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Nein zum Außenaufzug Brühlsche Terrasse

Dresdner Denkmalschützer sprechen von einer Katastrophe Nein zum Außenaufzug Brühlsche Terrasse

Denkmalschützer haben sich dagegen ausgesprochen, an der Brühlschen Terrasse am Schloßplatz einen Außenaufzug aus Glas und Stahl zu installieren. Das sei eine Katastrophe. Die vom Freistaat Sachsen vorgeschlagene Lösung im Ständehaus sei dagegen vernünftig.

Hinter dieser Tür könnte der Aufzug installiert werden.
 

Quelle: Baumann-Hartwig

Dresden.  Das war an Eindeutigkeit nicht zu überbieten: „Die Brühlsche Terrasse ist ein einmaliges Gesamtkunstwerk von Städtebau, Architektur und Bildhauerkunst. Das darf ich nicht antasten. Das ist eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf“, erklärte der frühere Landeskonservator Gerhard Glaser zum geplanten Aufzug für die Brühlsche Terrasse. Eine Außenlösung sei eine Katastrophe, der Vorschlag des Staatsbetriebs Immobilien- und Baumanagement (SIB), den Aufzug im Ständehaus zu errichten, die vernünftigste Lösung.

Der frühere Ortsamtsleiter und heutige Ortsbeirat Altstadt Dietrich Ewers (SPD) hatte am Dienstagabend in der Piatta Forma der Brühlschen Terrasse eine gut besuchte Informationsveranstaltung zu dem Aufzug initiiert, zu der jedoch weder offizielle Vertreter vom SIB noch von den Denkmalschutzbehörden gekommen waren. „Ich habe sie eingeladen, aber nur Absagen erhalten“, bedauerte der Sozialdemokrat, der sich seit 2010 für den Aufzug engagiert. Er hat auch eine Außenlösung ins Gespräch gebracht, die kostengünstiger als ein Einbau in das Ständehaus wäre und problemlos ganztätig genutzt werden könne.

Vom Aufzug für die Brühlsche Terrasse profitiert vor allem der Freistaat

Bernd Trommler, der frühere Leiter des städtischen Amtes für Denkmalschutz, lehnte einen Außenaufzug ebenso eindeutig ab wie Glaser. „Damit blamieren wir uns vor aller Welt“, meinte er. Behinderte, Eltern mit Kinderwagen und mobilitätseingeschränkte Personen müssten zu ihrem Recht kommen. „Dafür wird es irgendwo einen Eingriff geben müssen. Die Frage ist aber, wo der Eingriff am Geringsten ausfällt.“ Das sei eindeutig die Lösung im Ständehaus, bei der lediglich ein Fenster zur Brühlschen Terrasse verändert werden müsse. Man müsse auch nicht mit großen Tafeln auf den Aufzug hinweisen. Unter Umständen würde ein Metallschild mit symbolisierten Rollstuhl und Pfeil auf dem Gehweg reichen. Die Frage der Sicherheit für das Oberlandesgericht im Ständehaus könne auch gelöst werden.

Auch im Verein Brühlsche Terrasse werde die Ständehaus-Variante begrüßt, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jürgen Hempel. CDU-Stadtrat Hans-Joachim Brauns wies auf die Betriebskosten hin, die bei einem Außenaufzug sehr hoch ausfallen würden. „Im Frühjahr und Sommer müssten die Glasscheiben jeden zweiten Tag geputzt werden.“

Ewers erklärte, er sei froh, dass der Aufzug jetzt komme. „Eigentlich hätte der Freistaat Sachsen die Bürger informieren müssen“, meinte er. Der Staatsbetrieb hatte der DNN auf Anfrage mitgeteilt, dass der Baubeginn ab viertes Quartal dieses Jahres möglich sei. Im nächsten Jahr könne es dann einen barrierefreien Zugang zur Westseite der Brühlschen Terrasse geben. Stadt und Freistaat zahlen dafür jeweils 500 000 Euro. Wer die geschätzten Betriebskosten von 40 000 Euro pro Jahr trägt, wird noch verhandelt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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