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Ostsächsische Sparkasse baut um und schreibt Gewinne

Solide Bilanz für 2016 Ostsächsische Sparkasse baut um und schreibt Gewinne

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden begreift sich als Bank im Umbau. Die 600 000 Kunden können weiterhin 100 Filialen nutzen, steigen aber zunehmend auf digitale Angebote um.12,3 Milliarden Euro gingen 2016 durch die Bücher des Geldhauses, fast 20,7 Millionen Euro blieben als Gewinn hängen. Das soll 2017 wieder gelingen.

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden behält ihre 100 Filialen und baut ihre Netzaktivitäten rasant aus.
 

Quelle: dpa

Dresden. Die Ostsächsische Sparkasse Dresden (OSD) muss nicht einstimmen in den Chor jammernder Geldhäuser, denen Nullzinsphase, Investitionsmuffel und Fintech-Konkurrenz das Geschäft vermiesen. Die am Donnerstag von Vorstandschef Joachim Hoof vorgestellte OSD-Bilanz für 2016 belegt zum einen den zügigen Schwenk in digitale Kanäle und zum anderen einen nahezu unverändert hohen Geldumsatz. Von den knapp 12,2 Milliarden Euro, die durch die Bücher gingen, blieben tatsächlich wieder fast 20,7 Millionen Euro als Gewinn hängen.

Kommunen verzichten auf Ausschüttung

Gut für die öffentlich-rechtliche Bank: Die Kommunen begnügen sich auch für 2016 mit den 36,8 Millionen Euro an gezahlten Steuern und verzichten erneut auf eine Ausschüttung. Damit kann das Geld thesauriert werden und die mit
14 Prozent bereits gut ausgestattete Kernkapitalquote stärken. Mit Blick auf zu erwartende Erhöhungen durch die komplizierten Basel-IV-Verhandlungen sicher eine gute Nachricht, wenngleich OSD-Chef Hoof sein Geldinstitut selbst für eine 20-prozentige Quote gerüstet sähe.

Dass die Ostsächsische Sparkasse Dresden so grundsolide Zahlen vorlegen kann, hat Hoof zufolge mehrere Gründe. Einerseits verdankt sie das langfristigen Anlagen, die aus Hochzinszeiten von vor zehn bis zwölf Jahren stammen, nun aber allmählich auslaufen und für die Neuanlage mehr als nur ein glückliches Händchen brauchen. Andererseits habe der Sparkurs geholfen, der hier ohne Filialschließungen und ohne betriebsbedingte Kündigungen vonstatten ging. Und außerdem boome der Kreditmarkt erfreulich. Allein im vergangenen Jahr habe sein Haus mit 1,6 Milliarden Euro Kreditneuzusagen die Summe von 2015 nochmal um zwölf Prozent überboten. Weil aber im gleichen Zeitraum eine Milliarde Euro von den Anlegern getilgt wurde, blieben netto 600 Millionen Euro übrig – womit der Bestand an Krediten immerhin auf 5,7 Milliarden kletterte. Höchstwert! Zwei Drittel der neu bewilligten Darlehen (864,8 Millionen Euro) sind an mittelständische Unternehmen der Region geflossen (2015: 792 Millionen Euro), ein Drittel an gewerbliche und private Bauherren.

Baumboom ungebrochen

Die Neuzusagen für private und gewerbliche Baufinanzierungen seien 2016 um 23 Prozent auf 656,6 Millionen Euro gestiegen, erklärte Vorstandsmitglied Ulrich Franzen. Weil der Immobilienboom gerade in und um Dresden weiter anhalte, wolle man dem Geschäftsfeld mehr Aufmerksamkeit widmen. Die Sparkasse bewege allein als Makler jedes Jahr gut 100 Millionen Euro und wolle künftig mit völlig neu ausgestatteten Büros und Konzepten Bauberatung betreiben. Das würde auch Partner wie Kaminbauer oder Küchenplaner mit einbinden.

Entsprechende Räume entstünden unter anderem im Anbau an der OSD-Zentrale am Güntzplatz. In dem Areal wird übrigens auch noch in diesem Jahr Baustart sein für ein Wohn -und Geschäftshaus der ZBI (Zentral Boden Immobilien AG). Das Erlanger Unternehmen will im Mai sein Konzept für die Schließung einer der letzten Kriegslücken in der Johannstadt vorstellen.

Vier Milliarden Euro Einlagenüberschuss

Die Investitionsfreude von Firmen und Privatkunden sehen die OSD-Chefs 2017 nicht abflauen. Der Geschäftsklimaindex und eine robuste Konjunktur versprechen auch im laufenden Jahr gute Chancen, den Einlagenberg über den Geldverleih etwas abzubauen. In der Bilanz für 2016 prangen zwischen den Kundeneinlagen in Höhe von 9,7 Milliarden Euro und dem Kreditbestand von 5,7 Milliarden Euro glatte vier Milliarden Euro, die irgendwohin müssen. So wie Kunden sich mehr und mehr dem Wertpapiermarkt öffnen, braucht auch die Sparkasse gute Marktbeobachter, um die Überhänge gewinnbringend an den Mann zu bringen. Noch helfen die erwähnten Langfristanlagen. Dann aber, so Franzen, richte die OSD ihren Fokus unter anderem aufs umkämpfte Pfandbriefsegment und natürlich auf Unternehmensanleihen.

Parkgebühren bei der EZB umschifft

Denn dass sich absehbar etwas ändert an der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), darf trotz neuer Inflationsraten von um die zwei Prozent als utopisch gelten. Noch immer zahlen Banken 0,4 Prozent Strafzinsen, wenn sie Geld bei der EZB parken. „Wir haben das im vergangenen Jahr bis auf ganz wenige Tage vermeiden können“, erklärte Joachim Hoof auf Nachfrage. Wie das allerdings wird, wenn ab Oktober vermehrt die Kommunen überschüssiges Geld zu den Sparkassen tragen, weil die Privatbanken dann die Einlagensicherung rigoros bei 100 000 Euro deckeln, könne er nicht vorhersagen.

Zahl digitaler Zugriffe wächst rasant

Allerdings hatte der Vorstandschef der OSD noch ganz andere Zahlen im Köcher. Denn die Bank hat in den vergangenen Jahren viel auf der Digitalschiene getan. Motto: Sparkasse für die Hosentasche. „Wir sind online für Kunden auf allen Kanälen erreichbar“, sagte Hoof. Inzwischen betreibe jeder dritte Kunde des Hauses Online-Banking (240 000 von 600 000), die Zahl wachse jährlich um 20 Prozent, die Homepage habe 24 Millionen Zugriffe im Jahr verzeichnet, acht Millionen Mal seien für den Kontakt zur Sparkasse Smartphones zum Einsatz gekommen. Hoof lobte den Sicherheitsstandard bei der OSD als „weit vor dem, was andere versuchen umzusetzen“.

Smartphone-Bank der Sparkassen kommt

Als Beispiele für den digitalen Ausbau nannte er das Bezahlen per Smartphone mit Blue Code (die Kooperation mit dem Konsum hatte in der sechsmonatigen Testphase schon 1000 Nutzer). Weiterhin ist die App „Mein Kredit“ am Markt, über die Darlehen beantragt und extrem schnell bearbeitet werden können. Sekundenschnell von Handy zu Handy Geld überweisen gehe mit Kwitt, der neuen Funktion in der Sparkassen-App, die wiederum bereits 50 000 der 600 000 Kunden aufs Smartphone geladen haben.

Und das jüngste Kind der Netzneuheiten heißt Yomo (Your Money). Yomo – initiiert von zehn Sparkassen – soll noch 2017 als Smartphone-Bank an den Start gehen und richte sich mit ihrem Leistungsspektrum vor allem an junge Kunden.

https://www.ostsaechsische-sparkasse-dresden.de/de/home.html

Von Barbara Stock

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