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Lokales Neue Pläne für die Trinitatis-Ruine
Dresden Lokales Neue Pläne für die Trinitatis-Ruine
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07:45 24.08.2018
Die Vision für die Trinitatis-Ruine. Quelle: Code Unique Architekten
Dresden

Die Visionen für die Ruine der Trinitatiskirche in Dresden nehmen langsam Gestalt an – in Form von viel Glas, zusätzlichen Büroräumen, einer neu eingezogenen Emporendecke und einem Café. Die neue Jugendkirche in der alten Ruine soll den Jugendlichen in der Johannstadt eine zentrale Anlaufstelle bieten. „Denn den Jugendlichen fehlt ein Ort, mit dem sie sich identifizieren können“, sagt Dresdens Stadtjugendpfarrer Georg Zimmermann. In der Evangelischen Jugend in Dresden sind aktuell rund 20 000 Kinder und Jugendliche organisiert. Noch befinden sich die Büros und Materialräume in einer Löbtauer Nebenstraße. Das soll sich 2022 ändern, dann – so hofft Zimmermann – soll der Umbau der Trinitatisruine fertig gestellt sein.

Neue Arbeitsplätze sollen entstehen

Entstehen soll in der Mitte der Kirchruine ein multifunktionaler Veranstaltungsraum für bis zu 300 Personen. Außerdem werden in einem Anbau an den begehbaren Turm Seminarräume und Büros für die Jugendarbeit geschaffen werden, unter anderem für die Arbeitsstelle Kinder, Jugend und Bildung des Stadtjugendpfarramts. „Auch neue Arbeitsplätze sind in der Trinitatis-Ruine geplant“, sagt Zimmermann. Daneben überlegen die Jugendlichen und Architekten, ob sich Hochbeete in das Bauvorhaben eingliedern lassen.

Stadtjugendpfarrer Georg Zimmermann in der Trinitatis-Ruine. Quelle: Tomke Giedigkeit

Im Erdgeschoss wird das Jugendzentrum Trinitatis seine neuen Räume beziehen. Im Seitenschiff werden die Jugendlichen ein Café einrichten. Auch Raum zum Zurückziehen soll es in der ehemaligen Kirche für die Jugendlichen aus der Johannstadt und ganz Dresden geben. Im Turm entsteht ein Raum der Stille. Auch der zukünftige Haupteingang zur Jugendkirche wird sich nach den aktuellen Entwürfen des Architekturbüros „Code Unique“ im Turm befinden. „Insgesamt sollen die Anbauten aber nicht über den bisherigen Bestand der Kirchruine hinausragen“, sagt Zimmermann.

Von der Ruine zur Jugendkirche

Vor 14 Jahren entstand 2002 erstmals die Idee zu neuen Räumen für die Evangelische Jugend in Dresden

2014 nahm die Idee beim Zukunftstag der Jugendlichen im Programmkino Ost wieder Fahrt auf

Eine Machbarkeitsstudie untersuchte 2015 mehrere Möglichkeiten: Unter anderem auch das Gebäude der Post an der Königsbrücker Straße und im Kraftwerk Mitte. Die Wahl fiel schließlich auf die Trinitatis-Ruine

Im Mai 2017 fassten die Dresdner Kirchbezirke den Grundsatzbeschluss „Ja zur Jugendkirche in der Trinitatisruine“

Ein Jahr später, im Mai 2018, fand im Rahmen einer Ausstellungseröffnung im Kulturpalast der Architekturwettbewerb zur Umgestaltung der Trinitatisruine statt. Ein Novum: Auch die Jugendlichen durften mit Klebezetteln die Entwürfe der Architekten kommentieren. Die Jury entschied sich schließlich für den Entwurf der „Code Unique Architekten“ aus Dresden

Aktuell finden Voruntersuchungen in der Trinitatisruine statt, etwa Bodenuntersuchungen und die digitale Vermessung. Im Oktober soll eine belastbare Kostenschätzung aufgestellt werden

Der Baubeginn für die Jugendkirche soll Anfang 2020 erfolgen

Die Evangelische Jugend hofft auf eine Fertigstellung ihres neuen Hauptquartiers 2022

Kostenschätzung im Oktober

Im Oktober rechnet der Stadtjugendpfarrer mit einer belastbaren Kostenschätzung. Das Geld soll durch kirchliche Eigenmittel, Fördergelder und Spenden zusammenkommen. In der neuen Jugendkirche sollen junge Dresdner unabhängig von ihrem Glauben zusammenkommen können. „Wir wollen ein offenes Begegnungs-, Kultur-, und Orientierungsabgebot schaffen“, erklärt Zimmermann. Die Trinitatisruine soll den Jugendlichen Raum zur eigenen Entfaltung und zum Experimentieren bieten, ohne dass die Eltern jeden Moment um die Ecke schauen könnten.

Dass die Ruine neues Leben braucht, sieht auch André Barth aus den Quartiersbeirat der Nördlichen Johannstadt so. Mit der Jugendkirche werde der Kriegsschaden an der Trinitatisruine mit neuem Leben gefüllt.

Von Tomke Giedigkeit

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