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Auto & Verkehr Nossener Brücke für eine halbe Million Euro ertüchtigt

Dresden Nossener Brücke für eine halbe Million Euro ertüchtigt

Die alte Dame Nossener Brücke muss durchhalten. Sie ist wesentlicher Teil des „westlichen Stadtrings“ und als Umleitungsstrecke für die staugeplagte Autobahn 4 unabkömmlich, wie Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz sagt. Deswegen vor allem hat die Stadt seit dem Winter eine halbe Million Euro in die Stabilisierung investiert.

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Amtsleiter Reinhard Koettnitz zeigt, was der Nossener Brücke ohne Eingriff gedroht hätte: Wegen der hohen Verkehrsbelastung bohren sich die Säulen von unten durch die Spannbetonbrücke.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Die alte Dame Nossener Brücke muss durchhalten. Rund 30 000 Autos fahren täglich über das Mitte der 1960er Jahre eröffnete Bauwerk mit seinen vier Fahrspuren. Sie ist wesentlicher Teil des „westlichen Stadtrings“ und als Umleitungsstrecke für die staugeplagte Autobahn 4 unabkömmlich, wie Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz sagt. Deswegen vor allem hat die Stadt seit dem Winter eine halbe Million Euro in die Stabilisierung der Spannbetonbögen investiert, damit die Brücke über das Kraftwerksgelände der Drewag und die Eisenbahnstrecke noch die etwa fünf Jahre bis zum geplanten Abriss durchhält.

Autofahrer werden von den Bemühungen der Stadt ab Freitag etwas merken. Dann wird auf der Nordbahn der Brücke, die dem Kraftwerk zugewandt ist, nur noch eine Fahrspur in Richtung Löbtau nutzbar sein. Auf der Südbahn der Brücke wird dagegen zusammengerückt. Dort haben Arbeiter in den letzten Wochen auf etwa 150 Metern Fuß- und Radweg zusammengelegt und so Platz für eine dritte Fahrspur geschaffen. Dort wird ab Freitag auf zwei Bahnen wie gehabt in Richtung Nürnberger Platz und auf einer dritten in Richtung Löbtau gefahren. Für alljene, die ab Freitag Richtung Ebertplatz oder weiter Richtung Freital fahren wollen, bedeutet das: frühzeitig rechts halten. Denn von der neuen Fahrspur Richtung Löbtau auf der Südbahn führt am Abzweig kein Weg von der Brücke herab.

Den Grund für die künftig unterschiedliche Belastung von Nord- und Südbahn sieht man, wenn man unter das Bauwerk tritt. Dort wurde die Südbahn auf 150 Metern mit 13 Scheiben – Wänden aus Beton mit einem Holzwiderlager – gestützt. Die Nordbahn dagegen wird – wie seit den 1960er Jahren – von schlanken Säulen getragen. Die damals übliche Konstruktion ist den heutigen Verkehrsbelastungen nicht gewachsen, wie Amtsleiter Koettnitz sagt. Er demonstriert das mit einem schmalen Stück Styropor, durch das sich langsam von unten eine Schraube bohrt. Ähnliches hätte der Nossener Brücke gedroht, hätte man nicht eingegriffen, sagt Koettnitz. Die einzige Alternative, die Sperrung je einer Fahrspur pro Richtung, hätte den Verkehrskollaps bedeutet und schied deshalb aus den Überlegungen aus.

Herausgeschmissenes Geld ist die Ertüchtigung der Südbahn trotz des geplanten Abrisses nicht, wie der Amtsleiter betont. „Das hätte in der Bauzeit ohnehin passieren müssen“, sagt Koettnitz. Geplant ist es, die Nossener Brücke im Zuge des Stadtbahn-2020-Projekts durch einen Neubau zu ersetzen, der dann auch die Straßenbahn aufnehmen kann. Dafür will man ohnehin zuerst die Nordbahn abgerissen und den gesamten Verkehr auf die Südbahn legen. Anschließend soll die neue Nordbahn der Brücke als einzige Verbindung dienen, während die Südbahn abgerissen und neu aufgebaut wird. Unklar ist, wann das passiert. Die Unterlagen für die Planfesteststellung werden bis Jahresende zusammengestellt und dann eingereicht. Bei günstigem Verfahrensverlauf könnte der Baustart 2021, eher 2022 liegen.

Von Uwe Hofmann

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