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Lokales OB Hilbert demonstriert am Samstag mit Herz statt Hetze
Dresden Lokales OB Hilbert demonstriert am Samstag mit Herz statt Hetze
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07:43 26.10.2017
Wollen am Samstag ein Zeichen gegen Rassismus setzen: Max Platz (Hope – fight racism), Thomas Russner (WHAT! - Stura der TU Dresden), Rita Kunert (Herz statt Hetze), Wolf-Georg Winkler (Erhebet eure Herzen), Moritz Stephan (Initiative D.I.S.K.O.)  Quelle: Stephan Lohse
Dresden

Während Pegida am Samstag in Dresden seinen dritten Geburtstag nachfeiern will, sind die Dresdner zeitgleich aufgerufen, für eine Stadt ohne Rassismus auf die Straße zu gehen. Die Gruppe „Herz statt Hetze“ organisiert dafür verschiedene Veranstaltungen. Auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat sein Kommen zugesagt.

Sechs verschiedene Veranstaltungen sind geplant, vom Friedensgebet über eine Demo bis hin zur Kundgebung mit Dresdner Künstlern – in der Hoffnung, dass für jeden etwas dabei ist. Die ersten Veranstaltungen beginnen um 14 Uhr, um 16 Uhr treffen sich dann alle Teilnehmer am Pirnaischen Platz, um gemeinsam zur Abschlusskundgebung auf dem Neumarkt zu laufen, wo dann auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert einige Worte an die Teilnehmer richten wird. Gegen 17.30 Uhr soll der Nachmittag dort enden, damit die Teilnehmer abreisen können, ohne mit den Pegida-Demonstranten ins Gehege zu kommen.

Organisatoren hoffen auf mehr als 3000 Dresdner

Mitorganisatorin Rita Kunert hofft auf möglichst viele Dresdner, die sich anschließen. 3000 Menschen sind angemeldet. „Wir hoffen auf mehr“, so Kunert. Neben dem Oberbürgermeister werden auch Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) und Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) auf den Bühnen stehen, genauso wie verschiedene Künstler der Stadt. Unterstützt wird die Aktion unter anderem von SPD, Linken, Grünen und den Gewerkschaften.

Den Auftakt machen ab 14 Uhr Kunst und Kultur, die auf dem Postplatz stehen werden. Hier wird sich auch erstmals die neue Initiative „D.I.S.K.O. – Die Initiative Sächsischer Kunst-Organe“ präsentieren. Die ist aktuell in Gründung, berichtet Schauspieler Moritz Stephan, und wende sich gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft. „Wir lassen uns die Stadt nicht wegnehmen“, kündigte er an. Am Samstag wolle „D.I.S.K.O.“ dafür erstmals an die Öffentlichkeit gehen.

Friedensgebet in der Frauenkirche

Zu einem Friedensgebet in die Unterkirche der Frauenkirche lädt ab 15 Uhr die Initiative „Erhebet eure Herzen“ ein. Der Zusammenschluss ehemaliger Kruzianer ist jetzt seit einem Jahr aktiv, veranstaltete mehrfach Friedensgebete in der Kreuzkirche. Nun geht es erstmals in die Frauenkirche, die für viele Mitglieder inzwischen musikalische Heimat geworden sei, so Wolf-Georg Winkler, der das Gebet mit organisiert. Man wolle mit dem Gebet dazu aufrufen, politische Meinungsunterschiede friedlich zu lösen, wolle aber auch selbst Position beziehen. Neben den ehemaligen Kruzianern werde auch einer der beiden Frauenkirchenpfarrer das Gebet mit leiten.

Kritik an fehlendem Engagement

Zudem gibt es die üblichen Protestformen. Die Partei Die Linke ruft ab 14.30 Uhr zu einer Demo gegen soziale Ungerechtigkeit vom Gomondai-Platz zum Pirnaischen Platz auf. Zudem stehen ab 15 Uhr die Gruppe „Hope – fight racism“ sowie „Dresden Nazifrei“ vor dem Polizeipräsidium auf der Schießgasse um für Antifaschismus zu demonstrieren. Dresden habe dem Protest gegen Pegida drei Jahre lang Steine in den Weg gelegt, sagt Max Platz von „Hope – fight racism“. Mit Pegida hätten sich rechtsextreme Gruppen wie die „Freie Kameradschaft Dresden“ oder die terroristische „Gruppe Freital“ erst gebildet. Hätte Dresden von Beginn an klar Position bezogen, wären diese wohl nie entstanden, klagt er an.

Der aktuelle Rechtsstreit zwischen Pegida und der Stadtverwaltung um den Altmarkt berührt die Pläne von „Herz statt Hetze“ nicht, so Kunert. Lediglich die Gruppe „Nationalismus raus aus den Köpfen“ verfolge den Streit genau. Denn egal wo Pegida aufmarschiere – die Gruppe werde wie jeden Montag in unmittelbarer Nähe protestieren.

Die Veranstaltungen auf einen Blick

14 Uhr: Postplatz
Kunst und Kultur in Zeiten des Rechtsrucks

14.30 Uhr: Jorge-Gomondai-Platz
Demonstration gegen soziale Ungerechtigkeit zum Pirnaischen Platz

15 Uhr: Schießgasse
Antifaschistische Kundgebung

15 Uhr: Frauenkirche
Friedensgebet in der Unterkirche

15.30 Uhr: voraussichtlich Theaterplatz
Protest in Hör- und Sichtweite zu Pegida

16 Uhr: Pirnaischer Platz
Treff aller bisherigen Demos und Kundgebungen, gemeinsamer Lauf zum Neumarkt

16.30 Uhr: Neumarkt
Abschlusskundgebung von „Herz statt Hetze“

Von Stephan Lohse

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