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Lokales Neubau für Physik-Institut an der TU Dresden
Dresden Lokales Neubau für Physik-Institut an der TU Dresden
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08:50 24.01.2017
Der Hermann-Krone-Bau an der Nöthnitzer Straße. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Berliner Pannen-Truppe vom Flughafen wird sich gar nicht bewusst sein, wieviel Spaß sie ins Land trägt. Das zeigte sich auch am Montag bei der feierlichen Übergabe des Physik-Institutsneubaus an der TU Dresden. Beim Baustart 2014 habe nicht gedacht, dass das Gebäude noch vor dem Flughafen in Berlin fertiggestellt sein werde, erinnerte sich Ulf Nickol, vom Immobilienbetrieb SIB des Freistaats am Montag. „Nun wird die Arbeit der Wissenschaftler hier wohl schon Früchte tragen, bevor in Berlin das erste Flugzeug landet“, fügte er hinzu und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Nickol lobte die Nähe des Komplexes an der Nöthnitzer Straße zu Reinräumen, dem Hochleistungsrechner der TU und der Einbeziehung der Wissenschaftler vom Elektronikzentrum „cfaed“. Der Finanzminister werde bald feststellen können, dass die Fachleute das eingesetzte Kapital rechtfertigen. Nicht zuletzt mit der Forschung an organischen Leuchtdioden werden der Komplex „aus dem Campus der Universität herausleuchten.“

Auch Finanzminister Georg Unland (CDU) unterstrich die Bedeutung der physikalischen Forschung für die Region Dresden, die heute zum größten Standort der Halbleiterindustrie in Europa geworden sei. Spitzenforschung lebe aber vom internationalen Austausch sagte der Minister. „Ich bin bestürzt, wie manche mit den Menschen umgehen, die zu uns kommen“, fügte er hinzu. Dabei müsse das Wort Willkommen gar nicht bemüht werden. Es gehöre einfach zum grundlegenden Anstand dazu, diese Menschen ordentlich zu behandeln. Unland wünschte den Wissenschaftlern viel Erfolg und hofft, dass hier bald der Prototyp einer organischen Photovoltaikanlage getestet werden kann. Solche Anlagen basieren auf Kohlenstoffverbindungen und nicht mehr auf Silizium beispielsweise. Auch in diesem und im nächsten Jahr wird der Freistaat Millionensummen in die Infrastruktur der TU Dresden investieren. 2017 sind 25,8 und 2018 rund 21,2 Millionen Euro vorgesehen, teilte das Finanzministerium auf DNN-Anfrage mit.

Unter dem Motto „holen und halten“ trage der Neubau dazu bei, mit erstklassigen Forschungseinrichtungen hochrangige Wissenschaftler nach Sachsen zu holen, sagte Uwe Gaul, Staatssekretär im sächsischen Wissenschaftsministerium. Die Universität müsse für die Wirtschaft Personal ausbilden und die Vorarbeiten für neue Produkte leisten. „Exzellente Köpfe brauchen exzellente Bedingungen“, betonte er. Seinen Dank an den Steuerzahler, die Politik und alle anderen Beteiligten verband auch er mit Seitenhieb auf Berlin. bevor er den Schlüssel für das Gebäude an Professor Hans Müller-Steinhagen weiterreichte.

Der Rektor der TU freute sich über einen weiteren Baustein auf der „Technologie-Meile“ Nöthnitzer Straße. Neben dem biotechnologischen in Johannstadt entwickle sich mit der Elektronik ein weiterer Forschungscampus der TU. Die „synergetische Universität“ sei schließlich das Motto der Bewerbung bei der Exzellenzinitiative des Bundes. Mit dem Namen Hermann-Krone-Bau ehre die Hochschule zudem die Verdienste eines hervorragenden Wissenschaftlers.

So blieb es dem Direktor des Instituts für angewandte Photophysik Karl Leo überlassen, dem Berlin-Spaß eine weitere Facette zu verleihen. Ein Vergleich mit dem Flughafen sei in Ausführung und Organisation eigentlich eine Beleidigung für den Neubau, sagte der Professor mit Augenzwinkern. Sein Institut fühle sich den Menschen verpflichtet und werde mit der Ausbildung der Studenten und weiteren Ausgründungen dem Steuerzahler den Einsatz zurückzahlen.

Von Ingolf Pleil

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