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Lokales Oskarstraße wird wegen Baustopp ein Fünftel teurer
Dresden Lokales Oskarstraße wird wegen Baustopp ein Fünftel teurer
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15:28 28.06.2018
Am 6. Juli werden Bauleute die Arbeiten auf der Oskarstraße wieder aufnehmen – nach fast 14 Monaten Baustopp. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Der fast 14-monatige Baustopp auf der Oskarstraße kostet Stadt und Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) drei bis vier Millionen Euro. Um so viel werde der geplante Aufbau einer Straßenbahntrasse auf rund 1,2 Kilometern zwischen Wasaplatz und Tiergartenstraße teurer, sagte Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz bei einem Vororttermin am Donnerstag. Am 6. Juli sollen die Arbeiten an dem zur Campuslinie des Stadtbahn-2020-Projekts gehörenden Abschnitt wieder aufgenommen werden. Als das Vorhaben seinen ersten Baustart im März 2017 erlebte, waren einmal rund 20 Millionen Euro Kosten geplant. Die Mehrkosten ergeben sich laut Koettnitz aus der langen Baupause, dem Winterschutz auf der Tiergartenstraße, den geänderten Abläufen mitsamt geänderter Bautechnologie und der Ruhezeit der gebundenen Baufirmen.

Priorität hat die Fernwärmeleitung

„Wir freuen uns, das wir heute hier so stehen können und die Arbeiten nun fortgesetzt werden“, sagte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) trotz der Kostensteigerung um bis zu ein Fünftel. Vorrangiges Ziel sei es nun, die Fernwärmeleitung, die einen Hauptversorgungsstrang für das ganze Viertel darstellt, bis zum Beginn der Heizperiode Ende September zu verlegen. „Das ist sehr sehr knapp“, sagte Amtsleiter Koettnitz über den in den letzten Wochen seit Wiederherstellung des Baurechts zusammengestrickten Bauplan. Jede unbeabsichtigte Verzögerung kann nun heftige Folgen nach sich ziehen. Wobei Koettnitz davon ausgeht, dass die Drewag im Notfall einige Behelfsventile und Interimslösungen parat habe, wie er sagt. Im Anschluss an die Arbeiten an Fernwärme- und weiteren Leitungen und Kanälen sowie Kanalbauwerken für den Kaitzbach werden Fahrbahn und Gleisanlagen aufgebaut.

Bei einem Baustellenrundgang am Donnerstag zeigten sich Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz und DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (v.l.) Quelle: Dietrich Flechtner

Anwohnerklage brachte Baustopp

Wenn nicht wieder etwas dazwischen kommt. Noch weiß man im Rathaus noch nichts von einer erneuten Klage von Anwohnern, die Auslagefrist der nachgebesserten Planunterlagen läuft allerdings noch bis 5. Juli. Im vergangen Jahr hatte eine solche Klage beim Oberverwaltungsgericht Bautzen (OVG) zum Baustopp geführt, den man „mit Entsetzen“ zur Kenntnis nehmen musste, wie DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach sagte. Das Gericht erkannte einem Formfehler im von der Landesdirektion geführten Verfahren, einige Gutachten waren nicht in der Öffentlichkeit ausgelegt worden. Der Fehler musste aufwendig nachgebessert werden, was „viel länger als wir zuerst gedacht hatten“ andauerte, weil auch einige Untersuchungen aktualisiert werden mussten, wie Hemmersbach sagte. Einen Vorteil hat die sorgfältige Nacharbeit der Landesbehörde nun: „Wir gehen nicht davon aus, dass es erneut einen Baustopp wegen eines Formfehlers geben wird“, sagte Baubürgermeister Schmidt-Lamontain. Nur ein formaler Mangel habe laut Amtsleiter Koettnitz aufschiebende Wirkung, wenn dabei die Rechte eines Betroffenen beschnitten wurden. Gehe es etwa um eine Klage, weil einem Anwohner der Schallschutz für sein Haus zu gering ausfalle, könne dennoch weitergebaut und müsse nötigenfalls nachgebessert werden. Auch DVB-Vorstand Hemmersbach sieht keinen Grund zur Beunruhigung: „Das Verfahren hat uns auch gestärkt, weil wir an der eigentlichen Bauplanung nichts ändern mussten“, betonte er.

Leichte Änderungen bei Buslinien

Für Anwohner ändert sich mit dem erneuten Baubeginn zunächst nichts. Ein Drittel der Baufläche ist bereits seit März 2017 aufgerissen und wird nun in der nächsten Woche belebt. Die Straße bleibt gesperrt, Anwohner können jedoch je nach Bauablauf zu ihren Grundstücken. Leichte Änderungen ergeben sich bei den Buslinien 61, 63 und 85, die zwischen den Haltestellen Tiergartenstraße und Julius-Otto-Straße über die Tiergartenstraße und Franz-Liszt-Straße verkehren. Die Haltestelle S-Bahnhof Strehlen wird von der Wiener Straße in die Tiergartenstraße verlegt. Die Straßenbahnlinien 9 und 13 und die Buslinie 75 bleiben bis zum Baubeginn auf dem Wasaplatz unverändert.

Bauarbeiten auf Wasaplatz erst 2019

Dort soll es frühestens zum Jahreswechsel losgehen. Die DVB wollen die neue Bahnstrecke anbinden und eine barrierefreie Haltestelle aufbauen- das ist bei einem Fahrgastaufkommen von 30 000 täglich auch bitter nötig. So ab Mai, Juni 2019 könnten die ersten Straßenbahnen über die Oskarstraße rollen und das erste Mal am neuen Umsteigepunkt am Haltepunkt Strehlen halten, meinte DVB-Vorstand Hemmersbach. Dort steigen schon jetzt, obwohl sie vom Wasaplatz bis dorthin laufen müssen, 3000 Fahrgäste von Bus und Bahn in die S-Bahn ein – der Grund für die Verlegung der Straßenbahnstrecke von Wasastraße und Franz-Liszt-Straße. Die dortigen Gleise sind marode, redensartlich fahre „man dort auf der letzten Rille“, sagte Hemmersbach. Deshalb sollen die Gleise dort herausgerissen und die Strecke saniert werden, sobald die Oskarstraße fertig ist.

Gesprächsangebote an Anwohner

Anwohner können mit ihren konkreten Fragen zum Bauvorhaben eine E-Mail an oskarstrasse@dvbag.de schreiben oder erstmalig ab 12. Juli immer donnerstags das Gespräch mit der Bauleitung im Baucontainer Gustav-Adolf-Platz suchen. Das ist in den Zeiten von 10 bis 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr möglich.

Von Uwe Hofmann

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