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Lokales Neues Grabmal für ehemaligen Oberbürgermeister Rudolf Friedrichs auf dem evangelischen Waldfriedhof
Dresden Lokales Neues Grabmal für ehemaligen Oberbürgermeister Rudolf Friedrichs auf dem evangelischen Waldfriedhof
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17:37 09.09.2015
Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), SPD-Fraktionschef Peter Lames und Steinmetz Thomas Häsler bei der Enthüllung des Grabsteins. Quelle: Christian Juppe
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1980 war sie auf Beschluss der SED von dort umgebettet worden in einen Ehrenhain auf dem städtischen Heidefriedhof.

2012 hatte der Stadtrat auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, das Andenken von Dr. Rudolf Friedrichs, seit 1946 Ehrenbürger Dresdens, wieder öffentlich zu bewahren. Die 1971 gebaute, zunächst nach ihm benannte neue Elbbrücke war 1991 in Carolabrücke umbenannt worden.

Heute erinnert nur noch eine relativ versteckt unterhalb der Brücke angebrachte Plakette daran. Auch das Königsufer, seit 1947 Dr.-Rudolf-Friedrichs-Ufer, war damals rückbenannt worden. Seither trägt weder eine Straße noch ein Platz in der sächsischen Landeshauptstadt seinen Namen. In Radebeul und Radeberg hingegen gibt es Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straßen.

Diese Umbenennungen seien womöglich mit der Vereinnahmung durch die SED zu erklären, sagt SPD-Fraktionschef Peter Lames. "Doch mit Blick auf neue Forschungsergebnisse wird deutlich, dass die vollkommene Streichung des Namens aus dem Dresdner Stadtbild dem Leben und Wirken Dr. Rudolf Friedrichs' einfach nicht gerecht wird. Seine Rolle bei der Gründung der Einheitspartei SED, die geprägt war von seinen Erfahrungen aus der Zeit vor 1933, bleibt kritisch, doch emanzipierte er sich rasch. Insbesondere sein Einsatz für die Deutsche Einheit gegen den Willen der Besatzungsmacht verdient Respekt."

Die restaurierte Fassung des Grabsteins aus Thüringer Muschelkalk mit Porträtrelief schuf Steinmetz Thomas Häsler aus Bühlau. Die Stadt Dresden finanzierte das mit rund 4600 Euro.

Rudolf Friedrichs, der aus Plauen im Vogtland stammt, war als Siebenjähriger mit seiner Familie nach Dresden gezogen. Als Oberschüler besuchte er die Kreuzschule, wo er 1913 sein Abitur ablegte. Als Ende Juli 1914 der Erste Weltkrieg begann, meldete er sich als Freiwilliger.

1922 trat der promovierte Jurist, der in Leipzig studiert hatte, in die SPD ein. Er war in der inneren Verwaltung Sachsens in Dresden tätig und von 1927 an SPD-Stadtrat. 1933 verlor er seine Ämter als Regierungsrat und Stadtrat, zog sich ins Privatleben zurück und arbeitete als juristischer Berater. 1945 ernannte ihn der sowjetische Stadtkommandant zum Oberbürgermeister, die Besatzungsmacht wenig später zum sächsischen Ministerpräsidenten. Im Oktober 1946 bildete er ein Kabinett mit allen demokratischen Parteien. Noch im selben Jahr wurde die sächsische Verfassung verabschiedet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.09.2014

Tomas Gärtner

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