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Lokales Offene Straßensozialarbeit am Wiener Platz
Dresden Lokales Offene Straßensozialarbeit am Wiener Platz
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09:01 28.10.2017
Die Polizei hat ihre Präsenz am Wiener Platz verstärkt.  Quelle: Archiv
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Dresden

 Der Geschäftsbereich von Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) hat jetzt einen Maßnahmeplan für Suchtprävention am Wiener Platz und weiteren Brennpunkten bis 2020 vorgelegt. Der Stadtrat hatte im Juni 2016 die Verwaltung mit einem Konzept zur Kriminalitätsbekämpfung am Wiener Platz beauftragt, an dem sich eine offene Drogenszene etabliert hatte. In dem Maßnahmeplan werden stadtweite Maßnahmen zur Suchtprävention, Einzelmaßnahmen in bestimmten Stadträumen und eine flexible Sucht-Straßensozialarbeit vorrangig am Wiener Platz vorgeschlagen.

In der Kommunalen Bürgerumfrage 2016 hatten die Befragten abgegeben, sie würden folgende Plätze als unsicher empfinden: Alaunpark, Albertplatz, Prager Straße, Scheunevorplatz, Schlesischer Platz/Bahnhof Neustadt, Wiener Platz/Hauptbahnhof und weitere Brennpunkte rund um den 26er Ring. Der Wiener Platz stehe als Eingangstor zur Stadt im besonderen öffentlichen Interesse. Gemeindlicher Vollzugsdienst und Polizei hätten mit Streifen und regelmäßigen Kontrollen reagiert. „Diese und flankierende Maßnahmen haben bislang nur mäßige Auswirkung auf die Szene und bewirken eher deren örtliche Verdrängung oder bestenfalls oberflächliche Eindämmung“, heißt es in dem Maßnahmeplan.

Mit einem Paket an Maßnahmen soll öffentlicher Drogenhandel- und konsum verhindert werden, es gehe auch darum, die Betroffenen in das Suchthilfesystem zu vermitteln. Angestrebt werde eine langfristige Entspannung der Situation. Die Maßnahmen seien zunächst auf drei Jahre angelegt, dann werde eine Evaluierung erfolgen und der weitere Handlungsbedarf festgelegt.

Die vorgeschlagenen allgemeinen stadtweiten Maßnahmen zur Suchtprävention wenden sich insbesondere an Menschen mit Migrationshintergrund, die gerade am Wiener Platz deutlich in Erscheinung treten. Es gehe aber auch darum, stadtweit ein Bewusstsein für die Gefahren des Drogenkonsums zu entwickeln und niedrigschwellige Hilfsangebote zu etablieren.

Am Wiener Platz soll die Aufenthaltsqualität verbessert werden, zum Beispiel durch mobile Angebote wie eine Haltestelle „Prager Spitze“ der Fahrbibliothek, durch stadtplanerische und künstlerische Gestaltung der bekannten Drogen-Anbieterplätze und gering frequentierter Straße und Gassen, die zum Ziel einsetzender Verdrängungseffekte werden könnten. Es gehe um eine ansprechende Beleuchtung, haushohe Videoinstallationen, eine Pianotreppe, fest installierte Sport und Spielgeräte und vieles mehr.

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In der Passage Wiener Platz ist bei einem Hooligan-Angriff mindestens eine Person verletzt worden.

Mit verstärkter Präsenz von Polizei und Ordnungsamt soll der öffentliche Drogenhandel und -konsum zurückgedrängt werden. Dabei müssten die Gewerbetreibenden und Anwohner eingebunden werden, aber auch die Eigentümer oder Verwalter von leerstehenden Gebäuden und Grundstücken im Umfeld.

Schließlich soll eine aufsuchende Straßensozialarbeit für drogengefährdete Menschen – insbesondere solche in „migrationsspezifischen Lebenslagen“ – aufgebaut werden. So soll eine niedrigschwellige Anlaufstelle für Abhängigkeitskranke am Wiener Platz oder im Umfeld installiert werden. Drei Sozialarbeiterstellen und die Stelle eines Leiters sowie einer Bürokraft sind geplant, rund 370 000 Euro kostet das Projekt pro Jahr. Es soll in einem Interessenbekundungsverfahren an einen freien Träger vergeben werden.

Der Maßnahmeplan soll jetzt in den Ausschüssen des Stadtrates und den Ortsbeiräten Neustadt und Altstadt besprochen werden. Der Stadtrat hat das letzte wort zu den Plänen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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