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Lokales Neuer Mietspiegel: Stärkster Mietanstieg in Dresden seit zehn Jahren
Dresden Lokales Neuer Mietspiegel: Stärkster Mietanstieg in Dresden seit zehn Jahren
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12:58 09.12.2016
Quelle: dpa
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Dresden

Die mittlere ortsübliche Vergleichsmiete ist in Dresden seit 2015 von 5,70 Euro auf 6,09 Euro pro Quadratmeter angestiegen. Diese Erhöhung um 6,8 Prozent sei „der höchste Anstieg innerhalb der letzten zehn Jahre“, erklärte Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann am Freitag bei der Vorstellung des Mietspiegels 2017 in Dresden.

Die Linkenpolitikerin wollte zwar noch nicht von „einem starken Anstieg sprechen“. Die Zahlen zeigten aber deutlich, dass es „zu einer Anspannung auf dem Dresdner Wohnungsmarkt“ gekommen sei. Der Mietspiegel 2010 hatte die durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete pro Quadratmeter bei 5,22 Euro gelegen. Im Mietspiegel 2013 war dieser Wert auf 5,43 Euro (plus 4 Prozent) und 2015 auf 5,70 Euro (plus 5 Prozent) gestiegen. Die große Nachfrage nach preiswerten Wohnungen führe zum Preisanstieg.

Die geringsten Mieten mit durchschnittlich 4,45 Euro pro Quadratmeter werden für Wohnungen mit einfacher Ausstattung gezahlt. Gerade in diesem preiswerten Segment sei jedoch mit über 15 Prozent der Anstieg am stärksten. Die Bürgermeisterin sieht dafür mehrere Gründe: „Die Mietspiegeldaten sind ein Beleg dafür, dass es immer weniger preiswerte Wohnungen in Dresden gibt.“ Das resultiere einerseits aus Sanierungen von Wohnungen, die nicht mehr den heutigen Standards entsprechen. Außerdem würden gerade dort relativ häufig Mieterwechsel stattfinden. „Nicht selten nutzen die Vermieter die Neuvermietung für eine Erhöhung der Miete“, sagte Kaufmann. Für moderne und hochwertig ausgestattete Wohnungen bewegen sich die Mieten in Lagen wie Blasewitz und Loschwitz aktuell im Durchschnitt bei bis zu 8,50 Euro pro Quadratmeter. Die ortübliche Vergleichsmiete liegt im teuersten Segment, nach 1990 errichteten Wohnungen mit höchster Ausstattung, liegt laut Mietspiegel bei 7,47 Euro.

Im Vergleich mit dem Mietspiegel 2015 ist der Rückgang preiswerter Wohnungen deutlich sichtbar. Der Anteil der Wohnungen mit einem Preis bis 5,99 Euro pro Quadratmeter ging um 10,2 Prozentpunkte auf 48 Prozent zurück. In gleichen Maß stieg der Anteil der Wohnungen mit Mieten von sechs Euro und mehr.

Für Kaufmann ist dies erneut ein Beleg für die geplante Gründung eine städtischen Wohnungsbaugesellschaft. „Damit werden wir den Bedarf an preiswerten Wohnungen besser decken können“, sagte die Bürgermeisterin. Das städtische Angebot, das mit Fördermitteln des Landes geschaffen werden soll, werde sich bei Mieten bis etwa 6,80 Euro einordnen.

Die Erstellung des Mietspiegels kostete laut Kaufmann etwa 132000 Euro. Der Mietspiegel 2017 tritt am 1. Januar 2017 in Kraft. Er gilt bis zum 31. Dezember 2018. Wie in den Vorjahren handelt es sich um einen sogenannten qualifizierten Mietspiegel. Er wurde in der Projektgruppe Mietspiegel von den Interessenvertretern der Mieter und der Vermieter anerkannt. Die im Mietspiegel ausgewiesene ortsübliche Vergleichsmiete dient der Begrenzung von Mieterhöhungsverlangen in bestehenden Mietverträgen. Damit ist der Mietspiegel zugleich Informationsquelle und Ordnungsrahmen für die Mietvertragsparteien. Für den neuen Mietspiegel wurden 1900 Mieterinnen und Mieter mündlich über ihre Wohnung und die Höhe der Miete befragt. Wohnungsunternehmen stellten weitere 1500 Datensätze bereit. Die Datenerhebung und -auswertung erfolgte nach wissenschaftlichen Regeln durch das Institut GEWOS. Die Kommunale Statistikstelle hat die Erhebung und Auswertung der Daten begleitet.

Der Mietspiegel ist ab kommender Woche in den Bürgerbüros und Stadtkassen gegen eine Schutzgebühr von zwei Euro erhältlich. Weitere Informationen gibt es auch online unter www.dresden.de/mietspiegel.

Von Ingolf Pleil

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