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Lokales Nordic Hotel in Dresden könnte Asylbewerberheim werden – Die Stadt hält sich bedeckt
Dresden Lokales Nordic Hotel in Dresden könnte Asylbewerberheim werden – Die Stadt hält sich bedeckt
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17:48 09.09.2015
Symbolfoto Quelle: dpa
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Dessen Referent bestätigte, dass das Objekt derzeit auf eine Eignung geprüft werde. Derzeit würden „bauplanungsrechtliche und brandschutztechnische Fragestellungen“ geklärt.

Aus der Anfrage ergab sich auch, dass das Hotelgebäude in Pappritz, ganz in der Nähe des Fernsehturms, nur eines von vielen Objekten im gesamten Dresdner Stadtgebiet ist, das derzeit untersucht werde. Rund 30 Gebäude seien in den vergangenen Wochen einer näheren Betrachtung unterzogen worden. 15 davon seien tatsächlich für die Unterbringung von Asylbewerbern geeignet. Welche Objekte konkret in Betracht kommen, will das Büro des Sozialbürgermeisters noch nicht mitteilen. Stattdessen sollen die Standorte, die das Rennen machen, am 28. Oktober in einer Pressekonferenz gebündelt der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Danach seien „Kommunikationsrunden mit der Bürgerschaft am Runden Tisch Asyl, ausführliche Erörterungen in den Ortsbeiräten, eine zentrale Veranstaltung im Sinne eines Bürgerdialoges sowie später Tage-der-offenen-Tür in den jeweiligen neuen Einrichtungen“, geplant. Standorte, die nicht abschließend geprüft worden sind, sollen nicht vorzeitig öffentlich kommuniziert werden.

Daniela Walter (CDU), Ortsvorsteherin in Schönfeld Weißig, prangert die mangelnde Informationspolitik der Stadtverwaltung an: „Die frühzeitige Information der Pappritzer über die Prüfung des Pappritzer Hofes als denkbarer Standort wäre gerade bei einem derart diffizilem Thema wichtig gewesen. Die Pappritzer Bürger haben sich von 2005 bis 2008 gemeinsam in dem Projekt „Pappritz bleibt bunt“ gegen Großveranstaltungen der rechtsextremen NPD-Szene engagiert. Gerade deshalb wäre ein frühzeitiges Einbeziehen der Bevölkerung sinnvoll gewesen“, erklärt Walter, die aufgrund aufkommender Gerüchte bereits in der vergangenen Woche eine schriftliche Stellungnahme an die Stadt gerichtet hat.

Eines ist sicher: Dresden braucht zusätzlichen Platz für Asylbewerber und der wird sich nicht alleine in einem Objekt finden lassen. Nach Angaben der Verwaltung werden bis Ende 2016 mindestens 1000 zusätzliche Plätze in Übergangswohnheimen und 1300 Plätze in Wohnungen benötigt, um dem Andrang Herr zu werden.

So erinnert die Situation in Pappritz an das Spreehotel in Bautzen, das seit den Sommermonaten in gutbürgerlicher Lage 150 Plätze für Asylbewerber bereitstellt. Die Angst vor den „Fremden“ ist groß. Im Vorfeld der Eröffnung hat es große Diskussionen gegeben. Heute zeigt sich, dass die Gefahr, die von dem Heim ausgeht mehr als relativ einzuschätzen ist.

„Es ist noch zu früh, um eine abschließende Bewertung abzugeben, aber noch können durch das Heim keine nennenswerten Auswirkungen auf die Kriminalität in der Stadt Bautzen festgestellt werden“, teilt Polizeisprecher Thomas Knaup mit. Man müsse ganz klar zwischen Sachverhalten, die innerhalb und außerhalb des Heimes geschehen, trennen. Im Heim selber käme es relativ häufig zu Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen ethnischen Gruppen oft sei auch Alkohol im Spiel, so Knaup.

Hinweis der Redaktion: Das ursprünglich abgebildete Foto zeigt zwar ein Gebäude des Ensembles "Pappritzer Hof", nicht jedoch das betroffene Hotel. Wir bitten um Entschuldigung.

Hauke Heuer

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