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Lokales Neue Testsubstanz macht Krebstherapie für Patienten sicherer
Dresden Lokales Neue Testsubstanz macht Krebstherapie für Patienten sicherer
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15:12 20.02.2019
Uniklinik DresdenQuelle: Peter Horn
Dresden

Das Dresdner Uniklinikum hat das Verfahren zur Behandlung von Lebermetastasen weiter verbessert. Die sogenannte „Selektive Interne Radio-Therapie“ (SIRT) ist minimalinvasiv, hungert das Krebsgewebe aus und bestrahlt es gleich mit. Dabei kommen seit 2017 gerade mal 20 bis 30 Mikrometer große und mit Holmium-166 radioaktiv beladene Kügelchen zum Einsatz. Doch bisher hatten die Experten mit Unsicherheiten bei den vorher notwendigen Testverfahren zu kämpfen. Denn die Kügelchen können im gesunden Teil der Leber großen Schaden anrichten und dürfen daher nur an den von Krebs befallenen Stellen wirken.

Bisher stand dafür nur eine Textsubstanz zur Verfügung, die dem Holmium-166 zwar ähnelte, jedoch nicht identisch war. Jetzt konnte eine Substanz entwickelt und im Januar zugelassen werden, die dem Therapeutikum in Größe und Dichte entspricht. „Nun können wir noch genauer bestimmen, wie sich das Holmium-166 in der Leber verteilt und ob es genau an die Stelle in der Leber gelangt, wo wir den Tumor und die Metastasen bekämpfen wollen“, erklärt Professor Ralf Thorsten Hoffmann. Bisher nutzen die Ärzte Kügelchen, die aus Glas oder Kunstharz bestanden.

Testsubstanz weltweit das erste Mal in Dresden angewendet

Die neuen Testsubstanzen bestehen aus dem Kunststoff Polyactid und sind mit Holmium-166 markiert. Werden diese in die Leber injiziert, erkennen die Mediziner die genaue Verteilung der Blutgefäße in der Leber und im Tumor. Ist die genaue Position bestimmt, werden die Kügelchen mittels eines Katheters direkt in die Arterien des betroffenen Organs eingeschleust. Sie passieren zunächst das gesunde Gewebe, da sie aber etwa drei- bis viermal so groß wie Blutplättchen sind, verstopfen sie kleinere Blutgefäße der Tumoren oder Metastasen und verringern damit deren Durchblutung. Stecken sie einmal fest, geben sie ihre radioaktive Strahlung ab und schädigen damit das kranke Gewebe so sehr, dass es abstirbt.

Die Methode wird nur bei Lebertumoren eingesetzt, die bereits Metastasen gebildet haben und somit nicht operabel sind. Anfang Februar wurde die neue Testsubstanz weltweit erstmals an einem 65-jährigen Patienten im Uniklinikum angewendet.

Von lml

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