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Oster-Ausstellung im Jägerhof Dresden

Kloster, verrückte Hühner und Theater Oster-Ausstellung im Jägerhof Dresden

Im Museum für Sächsische Volkskunst ostert es schon mächtig. Ab heute läuft auch die begleitende Veranstaltungsreihe und Künstler lassen sich vor Ort gern auf die Finger schauen.

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Holger John und seine Eier

Quelle: Anja Schneider

Dresden . Im Museum für Sächsische Volkskunst ostert es schon mächtig. Ab heute läuft auch die begleitende Veranstaltungsreihe und Künstler lassen sich vor Ort gern auf die Finger schauen. Niemand solle glauben, betont Direktor Igor A. Jenzen, Volkskunst rangiere ganz unten auf der Skala des Kunstverständnisses. So gibt es neben den ausgestellten Objekten dieses Wochenende auch gleich eine Überraschung: Der Künstler Holger John zeichnet mit der Feder Hasen in allen Facetten, auf Eier (die der Besucher mitbringen kann) oder auf Papier.

„Ostern im Jägerhof“ hat im Laufe der Jahre einen gewissen Kultstatus angenommen. Typisch sind die geschmückten Sträuße, 35 sind es dieses Mal, sind die Bastelmöglichkeiten sowie natürlich das jeweilige Ausstellungsprogramm. Stets wird ein neues Thema gesucht, das in die anderen österlichen Gestaltungen eingebettet ist und dazu eine Besonderheit, präsentiert als kleine Sonderausstellung. Ostern 2017 rückt im Erdgeschoss Klosterarbeiten in den Mittelpunkt. Es sind religiöse Andachtsobjekte, wie sie seit dem 15. Jahrhundert in Klöstern hergestellt wurden. Die ausgestellten filigranen Kunstwerke - meist glitzern und funkeln sie in der Vorstellung des Himmels – schuf Anna Frauenschuh, die in der Nähe von Salzburg lebt, in dieser alten Tradition zu Themen wie Glaube, Liebe, Tod.

In der Sonderschau im Obergeschoss ist eine ganz andere Welt zu Hause – die des Theaters, wobei das Christliche nicht ausgeklammert ist. Hier zeigt das Museum einen Teil des „Eier-Theaters“ von Katharina Benkert (1923 – 2008), das sie dem Haus überlassen hat. Benkert war Dramaturgin und Ausstatterin am Dresdner Puppentheater und arbeitete für das Trickfilmstudio. Mit 70 Jahren folgte sie 1993 einem Aufruf des Volkskunstmuseums, Eier zu gestalten. Nach ersten Versuchen fand sie in der Theaterumsetzung ihr Medium. Die Exponate erzählen bildhaft Geschichten, die man mit Muße „lesen“ sollte. Goethes „Osterspaziergang“ in zwölf Eiern ist mit Textzeilen untersetzt. Für den „Kleinen Prinzen“ braucht es etwas Phantasie. Die Passion Christi oder der Tanz ums goldene Kalb sind weitere Themen.

Rund 50 Künstler zeigen Beispiele der Serviettentechnik, Geklöppeltes, Quilling, Wachsbatik- und Kratztechnik, Kunst aus kleinen Tüten, Stroh oder Draht. Jenzen und Ausstellungsorganisatorin Elke Birninger freuen sich über jede Neuinterpretation und ausgefallene Ideen. Eine solche steuert die Archäologin Petra Westphalen mit ihren verrückten Hühnern bei. Eigentlich waren die charaktervollen Tierchen aus Styropor und Papier gar nicht für Ostern gedacht, aber sie passen wunderbar hierher.

Insgesamt 70 Künstler, 25 sind es pro Tag, führen bis zum 23. April ihr Handwerk vor bieten Produkte zum Kauf an. Sie beleben ohne Honorar das Haus. Auch unter den Akteuren des Zusatzprogramms gibt es Künstler, die nur für Kuchen auftreten.

Von Genia Bleier

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