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Lokales Ortsbeirat Cotta fordert kleineres Asylbewerberheim an der Ginsterstraße
Dresden Lokales Ortsbeirat Cotta fordert kleineres Asylbewerberheim an der Ginsterstraße
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08:23 05.12.2015
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Dresden

„Bevor jemand Platzangst bekommt, stellen wir im Flur einen Lautsprecher auf“, sagte Ortsamtsleiterin Irina Brauner am Donnerstagabend im Ortsbeirat Cotta und blickte besorgt in den Saal, der sich bis auf den letzten Stuhl füllte. Doch Angst vor der Enge hatten die anwesenden Bürger sicher nicht. Vielmehr war es ein Gefühl der Verunsicherung und teilweise auch der Ablehnung ob des geplanten Asylbewerberheimes am Schulstandort an der Ginsterstraße, das die Menschen in das Rathaus von Cotta trieb. In zwei Schulgebäude des Typs Dresden sollen ab kommenden April über 600 Asylbewerber einziehen.

Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) war gekommen, um dem Ortsbeirat das Projekt vorzustellen. „Wir sind auf der Ebene in der Republik, in der wir vollziehen müssen“, erklärte der Politiker gleich am Beginn seiner Ausführungen die gesetzliche Notwendigkeit des Vorhabens und legte dar, dass sich die Zahl der in Dresden lebenden Flüchtlinge bis zum Jahresende von 7500 auf 10 000 Personen und mittelfristig noch weiter erhöhen wird. Unterkünfte würden dringend gebraucht, so die unmissverständliche Botschaft des Finanzbürgermeisters.
AfD-Ortsbeirat Hans-Joachim Klaudius nutzte die Möglichkeit, um Vorjohann aufgrund von allgemeinen Problemen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise, etwa bei der medizinischen Erstuntersuchungen, zu kritisieren. „Ihr Geschwätz geht mir natürlich total auf den Keks. Wenden Sie sich an die Bundeskanzlerin oder den Innenminister“, erwiderte der Bürgermeister auf die wiederholten Angriffe seines Gegenübers.

Doch auch die gemäßigteren Mitglieder des Ortsbeirates – inklusive der Vertreter von SPD und Grüne – sahen das Vorhaben an der Ginsterstraße kritisch. Andreas Barth von der SPD bemerkte, dass in vergleichbaren Gebäudetypen, etwa an der Boxbergstraße in Prohlis, nur eine Etage der Objekte ausgebaut und nur ein Bruchteil der Flüchtlinge untergebracht werden, als für die Ginsterstraße vorgesehen sind. Insbesondere Eltern, deren Kinder in die Kita „Gorbitzer Früchtchen“ in der direkten Nachbarschaft gehen, äußerten erhebliche Bedenken und forderten ein Sicherheitskonzept. Vorjohann reagierte teils mit Unverständnis auf die Einwände und erklärte, dass er die Vorstellung, dass Männer über den Zaun in den Kindergarten klettern, für übertrieben halte.
„Mir ist das egal, ob das Deutsche oder Iraner sind. Wenn 600 Männer auf dem Gelände leben, kommt es zu Konflikten“, erwiderte eine Mutter. „Ich fühle mich als Mutter und Anwohnerin total überfordert“, sagte eine andere Frau mit Tränen in den Augen. Auch Quartiersmanagerin Nicole Kreißl meldete sich zu Wort und regte an, nur eines der Gebäude zu belegen, da auf dem Gelände langfristig ein Sportkomplex geplant sei und man sich andernfalls – auch für die Integration der Flüchtlinge – jegliches Entwicklungspotenzial des Geländes verbaue. Diesem Ansatz folgte der Ortsbeirat mit einem interfraktionellen Änderungsantrag, der den Stadtrat dazu auffordert, nur ein Gebäude, die Ginsterstraße 3, mit dann 300 Flüchtlingen zu belegen.

Hauke Heuer

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