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Lokales Neue Intercity-Linie: Mit dem Zug von Dresden direkt bis an die Ostsee
Dresden Lokales Neue Intercity-Linie: Mit dem Zug von Dresden direkt bis an die Ostsee
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17:37 30.03.2019
Züge des Typs IC 2 sollen ab Ende des Jahres Dresden und die Ostseeküste im Zwei-Stunden-Takt direkt miteinander verbinden. Quelle: Archiv/dpa
Dresden

Die Bahn kommt – in Dresden jedoch vergleichsweise selten. Elb­florenz gilt im Bahnverkehr seit Jahren als ab­gehängt, die Anzahl der Direktverbindungen in andere große Städte in Deutschland lässt sich beinah an zwei Händen abzählen. In einer bundesweiten Studie eines Reiseportals zu Direktverbindungen belegt Dresden abgeschlagen den letzten Platz. Doch immerhin: Ab En­de des Jahres er­hält Dresden eine neue Direktverbindung. Die Bahn will mit dem Fahrplanwechsel im De­zember zwi­­schen Dresden und Rostock ei­nen In­tercity auf die Reise schicken.

Generell ist Sachsen laut der Er­hebung des Reiseportals FromAtoB vom Bahnverkehr abgekoppelt – Reisende aus dem Freistaat müssen demnach deutlich mehr Umstiege einplanen als etwa die Fahrgäste in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Bayern.

Direkt von Dresden nach Rostock – im Zwei-Stunden-Takt

Für Dresden werden in der im Februar er­stellten Statistik lediglich zwölf di­rekte Bahnverbindungen in große deutsche Städte angegeben. Das sind noch einmal deutlich weniger als beim Vorletzten Leipzig – wo es immerhin 19 größere Ziele gibt.

Um das zu ändern, hat die Bahn schon vor einigen Jahren eine Of­fensive gestartet – und baut seit 2015 kontinuierlich ein neues Fernverkehrsnetz in Deutschland auf. Mit dem Netz des Intercity 2 sollen vor allem kleinere Städte angebunden werden. Dresden ist mit der Di­rektverbindung nach Köln über Leipzig, Hannover und Dortmund bereits Teil davon. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember will die Bahn nun auch die Linie von Dresden nach Rostock in Betrieb nehmen – die im Zwei-Stunden-Takt Elbestadt und Ostsee verbindet.

Anbindung an Berlin wird verbessert

Die Züge werden ab Dresden über Berlin nach Rostock fahren – und ab Mai 2020 sogar bis Warnemünde, wie Bahnpressesprecher Holger Auferkamp erklärt. Bis die Züge direkt bis in das be­liebte Ostseebad durchfahren können, müsse zunächst aber noch eine Baustelle ab­gearbeitet werden. Mit der neuen Verbindung wird zugleich die An­bindung Dresdens an Berlin verbessert. Denn die IC-Linie ergänzt die schon vorhandene Euro-City-Verbindung.

Praktisch rollen dann zwischen Bundes- und Landeshauptstadt Fernzüge im Stundentakt – was glattweg ei­ne Verdopplung des aktuellen Angebots be­deutet. Und: „Die neue Linie wird auch den Flughafen BER nach dessen Inbetriebnahme direkt anbinden“, kündigt Holger Auferkamp an. Zum Einsatz kom­men auf der neuen Verbindung die doppelstöckigen Intercity-2-Züge – wie sie auch zwischen Dresden und Köln fahren.

Die Westmole in Warnemünde mit dem markanten Leuchtturm. Nur einen reichlichen Kilometer von hier entfernt sollen künftig die Züge aus Dresden halten. Quelle: Archiv/dpa

Die Mitarbeiter des Reiseportals hatten in ihrer Studie zugleich die Direktverbindungen ins Ausland be­­­­leuchtet. Dort bringt es Dresden mit drei direkt angeschlossenen europäische Metropolen immerhin schon mal auf einen Platz im Mittelfeld. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Außer dem im Zwei-Stunden-Takt fahrenden Eurocity nach Prag ist es genau ein Zug täglich, der über die Moldau hinaus bis Bratislava und weiter nach Budapest fährt – und so die Statistik aufpoliert. Die Regionalexpressverbindung von Dresden nach Liberec wurde in der Aufstellung unterdessen nicht mitgezählt.

Was wird aus den Eurocity-Verbindungen?

Doch hinter den Kulissen wird aktuell auch um die traditionelle EC-Verbindung gerungen. Da geht es laut Medienberichten einerseits um den möglichen Wegfall der EC-Züge von Leipzig über Dresden nach Prag – die am frühen Morgen und abends die Relation zwischen Elbe und Moldau verstärkt. Zu­gleich werde über die Wiederaufnahme einer durchgehenden Bahnver­bindung bis nach Wien nachgedacht.

Im Detail will sich Bahnsprecher Holger Auferkamp dazu auf Nachfrage nicht äu­ßern. „Derzeit laufen Gespräche mit der Tschechischen Staatsbahn zur An­gebotsplanung im neuen Fahrplan ab Dezember 2019.“ Ziel sei die Weiterentwicklung attraktiver Verbindungen zwischen Deutschland und Tschechien. Der Sprecher versichert aber: „Es gibt keine Planungen, die Zahl der Züge zwischen beiden Ländern zu reduzieren.“

Ohne Umsteigen mit der Bahn unterwegs – Dresden ist Schlusslicht

Dortmund28

Hannover27

Köln27

Berlin26

Frankfurt am Main26

Duisburg25

Essen25

Bremen24

Düsseldorf24

Hamburg24

Karlsruhe24

München23

Stuttgart22

Nürnberg21

Leipzig19

Dresden12

Die Angaben beziehen sich auf die Anzahl der Direktverbindungen in die 30 größten deutschen Städte (Stand Februar 2019). Alle Angaben ohne Gewähr; Quelle: www.fromatob.de/direktverbindungen

Von Sebastian Kositz

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