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Lokales Neun Monate Bewährung für Angriff auf ehrlichen Finder
Dresden Lokales Neun Monate Bewährung für Angriff auf ehrlichen Finder
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12:35 24.10.2017
Hiebe statt Danke: Angeklagter schlägt 17-Jährigen zu Boden Quelle: dpa
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Dresden

Neun Monate, zur Bewährung ausgesetzt, und 600 Euro Schmerzensgeld, Sebastian H. schluckte doch, als er das Urteil hörte. Der 29-Jährige war am Ende der Verhandlung im Amtsgericht sehr kleinlaut, im Gegensatz zum Prozessauftakt, wo er sich ziemlich siegessicher gab. Motto: mir kann keiner. Doch, man kann. Und er hat sich die Strafe auch redlich verdient. Was sich der junge Mann geleistet hat, war nicht nur dumm, sondern richtig übel. Statt dem ehrlichen Findern seines Telefon zu danken, setzte es Hiebe.

Sebastian H. hatte nach einem Fußballspiel, und reichlich Bier danach, sein Handy auf einer Bank der Haltestelle Strehlener Platz liegenlassen. Alec S. und seine Freunde fanden das Telefon. Obwohl es spät am Abend war und sie müde waren – die Abiturienten hatten nebenbei ein bisschen gejobbt und wollten nach Hause – kümmerten sie sich. „Wir haben Kontaktdaten angerufen, um irgendwie an den Besitzer zu kommen und einen Freund erreicht, der mit Sebastian unterwegs war. Er wollte das Telefon abholen, also warteten wir“, erzählte Alec S. Als die Freundin des Angeklagten anrief, erklärten sie ihr die Situation und schickten ein Foto von sich.

Nach etwa einer Stunde stiegen Sebastian H. und zwei Kumpels aus dem Bus. Der Angeklagte war auf Krawall gebürstet. Nachdem der 17-Jährige das Handy übergeben hatte, bekam er einen Faustschlag ins Gesicht und ging mit blutender Nase zu Boden. „Ich war wütend, weil der Typ meine Freunde angerufen und meiner Freundin das Bild geschickt hat“, erklärte Sebastian H. das unfreundliche Dankeschön. Wie hätten die Schüler denn sonst herausfinden sollen, wem das Handy gehört? Andere hätten es vielleicht liegenlassen oder eingesteckt.

Die Begleiter des Angeklagten mischten aus lauter Sympathie auch noch mit, einer hielt einen Freund von Alec S. fest und verpassten ihm eine Kopfnuss. Als der dann flüchtete, warf ihm Sebastian H. noch eine Bierflasche hinterher, die den jungen Mann aber verfehlte.

Den Faustschlag, auch wenn es für ihn nur eine „Klatsche“ war, räumte der 29-Jährige ein und entschuldigte sich „charmant“ bei dem 17-Jährigen: „Tut mir leid, du kannst mich aber angucken, wenn ich mit dir rede.“ Den Flaschenwurf bestritt der Angeklagte vehement. Allerdings haben den Wurf mehrere Zeugen gesehen.

Seine Begleiter von damals wiegelten ab und redeten sich vor Gericht um Kopf und Kragen, da könnte vielleicht noch etwas nachkommen.

Von Monika Löffler

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