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Lokales 15 Millionen Euro für die Zukunft von Dresdens Nahverkehr
Dresden Lokales 15 Millionen Euro für die Zukunft von Dresdens Nahverkehr
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11:36 02.11.2018
In der Halle wird derzeit die Beleuchtung installiert. Die langen Metallschienen ersetzen die sonst übliche Oberleitung. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Flott klettert Martin Farek das Gerüst hinauf, nimmt die drei Metalltreppen so schnell, wie andere „eins, zwei, drei“ sagen können. Oben angekommen empfängt er gemeinsam mit einem Kollegen das Wellblechteil vom Hubwagen, das er kurz zuvor und noch am Boden auf dessen Gabel platziert hatte. Wenig später hat er es auch schon montiert – an die neue Halle, die derzeit auf dem Betriebshof Trachenberge entsteht.

15 Millionen Euro investieren die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) dort in die Modernisierung des nach Gorbitz zweitwichtigsten Straßenbahnhofs der Stadt. Das ist viel Geld, dass sich die Verkehrsbetriebe angesichts der laufenden Ausbauvorhaben im Streckennetz, etwa an Oskarstraße und Kesselsdorfer Straße, und vor allem der kommenden Projekte, etwa Großenhainer Straße und Königsbrücker Straße, erst einmal abzwacken müssen. Freilich ist die Investition nötig: Die Halle entsteht auf einem Teil des Betriebsgeländes, in dem die Gleise noch nicht den richtigen Abstand für die ab 2022 erwarteten breiteren Stadtbahnwagen haben.

Martin Farek installiert mit einem Kollegen die Wellblechverkleidung der Halle. Quelle: Anja Schneider

Die stehen derzeit auf einem benachbarten Areal, wo schon seit längerem installierte Träger auf ein Dach warten. Dort entsteht im Anschluss ein Zwilling der derzeit im Bau befindlichen Halle, und das bis 8. Mai. „Wir müssen hoffen, dass es auch in diesem Jahr einen milden Winter geben wird“, sagt Hahn angesichts des engen Zeitplans. Beide Hallen sind etwa 4500 Quadratmeter große und sollen einmal den 50 bis 60 Straßenbahnen Platz geben, die nachts im Betriebshof Trachenberge einrücken und dort äußerlich und innen gereinigt sowie gewartet werden.

Keine Wände aus Kostengründen

Wobei Halle eigentlich zu viel gesagt ist. Um Kosten zu sparen, erhalten sie keine Außenwände. Hahn spricht deshalb von einem Bahnport. „Wichtig ist, dass das nachts arbeitende Reinigungspersonal und die Fahrer, die ihre Bahn in Betrieb nehmen wollen, vor Wind, Regen und Schnee geschützt sind“, betont DVB-Sprecher Falk Lösch. Außerdem habe eine offene Halle durchaus Vorteile. Sie erhitze sich im Sommer nicht so sehr und im Winter tauen Schnee und Eis auf der Bahn nicht an. Wasser auf empfindlichen Teilen kann bei der Ausfahrt bei frostigen Temperaturen rasch gefrieren, was etwa beim Stromabnehmer zu Problemen führen kann. „Bei einem Bahnport passiert das nicht“, sagt Lösch. Gleichwohl stehen die Bahnen, anders als bisher, geschützt.

Bis es soweit ist, muss aber noch ordentlich geklotzt werden. Auch das Dach der jetzt im Bau befindlichen Halle ist noch nicht ganz gedeckt. „Wir müssen auf eine günstige Witterung hoffen“, sagt Hahn knapp dazu. Später soll es begrünt werden und eine Photovoltaikanlage erhalten. Den mit der insgesamt rund 3500 Quadratmeter großen Anlage erzeugten Strom wollen die DVB größtenteils selbst nutzen.

Im Vordergrund ist der Hallenneubau zu erkennen. Dahinter wird später eine baugleiche Halle errichtet. Quelle: Anja Schneider

Bleibt also noch einiges zu tun, was auch für die Zeit nach Abschluss der Maßnahmen gilt. So haben die ebenfalls im Betriebshof Trachenberge stationierten 40 Busse zwar eine neue Tankstelle erhalten, ein Busport fehlt aber noch. Sie stehen weiter im Freien. Außerdem ist es Wunsch der Verkehrsbetriebe, Ein- und Ausfahrt neu zu sortieren, um unnötige Wege zu vermeiden. Drittens ist es Wunsch, das Dispatcher-Gebäude an der derzeitigen Ausfahrt zu modernisieren oder durch einen Neubau zu ersetzen. „Das steht aber alles noch in den Sternen“, sagt Sprecher Lösch. Denn die nächsten Schritte müssen unbedingt vor der Haustür des Betriebshofes gegangen werden. So ist die Trachenberger Straße noch nicht für die breiteren Stadtbahnwagen geeignet, ebenso wenig Großenhainer Straße in langen Abschnitten. „Dort muss demnächst einiges passieren“, sagt Lösch. Zuerst sollen die neuen Straßenbahnen schließlich auf den Linien 2 und 3 zum Einsatz kommen.

Von Uwe Hofmann

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