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Lokales Neue „Forschungswerkstatt Smart Materials“ lädt zum Hightech-Basteln ein
Dresden Lokales Neue „Forschungswerkstatt Smart Materials“ lädt zum Hightech-Basteln ein
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16:21 05.05.2018
An zahlreichen Tischen und Regalen im Goldbergsaal können die Besucher mit neuartigen Werkstoffen selbst experimentieren. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Künstler, Kuratoren, Ingenieure und Wissenschaftler haben den Goldmann-Saal im Obergeschoss der Technischen Sammlungen Dresden (TSD) in eine „Forschungswerkstatt Smart Materials“ verwandelt. Gelbe Steckdosenverteiler hängen nun von der Decke der alten Fabrikhalle, auf Werkbänken machen sich die Lötkolben heiß, ein Laser-Cutter ächzt. In einer Ecke schnappt eine fleischfressende Hightech-Pflanze nach arglosen Opfern. Am Eingang kloppt ein Roboter besinnungslos auf seine Piezo-Panzerung. Sinn und Zweck des Ganzen: TSD-Besucher können hier in den kommenden fünf Monaten mit Formgedächtnis-Legierungen, Piezo-Keramiken und anderen aufregenden neuen Materalien hightech-basteln – neudeutsch „tinkern“ genannt.

Mit „Smart Materials“ sollen innovative Produkte hergestellt und in der Ausstellung präsentiert werden. Quelle: Anja Schneider

Nichts ist Zufall

„Obwohl es so aussieht: Nichts hier ist Zufall. Alles folgt einem Plan“, betont Museumsdirektor Roland Schwarz. Und den hat er gemeinsam mit dem „Smart3“-Forschungskonsortium, mit Fraunhofer-Ingenieuren, Designerinnen der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und vielen anderen Partnern anderthalb Jahre lang geschmiedet, bevor das neue Format nun starten kann. „Auch für uns ist das ein Experiment“, räumt Roland Schwarz ein. „Wir suchen hier nach neuen Formen der Technik- und Wissenschaftskommunikation.“

Denn Radios oder Fotos aufzureihen, auf dass die Besucher die Texttafeln ablatschen, war gestern: Mehr und mehr Museen experimentieren mit modernen Präsentationsformaten. Dazu gehört auch die neue Tüftlerwerkstatt in Striesen. Sie soll ein Schaufenster für die einzigartige Dresdner Werkstoff-Forschungslandschaft sein, andererseits erproben, wie das Museum der Zukunft funktionieren könnte.

Impulse von Besuchern und Forschern erwünscht

„Und diese Werkstatt soll noch wachsen“, betonte Projektleiterin Andrea Johannes. „Wir hoffen auf viele Impulse von außerhalb“ – von Besuchern wie von Forschern, die hier mitmachen wollen. Solch externe Impulse wollen auch zwei Künstlerinnen liefern, die temporär ihr Atelier ins Museum verlagern. Den Anfang macht die Gestalterin Ulrike Mäder aus Halle.

Den „Piezo Noise Maker“ hat eine Jungs-Gruppe aus „Smart Materials“ gebaut. Sein „Lebenszweck“: Krach machen. Quelle: Anja Schneider

Ein recht anschauliches Beispiel für „Smart Materials“ können Besucher gleich am ersten Tisch der neuen Forschungswerkstatt ausprobieren: Ein Gewicht hängt an einer Spirale aus Nickel-Titan-Draht. Erwärmt der Besucher die Installation mit einem Föhn, „erinnert“ sich der Draht an die straffere Form, die er früher einmal hatte, zieht sich zusammen – und hebt wie ein Kran das Gewicht. „Formgedächtnis-Legierungen“ nennt man solche Werkstoffe, die für ganz neuartige Maschinen und Produkte sorgen sollen.

Dauerhaftes Labor geplant

All dies und mehr wollen die Forscher und Künstlern jungen wie älteren TSD-Besuchern spielerisch verklickern, mit ihnen experimentieren und tinkern. Wenn die Mitmach-Werkstatt in fünf Monaten wieder ihre Pforten schließt, soll’s das aber nicht gewesen sein: „Unser Plan ist, in den Technischen Sammlungen dauerhaft ein offenes Labor zum Thema ,Smart Materials’ einzurichten, in das wir auch Elemente der Forschungswerkstatt einbauen wollen“, kündigte TSD-Direktor Schwarz an.

Von Heiko Weckbrodt

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