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Lokales Neue Schau im Dresdner Schulmuseum zeigt Fibeln und Federn aus drei Jahrhunderten
Dresden Lokales Neue Schau im Dresdner Schulmuseum zeigt Fibeln und Federn aus drei Jahrhunderten
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01:58 05.09.2017
Schriftexperte Franz Neugebauer zeigt ein Exponat aus der neuen Ausstellung. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Franz Neugebauers liebstes Exponat ist ein uraltes Schulheft eines Dresdner Jungen von 1790. „Der hat kalligraphische Höchstleistungen an den Tag gelegt“, meint der Kurator der neuen Ausstellung „Deutsche Schulschriften aus drei Jahrhunderten“, die am 7. September im Schulmuseum eröffnet. „Der Schüler hat alte Urkunden abgeschrieben und für die Überschriften ungemein verzierte Frakturschriften verwendet“, schwärmt er. Die Texte selbst seien in Kanzleicurrent-Schrift verfasst worden. Der Schüler habe ganz offensichtlich den Beruf des Schreibers erlernen wollen, der damals in den Amtsstuben beschäftigt war. Neugebauer kennt sich aus, er ist Schriftexperte, hält im Schulmuseum Schreibkurse in alten deutschen Schriften und betreibt eine „Sütterlinstube“.

Mehr als 60 Exponate hat der 38-Jährige für die neue Schau im Schulmuseum zusammengetragen. Die reichliche Hälfte davon stammt aus privaten Sammlungen, der andere Teil aus Museumsbeständen. „Es sind Dinge, die zum Teil noch nie gezeigt wurden und auch nicht so schnell wieder zu sehen sein werden“, wirbt Neugebauer. Die Ausstellungsstücke können sich die Besucher in 13 Vitrinen anschauen, die sich auf das gesamte Schulmuseum mit seinen vier Epochenzimmern (Kaiser-, Reformschul-, NS- und DDR-Zimmer) und dem Besucherzentrum verteilen.

Bei den Exponaten handelt es sich um Schreibmeisterbücher, Poesiealben, Fibeln und verschiedene Druckschriften. „Schreibmeisterbücher waren in Kupfer gestochene und gedruckte Lehrwerke, nach denen sich die Schreiber richteten“, erläutert der Schriftexperte. Das älteste gebundene Original stamme von 1808. Aus dem Jahr 1848 erhalten geblieben ist ein Poesiealbum. „Damals haben sich die Leute deutlich mehr Mühe gegeben als heute und sich mit selbst gedichteten Versen in ihrer schönsten Schrift verewigt“, weiß Neugebauer. Die älteste Fibel der Ausstellung ist 1855 gedruckt worden. Das älteste Buch übrigens der gesamten Sammlung, ein Lehrbuch der Geschichte in Frakturschrift, stammt von 1700.

Das Schulmuseum hält auch Mitmach-Angebote bereit. An vier Arbeitsplätzen können Interessierte fünf Federn aus verschiedenen Jahrhunderten ausprobieren – Rohrfedern, Gänsekiele und drei Stahlfedern aus verschiedenen Zeiten. „Die Rohrfeder wurde von der Antike bis zum Mittelalter verwendet, der Gänsekiel vom späten Mittelalter bis etwa 1850, die Stahlfedern danach“, erklärt Neugebauer.

Die Ausstellung im Schulmuseum an der Seminarstraße 11 eröffnet am 7. September. Außerdem hält Franz Neugebauer an diesem Tag in der Aula der benachbarten 48. Grundschule um 18 Uhr einen Vortrag zur Geschichte der Schulschriften. Das Schulmuseum hat donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An den anderen Tagen werden Führungen angeboten. Der Eintritt ins Museum kostet für Erwachsene drei Euro, ermäßigt zwei Euro und für Kinder einen Euro.

Von Katrin Richter

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