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OB Hilbert: „Dresden ist eine emotionale Stadt“

Podiumsdiskussion zum Thema Denkmäler und Erinnerungskultur OB Hilbert: „Dresden ist eine emotionale Stadt“

Dresden hat den Ruf als „dissonante“ Stadt weg. Da ist sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sicher. Dass dringend eine vernünftige Streitkultur nötig ist, sagte Hilbert am Dienstagabend im Dresdner Stadtmuseum vor rund 100 Besuchern. Anlass seiner Worte war die Podiumsdiskussion zum Thema „Denkmal der Schande – Inszenierte Tabubrüche und Erinnerungskultur“.

Trillerpfeifen kamen unter anderem bei der Eröffnung der Monument-Installation auf den Neumarkt zum Einsatz.

Quelle: dpa

Dresden.  Dresden hat den Ruf als „dissonante“ Stadt weg. Da ist sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sicher. Dass dringend eine vernünftige Streitkultur nötig ist, sagte Hilbert am Dienstagabend im Dresdner Stadtmuseum vor rund 100 Besuchern. Anlass seiner Worte war die Podiumsdiskussion zum Thema „Denkmal der Schande – Inszenierte Tabubrüche und Erinnerungskultur“ mit Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur aus Berlin und Professor Michael Stürmer, Historiker und Journalist, ebenfalls aus Berlin. Moderator Joachim Klose, Leiter des politischen Bildungsforums Sachsen, erklärte zu Beginn, dass die Bevölkerung eine Verantwortung gegenüber der Vergangenheit trage und geklärt werden solle, welche Erinnerungskultur wir brauchen.

OB Hilbert blickte also in die junge Vergangenheit der Stadt und gab zu, dass schrille Töne von Trillerpfeifen in den letzten Jahren oft in Dresden zu hören waren. Dies sei nicht überraschend, denn es handele sich um eine „emotionale Stadt“ und das sei laut Hilbert auch gut so. Man könne gern über die Vergangenheit streiten, doch nicht ohne vorher die Spielregeln zu klären, sagte er und ergänzte: „Der, der pfeift, kann nicht sprechen und der, der sich die Ohren zuhält, kann nichts hören. Einer muss den ersten Schritt machen“. Wer das sein soll, ließ er offen.

Stiftungs-Chefin Kaminsky erklärte, dass die Anforderungen an Denkmäler immer größer werden und inzwischen kaum noch zu erfüllen seien. Ginge es nach ihr, solle ein Denkmal Erinnerung und Verunsicherung hervorrufen, das würde ihr schon reichen. Denn: „Demokratie sollte ein lauter Ort sein.“

Historiker Stürmer, früherer außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, gab den Besuchern verschiedene Denkansätze, was Geschichte eigentlich sei. Man könne sich dieser nicht entledigen, genauso wie man sich nicht aussuchen könne, in welche Situation man hineingeboren werde, erklärte er.

Von den umstrittenen Denkmälern, die in jüngster Vergangenheit zeitweise auf dem Dresdner Neumarkt aufgestellt worden sind, war an diesem Abend kaum die Rede. Vielmehr wurde mit den Gästen ruhig darüber diskutiert, wie man mit Denkmälern und Geschichte umgehen sollte. OB Hilbert wünschte sich – auch im Hinblick auf den bevorstehenden 13. Februar – eine breite Diskussion in der Öffentlichkeit, wie mit dem Gedenken in der Landeshauptstadt künftig umgegangen werden sollte.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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