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Operette kann Ende Januar wieder spielen

Dresden: Finanzausschuss bewilligt Viertelmillion für Scheinwerfer Operette kann Ende Januar wieder spielen

Die Staatsoperette Dresden kann ab Ende Januar wieder im Kraftwerk Mitte spielen. Bis zum 15. Januar sollen die verheerenden Wasserschäden behoben sein. Der Finanzausschuss des Stadtrats gab jetzt grünes Licht für den letzten Baustein.

Die Versicherung will die geschädigten Scheinwerfer reparieren lassen.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Die Staatsoperette Dresden soll am 15. Januar 2018 den Probenbetrieb im Kraftwerk Mitte wieder aufnehmen. Bis dahin sollen die schweren Wasserschäden an der Bühne und der Bühnentechnik behoben sein, kündigte Axel Walther an, Geschäftsführer des Vermieters Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co KG (KID). Die ersten regulären Vorstellungen der Staatsoperette seien noch im Januar möglich. Der Finanzausschuss des Stadtrates gab jetzt grünes Licht für den letzten Baustein, damit dieser Termin gehalten werden kann. Die Finanzpolitiker der Fraktionen stimmten einer Vorlage der Verwaltung einstimmig zu, der KID 240 000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Mit den bewilligten Mitteln kann Walther 162 Scheinwerfer für die Operettenbühne bestellen. Die hochmoderne Bühnebeleuchtung wurde bei der Havarie am 18. Oktober, als sich riesige Mengen Löschwasser über die Spielstätte ergossen, schwer beschädigt. Während sich Versicherung und KID bei der Schadensbehebung in vielen Punkten einig seien, erklärte Walther, gebe es bei den Scheinwerfern Differenzen. Die Versicherung favorisiere eine Reparatur und habe nach mehreren Anläufen ein Unternehmen gefunden, das einen günstigen Preis biete. Knackpunkt: Alle Scheinwerfer müssten in Italien oder in den USA kalibriert werden. Das dauert. Frühestens Ende Februar, realistisch aber erst im März könnte die Beleuchtungstechnik wieder eingebaut werden.

Dann müsste ein Sachverständiger die Scheinwerfer noch abnehmen, denn reparierte Geräte erhalten nicht das erforderliche CE-Siegel. Damit wäre die Operette wohl erst im April wieder spielfähig, erklärte Verwaltungsdirektorin Sieglinde Schlüter. Die Frage der Gewährleistung auf die reparierte Technik sei ungeklärt.

Während der Wartezeit würden horrende Einnahmeausfälle von bis zu 650 000 Euro zu Buche schlagen, da mehrere geplante Premieren ausfallen würden. Allein von Oktober bis Ende des Jahres müsse die Operette Verluste von mindestens 360 000 Euro wegen des Wasserschadens hinnehmen. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) habe Alternativen wie die Anmietung von Theaterzelten geprüft. Das würde 480 000 bis 525 00 Euro kosten.

240 000 Euro würden in jedem Fall unterschritten, erklärte Walther, da die Versicherung die von einem Gutachter errechneten Reparaturkosten erstatten werde. Die Anschaffung von neuen Scheinwerfern verschlechtere auch nicht die Verhandlungsposition gegenüber der Assekuranz, wie einige Stadträte befürchtet hatten. Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD), der für das Rechtsamt zuständig ist, erklärte: „Selbstverständlich werden wir versuchen, die maximalen Forderungen durchzusetzen.“ In diesem Fall würden die 240 000 Euro in vollem Umfang an die Stadtkasse zurückfließen. Zunächst soll der Betrag aus Gewerbesteuermehreinnahmen finanziert werden.

Michael Schmelich, Finanzpolitiker von Bündnis 90/Die Grünen, forderte die Verwaltung auf, den Abschluss einer Ausfallversicherung zu prüfen. „Ich muss mein Unverständnis zum Ausdruck bringen, dass so ein Vertrag nicht existiert.“ Es sei misslich, dass die materiellen Schäden zwar ersetzt würden, die Stadt aber aus dem Einnahmeausfall sitzen bleibe.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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