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Lokales Neue Perspektiven für den Dresdner St.-Pauli-Friedhof
Dresden Lokales Neue Perspektiven für den Dresdner St.-Pauli-Friedhof
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11:00 20.10.2017
Mystisch mutet dieser Teil des St.-Pauli Friedhofes mit den von Efeu überwachsenen und mit Laub bedeckten Gräbern an. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Neue Chancen für den evangelischen St.-Pauli-Friedhof in der Dresdner Neustadt könnten sich abzeichnen. Seit Anfang 2016 gibt es dort keine neuen Begräbnisse mehr. Weil die Zahl von Sargbestattungen und damit die Einnahmen des Friedhofsträgers stark zurückgegangen sind, muss dieses Areal langfristig geschlossen werden.

Ganz ins Vergessen sinken soll er jedoch nicht. Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW) haben in Bachelor-Arbeiten Vorschläge entwickelt, wie der Friedhof künftig anders genutzt werden könnte. Vorstellen wollen sie diese gemeinsam mit ihrem Professor Cornelius Scherzer und Holger Enke, zuständiger Referent im Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens am Sonnabend, 21. Oktober, 10 Uhr, im Gemeindesaal der Mennonitischen Gemeinde am Eingang des St.-Pauli-Friedhofs, Hechtstraße / Ecke Hansastraße.

Die Fläche könnte als Park und Gedenkort erhalten bleiben und weiterentwickelt werden. „Dabei gibt es noch keine fertigen Konzepte“, betont Holger Enke. Interessierte seien eingeladen, sich zu informieren. Gefragt seien ihre Ideen, Vorschläge und Anregungen, um diesen Prozess zu begleiten und zu unterstützen. Der Friedhof, etwa elf Hektar groß, steht wegen seiner charakteristischen räumlichen Gestaltung und Elemente unter Denkmalschutz. Hauptbauwerke und zahlreiche Grabstätten sind wegen ihrer

kunst- und stadtgeschichtlichen Bedeutung als Einzeldenkmale ausgewiesen. Viele Anwohner nutzen das Areal mit reichem Baumbestand und hochinteressanten Grab- und Gedenkstätten als ruhigen Erholungsort zu Spaziergängen. Auch wenn es keine Bestattungen mehr gibt, könnte die Funktion als öffentlich zugänglicher Park zunehmen. „Doch es bleibt die Herausforderung, eine fachgerechte Pflege der Anlage zu sichern“, sagt Enke.

Mit seinen rund 30.000 Grabstellen handelt es sich um einen der größten Friedhöfe in Dresden. Eröffnet hat ihn die Kirchgemeinde 1862, in einer Zeit, als dieses Stadtviertel rasant wuchs. Keine 40 Jahre später wurde der Platz knapp. 1900 erweiterte die Gemeinde das Areal großzügig. 1911 wurden nach Plänen der Architekten Rudolf Schilling und Julius Graebner eine neue Feierhalle und eine Leichenhalle gebaut.

Unter anderem befindet sich ein 1866 geschaffener Ehrenhain für die Opfer des Preußisch-Österreichischen Krieges auf dem Friedhof, außerdem eine Stätte, die daran erinnert, dass zwischen 1943 und 1945 insgesamt

225 Säuglinge und Kleinkinder von Zwangsarbeiterinnen in Dresden an mangelhafter Ernährung, unzureichender Pflege und fehlender Zuwendung starben. Außerdem findet man die Gräber solch bekannter Persönlichkeiten wie Franz Ludwig Gehe, Bruno Jehmlich oder der Eltern von Erich Kästner.

Zwei Grabfelder werden als Begräbnisplatz für die verstorbenen Schwestern der Diakonissenanstalt genutzt.

Von Tomas Gärtner

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