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Lokales Nur selten kommt es zu Straftaten in Dresdner Kleingärten
Dresden Lokales Nur selten kommt es zu Straftaten in Dresdner Kleingärten
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09:15 03.11.2018
Die Vorsitzende des Kleingartenvereins Sommerfrische Karla Händler in ihrem Garten Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Wer an einem sonnigen Morgen über den Dresdner Kleingartenpark an der Hansastraße läuft, der sieht fleißige Kleingärtner und Kleingärtnerinnen akribisch Blumen gießen oder Rosen schneiden. Fast schon idyllisch stehen über 1700 Parzellen Zaun an Zaun für einen grünen Rückzugsort in der sonst belebten Nachbarschaft. Karla Händler, Vereinsvorsitzende des Kleingartenvereins „Sommerfrische“, sieht auch keinen Anlass, wieso diese städtische Idylle ihre Ruhe und Sicherheit ausstrahlende Atmosphäre verlieren sollte: „Seit dem Zusammenschluss der 16 Kleingärten an der Hansastraße ist die Sicherheit noch größer geworden. Es wird gegenseitig aufeinander aufgepasst.“

Das Prinzip der nachbarschaftlichen Überwachung geht auf

Nur selten kommt es zu Straftaten in Dresdner Kleingärten. Das häufigste und für Händler lästigste Problem ist Vandalismus. „Wenn mal etwas passiert, dann meistens verbunden mit viel Sachbeschädigung“, bestätigt Frank Hoffmann, erster Vorsitzender des Stadtverbands Dresdner Gartenfreunde.

Insbesondere in Kleingartenvereinen engagierte Pächter haben dafür kein Verständnis. In einer sonst nachbarschaftlichen Gemeinschaft lösen mit Graffiti besprühte Lauben und blind zerstörte Zäune nur Kopfschütteln aus. In manchen der 360 Kleingartenanlagen in Dresden kommen solche Fälle häufiger vor als in anderen. „Es gibt keine Kriminalitätsschwerpunkte in unseren Anlagen, dennoch sind einzelne Anlagen regelmäßiger von Straftaten betroffen als andere“, sagt Hoffmann und nennt beispielsweise den Kleingartenverein „An der Windmühle“ in Prohlis. Dort wurde in den letzten Monaten organisiert Metall geklaut.

Dadurch, dass viele Anlagen öffentliche Gaststätten haben und zusammengelegt wurden, sind die Zauntüren meist zwar offen, doch der Sicherheit schadet das nicht. Im Gegenteil: Durch die Öffnung und den Zusammenschluss der Anlagen ist das Sicherheitsgefühl gewachsen. „Fremde, die sich zufällig verlaufen haben, werden direkt von uns angesprochen“, berichtet Händler. Sogar die Nachbarn der angrenzenden Wohnhäuser haben ein Auge darauf wer kommt und wer geht – man kennt sich eben untereinander.

Die Einbruchszahlen gehen zurück

Die nachbarschaftliche Überwachung scheint zu funktionieren: Laut polizeilicher Statistik gehen die Einbrüche in Dresdner Kleingärten kontinuierlich zurück. Wurden im Jahr 2015 noch 375 Einbrüche und Einbruchsversuche in Dresdner Gartenlauben gezählt, waren es 2017 noch 289 von der Polizei erfasste Fälle. Mit Blick auf das aktuelle Jahr wurden bis Ende August nur 95 Fälle registriert.

Meistens besteht das Diebesgut aus einfachen Wertgegenständen, die von Drogen- oder Alkoholabhängigen schnell für Geld weiterverkauft werden können, vermutet Hoffmann. „Früher haben die Leute auch noch mehr wertvolle Gegenstände in ihren Lauben aufbewahrt. Heute ist das nicht mehr so, es wird kein Fernseher mehr geschaut“, meint Händler. Trotzdem gibt es immer wieder Laubenbesitzer, die in und um ihren Garten wirklich alles im Blick haben wollen. „Einige wenige Pächter installieren Stacheldraht oder Videokameras, aber das widerspricht eigentlich unserer Vorstellung“, berichtet Hoffmann.

Gegenseitige Kontrolle findet in Kleingartenanlagen automatisch statt. Selbstverständlich wird der Garten des Gegenübers beäugt und bei auffällig nachlässiger Pflege eine Abmahnung durch den örtlichen Kleingartenverein ausgesprochen. „Nur beim Gärtnern ist es vor allem mit jüngeren Pächtern nicht immer so einfach. Aber das können die ja auch noch lernen“, schmunzelt die Kleingartenvereinsvorsitzende Händler.

Von Aaron Wörz

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