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Neues Leben in altem Bahnhof

Familie Probst rettet denkmalgeschütztes Gebäudeensemble in Dresden-Klotzsche Neues Leben in altem Bahnhof

In Klotzsche eröffnete das Vorwerk Podemus am Donnerstagmorgen seinen 11. Biomarkt. Das Besondere daran: Das Geschäft befindet sich im historischen „neuen“ Bahnhof. Dieser war viele Jahre dem Verfall preisgegeben. Familie Probst hat ihn saniert.

Vor der Eröffnung des Biomarktes im historischen Bahnhofsgebäude hatte sich eine lange Schlange gebildet.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. In Klotzsche eröffnete das Vorwerk Podemus am Donnerstagmorgen seinen 11. Biomarkt. Das Besondere daran: Das Geschäft befindet sich im historischen „neuen“ Bahnhof. Dieser war viele Jahre dem Verfall preisgegeben. Familie Probst hat ihn saniert. Jetzt ist er „schöner denn je“, wie eine Einwohnerin aus Klotzsche schwärmte.

Viele Einwohner aus dem Stadtteil waren zur Eröffnung gekommen. Die ersten in der Schlange brachten einen großen Blumenstrauß mit, den sie Gerhard und Bernhard Probst überreichten. Es waren die Vertreter der Familien, die an der Straße Zur Neuen Brücke wohnen, in der sich auch der Bahnhof befindet. Sie alle sind froh, dass aus dem Schandfleck ein Schmuckstück geworden ist und wollten den beiden Brüdern persönlich ihren Dank und Anerkennung aussprechen.

„Es ist der einzige Dresdner Bahnhof, der ohne öffentliche Mittel saniert wurde“, sagt Bauherr Gerhard Probst später, als das Band am Eingang durchgeschnitten ist und die Menschen den Markt gestürmt haben, nicht ohne Stolz. Als großer Eisenbahnfan freut sich besonders, das hier wieder Leben eingekehrt ist, Reisende nicht „in einer vandalismusresistenten öden Halle“ auf Bus und Bahn warten müssen. „Ob man Leute bewegen kann, mit Bus und Bahn zu fahren, hat ganz viel mit der Gestaltung von Räumen zu tun“, ist er überzeugt.

Die Lage für den Klotzscher Bahnhof schien lange hoffnungslos. Es gab zwar mehrere Pläne hinsichtlich der Nutzung, die aber aus unterschiedlichen Gründen nie Wirklichkeit wurden. Schließlich kaufte Familie Probst das aus dem alten und dem neuen Bahnhof bestehende Gebäudeensemble mit umliegendem Grundstück. Mit unglaublichem Mut, großer Begeisterung und dem Willen, von der Substanz der alten, geschichtsträchtigen Gebäude so viel zu erhalten wie möglich – über die Auflagen der Denkmalpflege hinaus – gingen Gerhard Probst und sein Bruder, der Bio-Landwirt Bernhard Probst, die Sanierung an. Mit einer Investitionssumme von über einer Million Euro ist es für die Familie ein Mammutprojekt. Es hielt, der alten Gebäudesubstanz geschuldet, viele unliebsame Überraschungen parat.

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Jahrzehnte war das historische Bahnhofsensemble in Dresden-Klotzsche dem Verfall preisgegeben. Jetzt ist neues Leben eingekehrt. Hier sehen Sie Fotos aus der Geschichte des Bahnhofes und von der Eröffnung des Biomarktes des Vorwerks Podemus.

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Doch nun ist – bis auf Restarbeiten – der 1908 unter Jugendstileinfluss errichtete „neue“ Bahnhof fertig. Auf 500 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet das Vorwerk Podemus von Bernhard Probst das volle Biosortiment – von selbst hergestellten Fleisch- und Wurstwaren über frische Backwaren, Käse, Obst und Gemüse bis hin zu eigenen Kartoffeln, Naundorfer Eiern, Naturkosmetik und vielem anderen mehr. Zudem gibt es ein Bistro, das an die gastronomische Tradition des Bahnhofes anknüpft. Im kommenden Jahr will Bernhard Probst noch Freiplätze auf dem Bahnsteig schaffen.

Wer aufmerksam durch den Bahnhof geht, kann Spuren der Geschichte entdecken: wiederhergestellte Gewölbedecken, erhaltene Teile eines Fußbodenfrieses, alte Beschriftungen... Ein Blickfang ist das weitestgehend detailgetreu nachgebaute Jugendstilportal. Bezug auf die Geschichte des Bahnhofes nehmen auch auf Tafeln aufgedruckte Zitate im Bistro.

Noch gebaut wird am 1873 als Haltepunkt Dresden-Klotzsche errichteten alten Bahnhof. In diesem befinden sich eine Wohnung und Läden im Erdgeschoss. Kommende Woche eröffnet ein nicht alltägliches Spielzeuggeschäft. Zudem sollen Mode und kreative Kurse angeboten werden. Weitere Etappen sind die Eröffnung einer Car-Sharing-Station auf dem Gelände und die Fertigstellung des Parkplatzes. Doch letzteres ist abhängig vom Fortschritt der Bauarbeiten der Deutschen Bahn in unmittelbarer Nachbarschaft.

Von Catrin Steinbach

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