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Neue Baupläne für Kesselsdorfer Straße in der Kritik

Verkleinerung der Gehwege Neue Baupläne für Kesselsdorfer Straße in der Kritik

Im Zuge der Bauarbeiten einer neuen Zentralhaltestelle sollen die Gehwege auf der Kesselsdorfer Straße weiter verkleinert werden. Die Initiative „Dresden zu Fuß“ fühlt sich bei der Mitgestaltung des Ortszentrums von der Stadt übergangen.

Die Kesselsdorfer Straße soll umgebaut werden. Der Initiative „Dresden zu Fuß“ sind die geplanten Fußwege zu klein.
 

Quelle: Tanja Tröger

Dresden.  Zu den Bauplanungen für die Kesselsdorfer Straße regt sich Kritik: Auch auf Bauabschnitt 2 soll nun ein Stück des Gehweges einer breiteren Fahrbahn geopfert werden. Das hat der Stadtrat in seinen Vorplanungen beschlossen. Der an der Zentralhaltestelle vorgesehene Querschnitt von 6,65 Metern Fahrbahnbreite für den Auto- und Straßenbahnverkehr, neue Radwege und Parkplätze soll im Bauabschnitt 2 bis zur Wernerstraße fortgeführt werden. Ein Problem für die tausenden Fußgänger, die täglich an der Einkaufspassage flanieren, findet Frank Kutzner, Sprecher der Initiative „Dresden zu Fuß“: Durch die Verkleinerung der Gehwege verliere das Ortsteilzentrum zunehmend an Attraktivität. „Der Stadtteil braucht dringend einen Identitätsort, eine Lebensader. Die aktuellen Planungen degradieren die Straße jedoch noch stärker als bisher zu einem Autobahnzubringer Richtung Westen“, erklärt er. “Wir fordern deutliche Verbesserungen für den Fußverkehr, insbesondere viel mehr und viel angenehmere Möglichkeiten die Straße zu Fuß zu queren. Und natürlich breite Gehwege, wie es sich für eine Geschäftsstraße gehört.“

Stadt spricht von Gehwegbreiten wie bisher

Die Stadt hingegen äußert dazu: „Im Abschnitt zwischen Reisewitzer Straße und Wernerstraße verbleiben die Gehwegbreiten – bis auf Abweichungen im Zentimeterbereich – wie im Bestand“, zwischen Wernerstraße und Rudolf-Renner-Straße ist eine Breite von 3 bis 3,7 Meter für den Bürgersteig vorgesehen. „Effektiv stehen dem Fußgängerverkehr damit in etwa die gleichen Bewegungsspielräume zur Verfügung, wie im Bestand“, so Doris Oser, Persönliche Referentin des Baubürgermeisters Raoul Schmidt-Lamontain.

Einige Anwohner wünschen sich seit Jahren mehr Bäume und eine fußgängerfreundlichere Gestaltung des Ortszentrums von Löbtau. Stattdessen würde die Verkehrsachse in der Siedlung zunehmend weiter wachsen, glaubt Frank Kutzner. Die Initiative Dresden zu Fuß fühlt sich übergangen und wünscht sich mehr Bürgerdialoge. Das Planungsamt kontert: „Die ausgiebigen Variantenuntersuchungen wurden diskutiert. Die Planung wird in den Sitzungen des Ortsbeirats Cotta und des Bauausschusses jeweils in öffentlicher Sitzung vorgestellt und erörtert.“ Er tagt nächsten Mittwoch am 8. Februar, der nichtöffentliche Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau am 7. März. Zudem werde vor Baubeginn ein Planfeststellungsverfahren benötigt, „das Bürgern die Möglichkeit zur Einsichtnahme in die Planungsunterlagen, sowie zum Einbringen von Einwendungen, Hinweisen und Anregungen eröffnet.“

Zentralhaltestelle soll 2020 fertig sein

Weiter plant die DVB, dortige Straßenbahnhaltestellen barrierefrei zu gestalten und den Achsabstand der Straßenbahngleise auf den Regelabstand von 3 Meter zu erweitern. Auch das denkmalgeschützte Gebiet an der Bünaustraße und dem Neuen Annenfriedhof soll angepasst und die Ersatzhaltestelle als reguläre Kaphaltestelle in das Verkehrsnetz der Linie 12 aufgenommen werden. 2020 soll die neue Zentralhaltestelle auf der Kesselsdorfer Straße errichtet sein. Der Autoverkehr wird daraufhin auf dieser Höhe eingestellt und benötigt neue Wege. Nach einer Prognose des Stadtrats würden 2030 innerhalb von 24 Stunden etwa 10.000 Fahrzeuge auf der Wernerstraße und 7.000 auf der Kesselsdorfer Straße verkehren.

„Das Versprechen, die Kesselsdorfer Straße fußgängerfreundlicher zu gestalten, wird eingehalten“, sagt Doris Oser. Im Bereich der kfz-freien Zentralhaltestelle sind breite Seitenräume und Bäume geplant. Auf der rund 150 Meter langen Strecke in Bauabschnitt 2 könne dieser Plan aber aus Platzgründen nicht umgesetzt werden, denn „die Kesselsdorfer Straße ist und bleibt insgesamt eine wichtige innerstädtische Verkehrstraße für Fahrzeuge, ÖPNV und Radverkehr“, teilt Oser als persönliche Referentin des Baubürgermeisters mit. Die Gesamtkosten für den zweiten Bauabschnitt der Kesselsdorfer Straße belaufen sich nach Schätzungen auf circa 6,8 Millionen Euro, davon trägt die Stadt etwa 2,6 Millionen Euro. Die Kostenteilung mit der DVB AG ist noch nicht endgültig verhandelt.

Von Katharina Jakob

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