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Lokales Neue Tempo-30-Abschnitte an öffentlichen Einrichtungen sollen Unfällen vorbeugen
Dresden Lokales Neue Tempo-30-Abschnitte an öffentlichen Einrichtungen sollen Unfällen vorbeugen
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14:31 07.04.2017
Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain mit dem Dresdner Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn an der Ecke Güntzstraße/Dürerstraße in Dresden  Quelle: Justine Büschel
Dresden

 Mit Übergabe der ersten 25 Vorschläge an den Dresdner Bau-Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) erfolgte am Freitagmorgen der Startschuss für die Postkartenaktion „Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten – Jetzt“. Damit wollen sich die Grünen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr einsetzen. Um Unfällen an öffentlichen Einrichtungen künftig besser vorzubeugen, können Dresdner Bürger selbst Vorschläge für neue Tempo-30-Abschnitte einreichen.

Tempo 30: Was hat sich genau geändert?

Bisher durften Tempo-30-Zonen nur dann eingeführt werden, wenn ein Unfallschwerpunkt oder eine dringende Gefährdung der Verkehrsteilnehmer bestand. „Die bisherige Regelung war insofern schade, als dass erst nach Unfällen über eine mögliche Geschwindigkeitsbegrenzung nachgedacht wurde“, erklärt Schmidt-Lamontain. Die Änderung der Straßenverkehrsordnung soll es den zuständigen Behörden nun erleichtern, auf Straßenabschnitten unmittelbar vor öffentlichen Einrichtungen die Geschwindigkeit auf Tempo 30 zu begrenzen.

Welche Straßenabschnitte kommen für Tempo 30 in Frage?

Vorrausetzung für die Einführung eines Tempo-30-Abschnittes an Kindergärten und Schulen sowie Krankenhäusern und Altenheimen ist ein unmittelbarer Zugang zu einer stark befahrenen Straße. Die Abschnitte müssen auf höchstens 300 Meter Länge begrenzt werden und gelten für die Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtung. Die Ecke Güntzstraße/Dürerstraße, an der die Übergabe der Postkarten stattfand, qualifiziert sich zum Beispiel mit dem St.-Benno-Gymnasium und einem Pflegeheim durch gleich zwei öffentliche Einrichtungen für eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Macht Tempo 30 tatsächlich einen so bedeutenden Unterschied?

Nicht umsonst heiße es „Tempo 30 rettet Leben“, erklärt Stephan Kühn (Grüne), der sich als Dresdner Bundestagsabgeordneter an der Aktion beteiligt. So sei durch mehrere Untersuchungen nach Einführung einer von Tempo-30-Abschnitten belegt worden, dass die Unfallzahlen deutlich zurückgegangen seien. Zudem werde durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung das Risiko von Verletzungen oder gar Todesfällen deutlich minimiert. Zum Vergleich: Während der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h ungefähr 13 Meter beträgt, schafft es der Fahrer mit 50 km/h erst nach knapp 26 Metern zum Stehen zu kommen. „Mit der Tempo-30-Aktion wollen wir die Verkehrsteilnehmer nicht schikanieren. Darum sollen die Schilder zusätzlich mit der Bezeichnung der Einrichtung versehen werden. Es geht dabei schließlich darum, den Straßenverkehr für Fußgänger und Radfahrer sicherer zu machen“, betont Kühn.

Wie kann ich Tempo-30-Straßenabschnitte vorschlagen?

Mit vorbereiteten Postkarten oder über ein Online-Formular unter www.gruene-sachsen.de/tempo30 können Dresdner Straßenabschnitte an die zuständige Verwaltung melden, auf denen Tempo 30 angeordnet werden soll.

Was passiert mit meinem Vorschlag?

Die Vorschläge werden wie alle Anfragen und Anmerkungen vom Straßenbauamt geprüft und mit den bereits für Tempo 30 vorgesehenen Straßenabschnitten abgeglichen. Anschließend wird vom Straßenbauamt eigenmächtig entschieden, welche vorgeschlagenen Einrichtungen für Tempo 30 besonders geeignet sind. Wie viele Geschwindigkeitsbeschränkungen letztlich eingeführt werden, ist derzeit noch unklar.

Wann sollen die ersten Tempo-30-Abschnitte eingeführt werden?

„Momentan können wir dazu noch keine Aussage treffen“, erklärt Schmidt-Lamontain. Das läge daran, dass die entsprechende Verwaltungsvorschrift erst am kommenden Mittwoch fertig gestellt werde. Danach glaube er aber fest an eine schnellstmögliche Umsetzung des Vorhabens, so Bau-Bürgermeister weiter.

Betrifft die Aktion nur die sächsische Landeshauptstadt Dresden?

Nein; nachdem am Freitag in Dresden der Startschuss gefallen ist, folgt nächste Woche die Übergabe der ersten Vorschläge an die Chemnitzer Verkehrsbehörde. Die Aktion soll somit auf den ganzen Freistaat ausgeweitet werden. In kleineren Kommunen ohne eigenes Verkehrsamt können Anträge auch an das Landratsamt gestellt werden.

Von jbü

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