jugendhilfeausschuss, der für seine zähen Verteilungskämpfe bekannt und berüchtigt ist, die Gelder für 2018 frei machen.

Ende August hat die von der SBG beauftragte AWO, zu deren Angeboten „Shukura“ gehört, den Förderantrag beim Jugendamt eingereicht. Beantragt sind zwei Vollzeitstellen, die am besten von einem Mann und einer Frau besetzt werden sollen. Aufgaben und Stellenbeschreibung sind erstellt und liegen dem Förderantrag bei. Gebraucht werden die zwei Pädagogen einerseits, um den Parkeisenbahnern, die sich mit Kesseln und Schienen bestens auskennen, pädagogisch aber keine Vorbildung haben, den Umgang mit Kindern näher zu bringen.

Im Kinderschutzkonzept von Shukura stellen sie aber vor allem eine wichtige Säule dar, weil sie Freiräume schließen sollen, die in der Vergangenheit von einzelnen Parkeisenbahnern für den sexuellen Kindermissbrauch genutzt wurden. Ein Beispiel dafür kann die Berliner Parkeisenbahn sein. Dort schreiben die Pädagogen die Dienstpläne um auszuschließen, dass Eisenbahner Schichten mit Lieblingskindern bilden. Außerdem bauen sie durch ihre Anwesenheit in Pausen und dergleichen Kontakt zu den Kindern auf und können so im Gespräch Probleme erkennen, die kleine Parkeisenbahner zu Hause vielleicht nicht berichten. Gleichartiges kann weder die Zusammenarbeit der Parkeisenbahn mit „Shukura“ noch das Angebot der Stadt an Bahnmitarbeiter, sich jederzeit Beratung durch erfahrene Fachkräfte der Jugendhilfe holen zu können, leisten. „Wir hoffen, dass auch die Stadt Dresden die dringende Notwendigkeit für eine sozialpädagogische Betreuung der Parkeisenbahn Dresden erkennt“, heißt es von der SBG.

Die sendet widersprüchliche Signale. Die SBG will einerseits erkannt haben, dass man sich im Rathaus bewusst sei, „wie einzigartig die Betätigung von Kindern und Jugendlichen im technischen Bereich ist und wie wichtig diese Betätigung für Jugendliche sein kann“, wie mitgeteilt wird. Andererseits heißt es auf Anfrage in der Stadtverwaltung auch knallhart: „Der gGmbH steht es frei eine eigene Stelle zu schaffen und zu bezahlen.“ Das lehnt man bei der staatlichen SBG aber ab. Man habe schlicht „in der Jugendarbeit keine Kernkompetenz und dies ist auch nicht Satzungsauftrag von SBG“, heißt es. „Daher ist ein externer Träger, der in der Jugend- und Sozialarbeit kompetent ist, nötig.“ Hintergrund ist auch: Eine wirkliche Kontrolle lässt sich kaum einrichten, wenn Pädagogen bei der Parkeisenbahn angestellt werden. Das Konstrukt kann nur funktionieren, wenn diese Aufgabe zwar in enger Zusammenarbeit, aber von einem externen Träger übernommen wird. Auf den Punkt: Der Erfolg der Umstrukturierung bei der Parkeisenbahn hängt am Dresdner Fördergeld.

Von Uwe Hofmann

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