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Lokales Neue Pläne für die Zukunft von Dresden
Dresden Lokales Neue Pläne für die Zukunft von Dresden
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08:32 31.05.2018
Der Neubau eines Verwaltungszentrums ist ein zentrales Zukunftsprojekt. Quelle: Archiv
Dresden

„Zukunft Dresden 2025 +“ ist das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) überschrieben, das in den Gremien des Stadtrats und den Ortsbeiräten jetzt diskutiert wird. Das Zukunftskonzept für die Landeshauptstadt umfasst 43 Seiten, auf denen alle für die Verwaltung wichtigen Schlüsselprojekte genannt werden. 2016 hatte der Stadtrat das INSEK beschlossen, in der Zwischenzeit hat es die Verwaltung fortgeschrieben und mit neuen Vorhaben ergänzt.

Warum hat die Stadtverwaltung das Konzept fortgeschrieben?

Die Zeit ist nicht stehengeblieben, die Bedingungen in Dresden haben sich verändert. So sind in den vergangenen beiden Jahren Tausende Flüchtlinge in die Stadt gekommen. Der Stadtrat hat eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft gegründet und sich den Bau von Sozialwohnungen auf die Fahnen geschrieben, erläutert Stadtplanungsamtsleiter Steffen Szuggat zwei Faktoren, die 2016 noch keine Rolle gespielt haben. Auch die Neuansiedlungen von großen Unternehmen wie Bosch oder Philipp Morris sorgen für Veränderung.

Wie hat sich die Stadt aus Sicht der Verwaltung in den vergangenen Jahren entwickelt?

Überwiegend positiv. 59 Indikatoren hat die Verwaltung beobachtet. Bei 43 trat eine Verbesserung ein, bei neun gab es Stagnation, verschlechtert hat sich die Situation in sieben Fällen. Wobei hier eine Einschätzung auch schon überholt ist: Die Anzahl der Gästeübernachtungen sei gesunken, stellt das Konzept fest. Stimmt schon lange nicht mehr: 2017 gab es einen Anstieg, im ersten Quartal 2018 sogar einen zweistelligen Zuwachs.

Verbessert haben sich beispielsweise die Beschäftigungsquote, die Verkehrsanbindung an andere Metropolen, der Ausbau des Fernwärmenetzes und die Höhe der städtischen Investitionen. Schlechter geworden ist der Ruf Dresdens in Deutschland und Europa (auch hier wieder: zu dem Zeitpunkt, als das Konzept erstellt wurde), der Anteil der ehrenamtlich Engagierten, die Zahl der Baugenehmigungen für Eigenheime und dazu passend der Wegzug von Familien mit Kindern ins Umland. Dresden verfehlt außerdem die selbstgesteckten Klimaschutzziele deutlich.

Was ist neu in der Fortschreibung?

184 neue Maßnahmen und Schlüsselprojekte hat die Verwaltung im vergangenen Jahr neu aufgenommen.

Welche zentralen Projekte führt das INSEK auf?

Vom finanziellen Aufwand her ist der Neubau eines Rathauses für 1600 Mitarbeiter auf dem Ferdinandplatz das größte Vorhaben. 162 Millionen Euro sollen dafür fließen. Das städtebaulich interessanteste Vorhaben ist die Entwicklung des Quartiers Neustädter Hafen und Leipziger Vorstand mit rund 50 Hektar Fläche. Hier könnte ein gemischtes Wohn- und Gewerbegebiet entstehen, so Szuggat. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) sieht die Sanierung des Ostflügels am Festspielhaus Hellerau als Proben- und Residenzzentrum für rund acht Millionen Euro, den Neubau eines zentralen Depots für die städtischen Museen bis 2025 – erste Variantenuntersuchungen laufen – und die Sanierung der Futterställe im Ostragehege zu einem Ausstellungsort für Bildende Kunst.

Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) verweist auf die 20 Wohnungsbauvorhaben der kommunalen Gesellschaft „Wohnen in Dresden“ und auf Pläne, neben den in Planung befindlichen 800 Wohnungen weitere 1700 Einheiten mittelfristig zu errichten. Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Bündnis 90/Die Grünen) sieht im Ausbau der Weißeritz, der 40 Millionen Euro kostet, ein wichtiges Zukunftsprojekt. Aber auch der Südpark und der Aufbau von Solarthermie und Wärmespeichern auf dem Heller durch die Stadtwerke Dresden GmbH (Drewag) würden die Stadt in die Zukunft führen.

Sind die Schlüsselprojekte eigentlich finanziert oder nur Luftschlösser?

Sowohl als auch. Der Flutschutz an der Weißeritz wird von der Stadt mit 14 Millionen Euro unterstützt, der Freistaat zahlt 26 Millionen Euro. Solarthermie auf dem Heller werden die Drewag finanzieren, Vorstudien laufen. Ein neues Depot für die Museen ist finanziell noch nicht veranschlagt. Es steht ja noch nicht fest, wo das Gebäude errichtet werden soll: Der jetzige Standort Spenerstraße, die Junghansstraße oder das Ostragehege würden sich anbieten, so Klepsch.

Spielt die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 eine Rolle?

Eine große, sagt die Kulturbürgermeisterin. „Die Bewerbung leistet einen Beitrag zur langfristigen Entwicklung von Dresden.“ Mit Kulturpalast und Kraftwerk Mitte habe Dresden die kulturellen Leuchttürme bereits errichtet. Jetzt müssten viele kleinere Leuchttürme entwickelt werden. Die konzeptionelle Neuausrichtung des „Club Passage“ in Gorbitz, die Erweiterung des Palitzschhofes in Prohlis als Stadtteilzentrum oder die Sanierung der „Scheune“ in der Neustadt nannte Klepsch als Beispiele.

Welche Lösungen für die Mobilität sieht das Konzept vor?

Szuggat verwies auf intermodale Mobilitätspunkte, die errichtet werden Säulen. An verschiedenen Orten im Stadtgebiet werden Verkehrskonzepte kombiniert: Radabstellanlagen, Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs, Carsharing-Stellplätze, Ladesäulen für Elektrofahrzeuge und Stellplätze für ein Fahrradverleihsystem könnten von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) installiert und betrieben werden. Mit der Smart Mobility App der DVB könnten die Nutzer ein Fahrrad oder ein Auto per Handy buchen.

Wie ist das Zukunftskonzept in andere Planungen der Verwaltung eingebettet?

Das INSEK ist ein Zieldokument mit Lenkungsfunktion, erklärt Szuggat. Es ist abgestimmt mit Fachplänen wie dem Flächennutzungsplan, dem landschaftsplan oder dem Verkehrsentwicklungsplan.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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