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Lokales Neuer Blitzer in Dresden erwischt knapp 1500 Raser in einer Woche
Dresden Lokales Neuer Blitzer in Dresden erwischt knapp 1500 Raser in einer Woche
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12:40 06.03.2018
Erst Dienstag vergangener Woche wurde der neue Blitzer an der Bergstraße aufgestellt – nun mausert er sich zu Dresdens fleißigster Radarfalle.  Quelle: Tino Plunert/Archiv
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Dresden

 Der neue Blitzer an der Bergstraße hat ordentlich zu tun. Von 1467 Rasern hat die stationäre Überwachungsanlage bereits binnen einer Woche teure Fotos gemacht, seit sie Dienstagnachmittag vergangener Woche in Betrieb genommen wurde. Das teilte die Stadtverwaltung auf DNN-Anfrage mit. „Das sind im Durchschnitt täglich rund 200 Fahrzeuge, eine beachtliche Anzahl“, heißt es ziemlich trocken aus dem Rathaus.

Das kann man wohl sagen, wie der Vergleich deutlich macht: Die bestehenden Blitzer an der Bautzner Straße Höhe Weißer Adler (921 geblitzte Raser) und Höhe Löwenstraße (265), der drehbare Blitzer an der Gottfried-Keller-Straße (1316), der an der Güntzstraße (997) und der an der Meißner Straße Höhe Am Urnenfeld (238) waren allesamt weniger aktiv – im ganzen Jahr 2017 wohlgemerkt.

Wenn der Blitzer an der Bergstraße in diesem Jahr weiter so fleißig Fotos von eiligen Autofahrern macht, wird er auch mühelos den bisherigen Spitzenreiter unter den nun 19 Dresdner Blitzern ablösen: Seit Eröffnung der Waldschlößchenbrücke ist das der Brückenblitzer, der den in Richtung Altstadt fließenden Verkehr überwacht. Er hat 2017 genau 17 457 Raser erwischt, was etwa 335 in der Woche ausmacht – dieses Pensum schafft der Bergstraßenblitzer derzeit an eineinhalb Tagen.

Die Fülle der Daten ist wohl auch dafür verantwortlich, dass die Auswertung der Fotos noch andauert. Deswegen lasse sich derzeit auch noch nicht sagen, wie schnell der eiligste Raser an der kurz hinter der Luftmessstation aufgestellten Radarfalle vorbeigefahren ist, heißt es aus dem Rathaus. Auch in einer anderen Frage hält sich die Stadtverwaltung bedeckt: „Für weitere zusätzliche Blitzanlagen sowie mögliche Umsetzungen, die 2018 eingerichtet werden sollen, laufen derzeit noch immer die Abstimmungen“, heißt es auf entsprechende Anfrage. Für Autofahrer bleibt es also spannend.

Am Bergstraßenblitzer ist in den nächsten Wochen ein Gewöhnungseffekt zu erwarten, weil sich herumspricht, dass das an dieser Stelle geltende Tempo 50 nun rund um die Uhr überwacht wird. Genau darum geht es der Stadt bei diesem Blitzer vielleicht noch mehr als bei anderen. Denn so wie generell gelte, dass Blitzer laut Stadt nur aufgestellt werden, wenn es „sich um einen Unfallschwerpunkt handelt oder eine Überwachung im Sinne der Schulwegsicherheit/Kindertageseinrichtung notwendig erscheint“, gibt es für den Blitzer an der Luftmessstation sogar eine wissenschaftliche Begründung.

Denn dort wurden jahrelang Stickoxidbelastungen jenseits der zulässigen Grenzwerte gemessen, was einer gemeinsamen Untersuchung von Fachleuten des Lehrstuhls für Verbrennungsmotoren an der Technischen Universität Dresden und des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zufolge auch an zu hohen Geschwindigkeiten auf dem stark ansteigenden Straßenabschnitt liegt. Bei einem Diesel-Pkw (1,6 Liter Hubraum) verdoppele sich demnach der Schadstoffausstoß bei Tempo 60 gegenüber der Fahrt mit 50 Kilometern pro Stunde von 400 auf 820 Milligramm Stickoxid pro Kilometer. Dafür, dass an der Bergstraße zu oft zu schnell gefahren wird, gibt es nun trifftige Belege. Ob die Luft dort übers Jahr gesehen sauberer bleibt, muss sich noch zeigen.

Von Uwe Hofmann

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