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Neues Pauschalreiserecht kommt: Kritik auch aus Dresden

„Bürokratiemonster“ Neues Pauschalreiserecht kommt: Kritik auch aus Dresden

Im Sommer 2018 soll die neue EU-Pauschalreise-Richtlinie auch in Deutschland umgesetzt werden. So hat es der Bundestag beschlossen. Auch Dresdner Reisebüros hatten sich im Vorfeld gegen die Neuregelung ausgesprochen. „Ich bin stinksauer“, sagt Thomas Oczadly, Vorsitzender des Dresdner Reisebüros e.V.

Die Preise für Pauschalreisen können wegen gestiegener Kosten z. B. für Kerosin bis zu 20 Tage vor Reiseantritt um 8 Prozent angehoben werden.
 

Quelle: dpa

Dresden.  Im Sommer 2018 soll die neue EU-Pauschalreise-Richtlinie auch in Deutschland umgesetzt werden. So hat es der Bundestag am vergangenen Freitag beschlossen. Auch Dresdner Reisebüros hatten sich im Vorfeld gegen die Neuregelung ausgesprochen. „Ich bin stinksauer“, sagt Thomas Oczadly, Vorsitzender des Dresdner Reisebüros e.V.

„Ein Großteil der Dresdner Reisebüros wird die Gesetzänderung mit erheblichem finanziellen und bürokratischen Aufwand meistern, aber einige werden sicher auf der Strecke bleiben“, prognostiziert der Inhaber des TUI ReiseCenters an der Wallstraße. Auch der Bundestagsabgeordnete Klaus Brämig aus Pirna sprach sich mit den Worten „industrienah, mittelstandsgefährdend und verbraucherschutzfeindlich“ gegen die Gesetzesänderung aus.

Thomas Oczadly im Dezember 2016 mit Unterschriften, die er gegen die Gesetzesänderung gesammelt hatte

Thomas Oczadly im Dezember 2016 mit Unterschriften, die er gegen die Gesetzesänderung gesammelt hatte.

Quelle: fs

Der erhöhte Aufwand für die Reisebüros entsteht vor allem bei der Vermittlung verbundener Reiseleisten – Flug, Unterkunft, Mietauto und Co. werden nach dem Baukastenprinzip bei verschiedenen Anbietern gebucht. Die ursprüngliche Idee, Reisebüros künftig wie Pauschalreiseveranstalter für diese Einzelleistungen haftbar zu machen, ist zur Erleichterung vieler kleiner und mittelständiger Reisebüros nicht umgesetzt worden.

Der Verbraucher selbst ist bei der Buchung solcher Baukastenleistungen künftig zwar besser geschützt, die neue Richtlinie hat aber auch für ihn Nachteile. Die Preise für Pauschalreisen können wegen gestiegener Kosten z. B. für Kerosin bis zu 20 Tage vor Reiseantritt um 8 Prozent angehoben werden (bisher waren es 5 Prozent). Ferienhäuser und Tagesreisen bis zu einem Preis von 500 Euro sind künftig nicht mehr im Reiserechtsschutz enthalten. Dafür können Urlaubsmängel ab Sommer 2018 bis zu zwei Jahre nach der Reise geltend gemacht werden.

Als nächsten Schritt wollen sich die Dresdner Reisebüros gemeinsam mit den einschlägigen Verbänden an die Ministerpräsidenten wenden, um möglicherweise den Bundesrat zu einer negativen Bewertung der Gesetzesänderung zu bewegen. Es ist ein Strohhalm, an den sich die Reisebüros klammern. Ansonsten wolle man sich auf eine mögliche Gesetzesnovelle im Jahr 2019 vorbereiten. „Wir müssen uns dieser Sache stellen. Ich bin sehr gespannt, wie vor allem die Online-Mitbewerber dieses Bürokratiemonster bewältigen werden“, so Oczadly.

Von Franziska Schmieder

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