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Lokales Orangerie, Palais und Parkanlage sollen der Herzogin Garten wieder erblühen lassen
Dresden Lokales Orangerie, Palais und Parkanlage sollen der Herzogin Garten wieder erblühen lassen
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09:33 22.03.2017
Ende des Jahres soll wieder die Chance bestehen durch der Herzogin Garten zu schlendern.  Quelle: Saal GmbH
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Dresden

 Während der Winter so langsam von dannen schwebt, fängt auch der Herzogin Garten gegenüber vom Dresdner Zwinger so langsam an, wieder zu erblühen. Das soll zwar nicht bedeuten, dass die riesige Baustelle bunten Blumen weicht, doch der historische Garten formt sich so langsam wieder in Richtung seines historischen Vorbilds. Nachdem die „Residenz am Zwinger“ bereits seit Oktober 2016 fertig und eröffnet ist, laufen die drei Projekte – Palais, Orangerie und Parkanlage – von Investor Reinhard Saal in die entscheidende Phase ein.

Ende des Jahres soll wieder die Chance bestehen durch der Herzogin Garten zu schlendern. Visualisierung: Quelle: Saal GmbH

Der Rohbau des Palais, ein sechsstöckiges Gebäude samt Tiefgarage mit insgesamt 123 Wohnung und vier Gewerbeflächen, ist bereits fertig und der Innenausbau läuft auf Hochtouren. Auf der Rückseite des etwa 200 Meter langen Gebäudes beginnt bereits der Fassadenbau, in ähnlicher Sandsteinoptik wie die benachbarte Residenz. „Aktuell liegen wir sehr gut im Zeitplan, der Fertigstellung und Übergabe Ende des dritten Quartals dieses Jahres steht aktuell nichts im Weg“, erklärt Projektmanager Torsten Nowack.

Übergeben wird das Objekt an die Immobilienfirma Catella Property, die laut einem Bericht der Immobilien-Zeitung bereits im Juli 2016 das Palais An der Herzogin Garten von Bauherr und Investor Reinhard Saal für 44,3 Millionen Euro erworben hat. Saal selbst hält sich indessen bedeckt, was den genauen Verkaufspreis und sein eigenes Investitionsvolumen betrifft. „Wir sprechen prinzipiell nicht über Zahlen“, erklärt Torsten Nowack. Laut dem Projektmanager soll ein Großteil der Wohnungen weiterhin wie geplant vermietet werden, das geschehe aber nunmehr alles über die Catella.

Auch die Orangerie, die nach historischem Vorbild wieder aufgebaut wird und im Besitz von Investor Saal bleibt, ist bereits in voller Länge zu erkennen. An der Straße „An der Herzogin Garten“ steht bereits gut sichtbar die erste Erdgeschosswand. Die „neue“ Orangerie wird aber dennoch etwas kürzer als das 1841 vom Architekten Otto von Wolframsdorf errichtete Original. Es entstehen insgesamt zwei Geschosse auf einer Länge von 65 Metern.

Das die Orangerie pünktlich – und überhaupt – wieder aufgebaut wird, stand lange Zeit in den Sternen. Die ursprünglichen Pläne Saals, Wohnungen in die neue Orangerie zu bauen, wurden zunächst von der Stadt und dem Denkmalamt torpediert, eine öffentliche Nutzung wurde gefordert. Nachdem Saal dem zustimmte und auf eigene Kosten eine Studie für eine öffentliche Nutzung in Auftrag gegeben hatte, ließ sich schließlich weder ein rentables Konzept noch ein Investor finden. Als Folge erhielt Saal die Baugenehmigung für Wohnungen. 13 Stück mit einer Größe zwischen 95 und 170 Quadratmetern entstehen nun derzeit.

Obwohl die Orangerie ebenfalls Ende des dritten Quartals bezugsfertig sein soll, hat die Vermietung noch nicht begonnen. Projektmanager Nowack befindet sich noch bei den letzten Feinabstimmungen mit den für die Wohnungen zuständigen Architekten von WTR aus Dresden. Eine Tiefgarage unterhalb der Orangerie, die über die Zufahrt des Palais befahren werden kann, ist bereits fertig. Zudem bleibt der Orangerie der alte Kopfbau an der Ostra-Allee erhalten, auf der Rückseite entsteht ein neuer. Mit dem aufwendigen Fassadenbau wurde das Ingenieurbüro Bauer Lauterbach beauftragt, die bereits zu DDR-Zeiten schon einmal den Wiederaufbau der Orangerie planten und daher laut Nowack über die nötige Expertise verfügen.

Das dritte Projekt – und neben der Orangerie das wichtigste für einen historischen Nachbau von der Herzogin Garten – ist die Parkanlage. Dafür hat sich Reinhard Saal die Dienste der Dresdner Landschaftsarchitektin Michaela Noack gesichert, die unter anderem auch schon an den Parkanlagen im Großen Garten und im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau mitgewirkt hat.

 Da für eine echte Rekonstruktion die historischen Quellen und Vorbilder fehlen, stützt sich die Landschaftsarchitektin auf historische Dokumente der Dresdner Hofgärtner-Familie Terscheck, die im 19. Jahrhundert zu den bekanntesten Gärtnerfamilien in Sachsen gehörte und in ihrer Zeit unter anderem auch am Botanischen Garten und dem Schlosspark Pillnitz mitwirkten. „Die Pläne der Familie Terscheck dienen als Grundlage für unsere eigene Planung“, erklärt Michaela Noack.

Vorgesehen sind vier Zugänge zum Park von allen Seiten, viele Grün- und Blumenanlagen sowie restaurierte historische Zaunfelder. „Da befinden wir uns noch in der Endabstimmung mit dem Denkmalamt“, sagt Projektmanager Torsten Nowack. Der Park soll, versehen mit Öffnungszeiten, jederzeit für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Damit haben die Dresdner ab Ende des Jahres die Chance, dort, wo jahrzehntelang eine Brachfläche war, wieder zwischen Sandsteinbauten durch der Herzogin Garten zu schlendern.

Von Sebastian Burkhardt

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