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Lokales Neue DNN-Straßenbahn rollt durch Dresden
Dresden Lokales Neue DNN-Straßenbahn rollt durch Dresden
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18:22 02.02.2018
Das ist die neue DNN-Bahn. Quelle: Albrecht Günze/PR
Dresden

„Ich mag meine Arbeit“, sagt Albrecht Günzel. „Sie ist abwechslungsreich und das Ergebnis kann wirklich jeder in der Stadt sehen.“ So wie bei beim Niederflurwagen NGT6DD, Nummer 2508. Nach bestandener Hauptuntersuchung rollt die 30 Meter lange Straßenbahn wieder im Linienverkehr der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) durch Dresden. Zuvor hat ihr der Selbstständige Günzel noch eine auffällige Optik verpasst: Nummer 2508 ist nun – wie auch in den Jahren – als DNN-Straßenbahn nicht aus dem Stadtbild wegzudenken.

So wird aus der gelben Straßenbahn mit der Nummer 2508 die neue DNN-Bahn.

Es ist bereits die dritte DNN-Bahn die Günzel unter seine Fittiche genommen hat. Nur bei der ersten Straßenbahn, die im Linienverkehr Werbung für die Dresdner Neuesten Nachrichten machte, hatte er die Hände nicht im Spiel. Drei Tage hat der 60-Jährige mit Subunternehmer Ronny Mühne gebraucht, um die Straßenbahn neu einzukleiden.

Zuvor waren allerdings noch ein paar Schritte zu erledigen, wie Günzel ausführt. So mussten der neue Look der DNN-Bahn an inzwischen geänderte Vorgaben der Verkehrsbetriebe angepasst werden. Fenster und Türen sollen dabei weitestgehend von der farbigen Folienbeklebung freibleiben. Außerdem wird eine helle Front gefordert, damit eine herannahende Straßenbahn im Rückspiegel oder von Fußgängern auch bei schwierigen Sichtverhältnissen immer gut gesehen werden kann. Die Bahn 2508 kommt daher mit einem weißen Köpfchen daher, das in das inzwischen etwas aufgehellte DNN-Blau übergeht.

Die von DNN-Layouter Alex Eylert entwickelten Entwürfe hat Günzel in etwa dreistündiger Arbeit angepasst und dann an die Druckerei geschickt. Er kenne schließlich jede Bahn genau, wisse, wo Brüche durch Türspalten und Fenstergummis sich negativ aufs Erscheinungsbild auswirken. „Deshalb muss ich manchmal noch ein paar Dinge zurechtrücken“, sagt er.

Günzel versteht sein Handwerk, hat als gelernter Schrift- und Plakatmaler bereits Ende der 1980er Jahre erste Tatra-Straßenbahnen für die Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft (Dewag) beklebt. Nach einer beruflichen Umorientierung in den 90er Jahren hat er sich 2001 als Werbungsspezialist für die Dresdner Straßenbahnen selbstständig gemacht. „Ich habe immer viel zu tun“, sagt er über seine vollen Auftragsbücher.

Nicht immer zieht es Günzel zur Erledigung seiner Aufträge an den Betriebshof Gorbitz. Derzeit sorgt er beispielsweise auch bei einem Motorrad für den gefragten Mattlook, hat auch schon einmal einen Ferrari beklebt. „Wenn man dabei mitgeteilt bekommt, dass jeder Schaden am Lack 20 000 Euro kosten würde, kommt man schon zum Nachdenken“, sagt der Folienfachmann. In Straßenbahnen hat er nicht nur deswegen sein Medium gefunden.

So ist der Tisch, auf denen er die fertigen Foliendrucke zurechtschneidet – für den Bereich unter den Fenstern etwa in 6,88 mal 1,01 Meter große Stücke – aus der alten Dachverkleidung einer Tram gefertigt. Auch sonst finden sich einige Relikte vergangener Straßenbahntage in seiner Werkstatt an der Tharandter Straße, etwa Haltestellenschilder.

Die fertigen Folienbahnen werden in einer Halle in Gorbitz zuerst an die Tram gehängt, um ihren richtigen Sitz zu überprüfen. Zuvor steht allerdings eine gründliche Reinigung an, vor allem um Fettfilme, etwa an den Scharnieren, zu beseitigen. Passt alles, wird die Folie nach und nach mit einem Rakel genannten Werkzeug und heißer Luft angepresst. Dabei geht es auch artistisch zu: Auch hoch oben auf der Leiter und auf dem Dach der Bahn wird gearbeitet. Anschließend ist viel Feinarbeit gefragt. Blinker, Klappen und jegliche Öffnungen wollen ausgeschnitten sein. „Dafür braucht es ein scharfes Messer und das richtige Fingerspitzengefühl“, sagt Günzel. Das Ergebnis rollt nun durch Dresden.

Von Uwe Hofmann

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