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Lokales Neuer Tourismus-Chef startet ab 1. Oktober
Dresden Lokales Neuer Tourismus-Chef startet ab 1. Oktober
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06:00 29.09.2018
Jürgen Amann will vor allem mehr Kongresse nach Dresden holen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Dass Dresdens neuer Tourismus-Chef kein Sachse ist, hört man sofort. Jürgen Amann stammt aus Bayern, dem oberbayrischen Ingolstadt, um genau zu sein. Seit 2007 hat er für die dortige Tourismus und Kongress GmbH gearbeitet. Ab kommenden Montag verantwortet der 46-Jährige als Geschäftsführer der Dresden Marketing GmbH (DMG) die Werbung für Dresden und das angrenzende Elbland.

Wissenschafts- und Wirtschaftsmarketing stehen ganz oben auf Jürgen Amanns Agenda. Da kommen die drei frisch bewilligten Exzellenz-Cluster an der TU Dresden gerade recht. Amann will deutlich mehr Kongresse in die Stadt holen. Wie positiv ein solcher Kongress die Wahrnehmung beeinflussen kann, hat Amann im August selbst beim Dresdner Trainerkongress des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer erlebt. Der Ingolstädter ist nämlich passionierter Jugendtrainer mit DFB-C-Lizenz. Doch um den Fußball-Nachwuchs wird er sich in den kommenden Monaten kaum kümmern können – zu viel Arbeit steht an.

Durch große Kongresse könnten zudem gleich zwei weitere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: mehr internationale Gäste in die Stadt zu locken – derzeit kommen rund 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland –, und die Besucher zu einem längeren Aufenthalt als den bisherigen zwei Tagen zu animieren. Potenzial sieht Amann vor allem bei den tschechischen und polnischen Nachbarn. Um eine längere Verweildauer zu erreichen, ist laut Amann auch das Umland mit seinen „kleinen unentdeckten Schätzen“ wertvoll – nicht nur zu Weihnachtszeit. Dazu werde er zunächst mit allen „Stakeholdern“, also Partnern, Interessenten und Betroffenen, sprechen – „es sind schon viele Termine vereinbart“. Außerdem plant der Ingolstädter, die DMG als Dienstleister zu etablieren, der externe Veranstalter bei der Planung von Tagungen unterstützt.

Elbe und Donau – ein Fluss ist das verbindende Element zwischen Jürgen Amanns (r.) alter und neuer Heimat. Amann tritt die Nachfolge von Bettina Bunge und Stadtsprecher Kai Schulz (l.) an, der die DMG fast ein Jahr lang interimsweise führte. Quelle: Anja Schneider

Vielfalt sichtbar machen

Die fast ausschließliche Vermarktung Dresdens als Hochkultur-Perle soll künftig der Vergangenheit angehören. Stattdessen plant Amann, die Vielfalt und Weltoffenheit der Stadt, die hohe Anzahl an ausländischen Studierenden und Forscher sowie das „quirlige Szeneleben“ zu betonen. „Als Kulturstadt mit wunderschönen Sehenswürdigkeiten ist Dresden bekannt, aber als Außenstehender verbindet man die Stadt nicht unbedingt mit einer lebendigen Kreativszene“, so der neue Cheftouristiker. Bei seinem ersten Dresden-Besuch habe er am Abend mit seinen Kindern „nur etwas essen gehen“ wollen, spazierte in die Neustadt – „und plötzlich war ich mitten in der Partycrowd“. Diese Lebendigkeit will Amann mit seinem 19-köpfigen Team sichtbar machen, indem er mittels Fotos und Videos Geschichten aus Dresden erzählt und „über alle relevanten Kanäle“ verbreitet.

Auf diese Weise hofft Amann, das angekratzte Image Dresdens aufzubessern. „Wir können nicht alle gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflussen, aber wir wollen dagegenhalten“, so der promovierte Kulturgeograf.

Bayern und Sachsen

Als Experte für kulturelle Feinheiten hat Amann bereits Parallelen zwischen seiner alten und neuen Heimat festgestellt. Die Bayern und die Sachsen eine der Stolz auf die Herkunft und das Bewusstsein für die schöne Region. „Ein gesundes Selbstbewusstsein ist Voraussetzung für gutes Tourismusmarketing“, erklärte Amann.

Bewusstsein für Schönes hat Familie Amann auch bei der Auswahl der neuen Bleibe bewiesen. Eine Wohnung in Striesen hat Amanns Frau ausgesucht, in einem denkmalgeschützten Haus von 1910 und mit Stuck an den Decken. Dort wohnen wird der DMG-Chef vorerst aber meist allein. Bei den beiden ältesten Kindern, 17 und 15 Jahre alt, stehen bald die Schulabschlüsse an, und die sollen sie in vertrauter Umgebung absolvieren können. Aber nach anderthalb Jahren Pendelei soll mittelfristig eine andere Lösung her, kündigt der Oberbayer an. Und schiebt gleich noch ein Versprechen nach: „Das mit der Sprache wird sich noch bessern.“

Von ttr

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