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Neue Erkenntnisse zu Lebensqualität von Gelähmten dank Augenbewegungen

Studie am Dresdner Uniklinikum Neue Erkenntnisse zu Lebensqualität von Gelähmten dank Augenbewegungen

Eine Studie der Klinik für Neurologie am Uniklinikum belegt, dass Patienten mit einem Locked-in-Syndrom (LIS) – also fast vollständig gelähmte Personen – ihre Lebensqualität deutlich besser einschätzen als ihre nahen Angehörigen. Möglich wurde das durch das so genannte Eyetracking, das es den Betroffenen ermöglicht, mithilfe ihrer Augenbewegungen zu kommunizieren.

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Dank der Eyetracking-Technologie konnte Prof. Andreas Hermann Martina Bannies befragen.

Quelle: Uniklinikum Dresden

Dresden. Neue Erkenntnisse dank Augenbewegungen: Eine aktuelle Studie der Klinik für Neurologie am Dresdner Uniklinikum belegt, dass Patienten mit einem Locked-in-Syndrom (LIS) – also fast vollständig gelähmte Personen – ihre Lebensqualität deutlich besser einschätzen als ihre nahen Angehörigen. Möglich wurde das durch die Technik des so genannten Eyetrackings, die es den Betroffenen ermöglicht, mithilfe ihrer Augenbewegungen einen Computer zu steuern und damit zu kommunizieren.

Bisher konnten Erhebungen zum Wohlbefinden eines LIS-Patienten nur über Suggestivfragen, also Ja-Nein-Fragen, oder durch die indirekte Befragung der Angehörigen erfasst werden – beide Varianten sind nach Einschätzung von Studienleiter Prof. Andreas Hermann nicht unabhängig. Er und sein Team befragten deshalb 30 ALS-Patienten aus ganz Ostdeutschland mittels neuester Augensteuerungs-Computer, ohne dass Angehörige oder Untersucher Einfluss nehmen konnten. Auf einer Werteskala zwischen 0 und 100 Prozent sollten sie ihre Lebensqualität einschätzen.

Das Ergebnis ist nicht nur überraschend, sondern hat auch Folgen für die medizinische Einschätzung: Die Forscher ermittelten einen Durchschnittswert von 80 Prozent, die Familienangehörigen hingegen bewerteten das Wohlbefinden lediglich mit 50 Prozent. „Das bedeutet, dass wir als Behandelnde bei lebenserhaltenden oder -verlängernden Maßnahmen auch oder gerade LIS-Patienten selbst befragen müssen und uns nicht auf den mutmaßlichen, durch die Angehörigen geäußerten Willen verlassen dürfen“, schlussfolgert Prof. Hermann.

Derzeit profitieren nur wenige LIS-Patienten von den Möglichkeiten der Eyetracking-basierten Kommunikation. Eine davon ist Martina Bannies, die vor fünf Jahren die Diagnose ALS erhielt. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung ist die 55-Jährige heute nahezu vollständig gelähmt und auf künstliche Ernährung sowie Beatmung angewiesen. „Umso wichtiger ist es, deutlich zu machen, dass mein jetziges Leben lebenswert ist und dass ich mit dieser Technologie mein Leben, aber auch mein Ende selbstbestimmt gestalten kann. Zugleich entlaste ich auch meine Betreuer und bringe sie nicht in Situationen, möglicherweise falsche Entscheidungen zu treffen“, sagt sie.

Von Christin Grödel

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