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Lokales Neues Online-Projekt erfasst hunderte Überwachungskameras in Dresden
Dresden Lokales Neues Online-Projekt erfasst hunderte Überwachungskameras in Dresden
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16:36 18.08.2016
„Surveillance under Surveillance“ soll weltweit die Bevölkerung über das Thema Überwachung aufklären. Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

Mit „Surveillance under Surveillance“ startet ein Projekt, mit dem Ziel weltweit die Bevölkerung über das Thema Überwachung aufzuklären. Mittels einer interaktiven Karte wurden sämtliche Standorte von Überwachungskameras festgehalten. Auch für Dresden sind bereits über 250 vermerkt.

Der hohe Einsatz von Überwachungskameras im öffentlichen Raum und die damit verbundene dauerhafte Beobachtung bewegten Initiator Max Kamba dazu, das Projekt ins Leben zu rufen. Mit „Surveillance under Surveillance“ (zu dt. Überwachung unter Überwachung) soll jetzt eine interaktive Karte entstehen, auf der weltweit die Standorte von Überwachungskameras eingezeichnet werden. Und damit nicht genug: zusätzlich wird durch Icons ersichtlich, ob es sich um klassische Kameras oder um sogenannte Dome-Kameras handelt, die im 360-Grad-Winkel filmen können. Gezeigt wird auch, ob vor Ort ein öffentlicher, privater oder Indoor-Bereich überwacht wird. Dadurch soll ein größeres Bewusstsein für die zunehmende Beobachtung erreicht werden.

Damit die Karte fortlaufend erweitert und verbessert werden kann, wird auf der Website ans Mitmachen appelliert. So kann jeder, der einen Openstreetmap-Account hat, dabei helfen, weitere Kameras zu erfassen und die Karte zu präzisieren. Dadurch konnten in Berlin und Hannover schon jeweils weit über 1.000 Kamera-Standorte registriert werden. Auch in Dresden sind bereits über 250 Kameras erfasst worden – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Eine konkrete Obergrenze, die bestimmt, wie viele Überwachungskameras an bestimmten Orten stehen dürfen, gibt es für Sachsen nicht. Großen Anteil habe wohl das Videografieren nicht-öffentlicher Stellen durch verschiedene private Betreiber zumeist zum Schutz privaten Eigentums. Polizeiliche Videoüberwachung im öffentlichen Raum erfolge in Dresden und Leipzig dagegen an wenigen Kriminalitätsschwerpunkten, wie Andreas Schneider, Sprecher des Sächsischen Datenschutzbeauftragten, Andreas Schurig, mitteilte. Das Bundesverfassungsgericht wies schon in mehreren Entscheidungen darauf hin, dass bereits durch entsprechende warnende Beschilderungen persönlichkeitsrechtlich relevante Verhaltensänderungen bei Einzelnen bewirkt werden, so Schneider. Denn so könne allein die Sorge, videografiert zu werden, jemanden von der Wahrnehmung seiner Rechte und Freiheiten abhalten. Das beträfe zum Beispiel die Versammlungsfreiheit oder aber das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Aus Gründen wie diesen, soll durch „Surveillance under Surveillance“ nun die Möglichkeit gegeben werden, einen größeren Überblick in der Überwachung zu erhalten. „Das Projekt ist nicht nur beachtlich in dem Sinne, dass es sich gegen Überwachung richtet, nach meiner Überzeugung ist es auch - eine entsprechende Informationsdichte vorausgesetzt - aufschlussreich und informativ“, findet Schneider.

Alle Informationen über „Surveillance under Surveillance“ unter https://kamba4.crux.uberspace.de/

Von Marie Zoe Vanherpe

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