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Lokales Buchsbaumzünsler - Noch keine Entwarnung für dieses Jahr
Dresden Lokales Buchsbaumzünsler - Noch keine Entwarnung für dieses Jahr
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10:00 12.09.2018
Buchsbaumzünsler. Quelle: LfULG
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Dresden

Gerade fressen sich die Raupen des Buchsbaumzünslers wieder an den Blättern des beliebten immergrünen Gehölzes satt. „Die aktuelle Generation ist in ihrer Schadwirkung stärker als die vorherige. Das war zu erwarten, da sich von Generation zu Generation die Zahl der Tiere mehr als verzehnfacht“, so die Einschätzung von Dr. Alfred Trapp, Pflanzenschutzexperte des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden-Pillnitz.

Raupe des Buchsbaumzünslers beim Fressen. Quelle: LfULG

Im Moment Raupen von 1 bis 5 cm Länge

„Buchsbüsche, welche in der vergangenen Generation – das heißt in der Mitte des Sommers – nur gering von einzelnen Raupen im Inneren des Busches befallen waren, sind jetzt massiv geschädigt, da sich der Raupenfraß nun auf die äußeren Triebe verlagert hat und wesentlich mehr Raupen fressen“, so Alfred Trapp. „Im Moment haben wir Raupen von einem bis 5 cm Länge.“

Verpuppung dauert nur eine Woche

Aber ob sich die kleinen Raupen jetzt einspinnen und so überwintern, das lasse sich noch nicht sagen. „Denn die Verpuppung dauert ja nur eine Woche, und so ist es durchaus möglich, dass zum Herbstanfang erneut Falter fliegen. Ist es im Herbst warm, könnte es ein weiteres Mal in diesem Jahr einen Raupenfraß geben“, so Trapp. Noch keine Entwarnung also für Buchsbaumbesitzer.

Der Buchsbaumzünsler ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling. Die Raupen ernähren sich von den Blättern des Buchsbaumes. Quelle: LfULG

Umgehend handeln und Raupen bekämpfen

Wer seine mühevoll aufgezogenen Hecken und Formgehölze erhalten will, muss handeln. Kleinere Gehölze könnte man mit Insektenschutznetzen umhüllen. Aber da es mehrere Generationen des Insektes im Jahr gibt, müssten die Netze (außer im Winter) wahrscheinlich dauerhaft verwendet werden. Und das sieht nicht so schön aus. Bleiben noch Absammeln der Raupen und Ausschneiden von Gespinsten und eingesponnenen Kokons. Das ist sehr mühsam und bei Hecken nicht praktikabel.

Mehrere zugelassene biologische Insektizide

Oder man greift doch zu einem biologischen Insektizid. „Zur Bekämpfung im Haus- und Kleingarten gibt es im Fachhandel zugelassene, bienenungefährliche Pflanzenschutzmittel mit den biologischen Wirkstoffen Azadirachtin (z.B.: Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei Neem, CELAFLOR Schädlingsfrei Neem, COMPO BIO Insekten-frei Neem, Naturen Bio Schädlingsfrei Neem) und Bacillus thuringiensis (z.B.: Dipel ES, Universal-Raupenfrei Lizetan, Lizetan Buchsbaumzünslerfrei). Diese Mittel wirken ausschließlich gegen die Raupen“, so Alfred Trapp.

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Auch größere Raupen können erfolgreich bekämpft werden

Jüngste Versuche hätten wieder gezeigt, „dass auch größere Raupen erfolgreich bekämpft werden können“. Wichtig sei eine gründliche Benetzung der Blätter. „Mit feiner Düse sprühen, so dass keine Tropfen ablaufen und nach dem Antrocknen des Spritzbelags Behandlung wiederholen, damit ausreichend Wirkstoff angelagert werden kann. Die Behandlung sollte umgehend erfolgen.“

Behandlung eventuell nach 10 bis 14 Tagen wiederholen

Seien lebende Raupen verblieben, müsse die Behandlung nach 10 bis 14 Tagen wiederholt werden, betont Alfred Trapp. „Im nächsten Frühjahr nach Beginn der Aktivität der überwinternden Raupen oder nach Schlupf der nächsten Generation wieder behandeln.“

Bekämpfung der Falter ist nicht möglich

„Wäre es nicht besser, die Falter zu bekämpfen?“, wollte ein DNN-Leser wissen. „Nein, eine direkte Bekämpfung der Falter, die nur ein bis zwei Wochen leben, ist nicht möglich. Da müsste man ja die Falter direkt besprühen. Wie sollte man die treffen? Und auch ein Kontaktinsektizid, dass die Falter evtl. über ihre kleinen Füßchen aufnehmen, macht auch keinen Sinn“, so die Antwort des Pillnitzer Pflanzenschutzfachmannes.

Befallsbeginn - Schabefraß und zusammengesponnene Blätter. Quelle: LfULG

Schabefraß an äußeren Blättern des Buchsbaumes ist Indiz für Befall

Wichtig sei, sagt Trapp, den Befall eines Buchsbaumzünslers so früh wie möglich zu erkennen. Dazu muss man wissen, dass die Falter ihre Eier bevorzugt an den äußeren Blättern der Buchsbäume ablegen. „Die Jungraupen wandern dann ins Innere der Büsche.“ Vorher würden sie jedoch einen Schabefraß an den Blättern verursachen und mehrere Blätter zusammenspinnen.“ So könne ein aufmerksamer Hobbygärtner einen Buchsbaumzünslerbefall rechtzeitig erkennen.

Pheromonfallen signalisieren zudem, wann die Falter wieder fliegen. Ausreichend bekämpfen könne man die Falter damit nicht, betont Trapp. Denn auch wenn männliche Tiere in die Falle fliegen oder auf ihr kleben bleiben – „sie können ja vorher die Weibchen schon befruchtet haben“.

Von Catrin Steinbach

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