Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Neues Neumarkt-Denkmal wird eröffnet – Polizeischutz gegen Pegida
Dresden Lokales Neues Neumarkt-Denkmal wird eröffnet – Polizeischutz gegen Pegida
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:37 25.04.2017
Auf dem Dresdner Neumarkt fallen am Dienstag die Gerüste am „Denkmal für den permanenten Neuanfang“. Quelle: DNN
Anzeige
Dresden

Auf dem Dresdner Neumarkt fallen am Dienstag die Gerüste am „Denkmal für den permanenten Neuanfang“. Um 16 Uhr wird das Werk des Künstlerduos Heike Mutter und Ulrich Genth von Kulturbürgermeisterin Annekathrin Klepsch (Linke) offiziell eröffnet. Das durchaus streitbare Werk soll zwei Jahre lang stehen bleiben.

Die Skulptur besteht aus einer hautfarbenen, ausgefahrenen Hebebühne mit perforierter Bronzekugel, die sich an Originalen aus Elfenbein, wie sie in den Staatlichen Kunstsammlungen zu finden sind, orientieren. An der Kugel ist ein Abguss des rechten Arms mit Hammer der „Trümmerfrau“ montiert. Dieser soll künftig in unregelmäßigen Abständen auf die Kugel schlagen. „Mit den Standbildern von Martin Luther und Kurfürst Friedrich August II. bildet das ’Denkmal für den permanenten Neuanfang ein Dreieck“, sagt Manfred Wiemer, Leiter des Amtes für Kultur und Denkmalschutz. „Das hat etwas sehr Ironisches.“

Die Hamburger Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth setzen nun das im Jahr 2011 von der Kunstkommission vorgeschlagene „Denkmal für den permanenten Neuanfang“ in die Realität um. Ab dem 25. April soll die 7,46 Meter hohe Skulptur des Künstlerduos auf dem Dresdner Neumarkt stehen.

Für die Ironie ist aber nicht jeder empfänglich. Wie schon bei den „Monument“-Bussen, die wenige Meter entfernt standen, formierte sich auch gegen das neue Werk schnell Protest. Schon zum Start des Aufbaus am Mittwoch waren die ersten Gegner vor Ort, die per Megafon ihren Unmut kund taten und dabei auch Bratpfannen, Töpfe und Zangen zurück ließen. Ulrich Genth hat sie liegenlassen.

Polizeischutz am Montagabend

Am Montagabend erhielt das neue Denkmal Polizeischutz. Vor und nach der Pegida-Demonstration zeigten die Beamten Präsenz. Und tatsächlich erhielt Genth, der zusammen mit einem Mitarbeiter noch vor Ort arbeitete, schnell Gesellschaft. Schon halb sechs standen die ersten unzufriedenen älteren Herren vor dem Bauzaun. „Kunst kommt von Können, aber das haben Sie nicht drauf“, schallt es dem Wahlhamburger entgegen.

Auf dem Dresdner Neumarkt fallen am Dienstag die Gerüste am „Denkmal für den permanenten Neuanfang“. Um 16 Uhr wird das Werk offiziell eröffnet. Den Vorabend nutzten einige ältere Menschen noch einmal, um sich vor Ort zu beschweren.

„Das stört mich nicht“, meint der Künstler entspannt. Zum Start am Mittwoch sei die Lage beklemmender gewesen. Neben seiner Arbeit an der Hebebühne nimmt er sich immer wieder kurz Zeit, das Werk zu erklären. Mit denen, die nicht komplett abblocken, diskutiere er gerne, sagt Genth.

Gegen 18 Uhr wächst die Menge ältere Leute an, so dass die Polizei kurz einschreitet und Position vor der Hebebühne bezieht. Nun wird es auch lauter auf dem Neumarkt. Von „Schmarotzern“ und „Kanacken“ ist die Rede, wie so oft von „Schrott“ und dass man ja nicht gefragt worden sei. Er müsste dafür lange arbeiten, meint ein Rentner zu den Kosten von rund 60.000 Euro, die die Stadt für das Denkmal ausgibt.

Im Vergleich zum Vorabend der „Monument“-Busse bleibt es aber ruhig. Schlimme verbale Ausfälle unterbleiben auch nach Ende der Pegida-Demo. Da sammeln sich noch einmal einige Dutzend Pegida-Anhänger kurz auf dem Neumarkt. „Schande“ brüllen sie jetzt und „Hilbert muss weg“. Die Polizei muss aber nicht eingreifen. Nach einigen Minuten zerstreut sich die Menge wieder. Auch die Polizei kann abrücken.

Von DNN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auch dieses Jahr können wieder Tausende begeisterte Skater in den Abendstunden durch die Stadt rollen. Am Freitag startet das Dresdner Nachskaten mit einer Schnupperrunde in seine bereits 20. Saison. Angesichts der schwierigen finanziellen Situation und fehlender Förderung durch die Kommune eine freudige Botschaft für alle Skating-Fans.

25.04.2017

Im Rahmen der Initiative„Tafelgärten“ gärtnern auf dem Gelände des Kleingartenvereins Ostragehege aktuell 24 Langzeitarbeitslose und Asylbewerber. Unter Anleitung pflanzen sie Obst und Gemüse für die Dresdner Tafel. Seit zwei Jahren existiert das Pilotprojekt nahe der Messe.

25.04.2017

Andrej K. ist sehr penibel, wenn es um seine sieben Sachen geht. Seine Lederhandschuhe, die er bei seinen Raubzügen trug und die man als Tatmittel konfisziert hatte, will er wiederhaben. Mit dem Eigentum anderer ist er großzügiger. Nun muss der Seriendieb für drei Jahre ins Gefängnis.

25.04.2017
Anzeige