Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Nein zum Außenaufzug Brühlsche Terrasse
Dresden Lokales Nein zum Außenaufzug Brühlsche Terrasse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:16 12.07.2017
Hinter dieser Tür könnte der Aufzug installiert werden.   Quelle: Baumann-Hartwig
Anzeige
Dresden

 Das war an Eindeutigkeit nicht zu überbieten: „Die Brühlsche Terrasse ist ein einmaliges Gesamtkunstwerk von Städtebau, Architektur und Bildhauerkunst. Das darf ich nicht antasten. Das ist eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf“, erklärte der frühere Landeskonservator Gerhard Glaser zum geplanten Aufzug für die Brühlsche Terrasse. Eine Außenlösung sei eine Katastrophe, der Vorschlag des Staatsbetriebs Immobilien- und Baumanagement (SIB), den Aufzug im Ständehaus zu errichten, die vernünftigste Lösung.

Der frühere Ortsamtsleiter und heutige Ortsbeirat Altstadt Dietrich Ewers (SPD) hatte am Dienstagabend in der Piatta Forma der Brühlschen Terrasse eine gut besuchte Informationsveranstaltung zu dem Aufzug initiiert, zu der jedoch weder offizielle Vertreter vom SIB noch von den Denkmalschutzbehörden gekommen waren. „Ich habe sie eingeladen, aber nur Absagen erhalten“, bedauerte der Sozialdemokrat, der sich seit 2010 für den Aufzug engagiert. Er hat auch eine Außenlösung ins Gespräch gebracht, die kostengünstiger als ein Einbau in das Ständehaus wäre und problemlos ganztätig genutzt werden könne.

Vom Aufzug für die Brühlsche Terrasse profitiert vor allem der Freistaat

Bernd Trommler, der frühere Leiter des städtischen Amtes für Denkmalschutz, lehnte einen Außenaufzug ebenso eindeutig ab wie Glaser. „Damit blamieren wir uns vor aller Welt“, meinte er. Behinderte, Eltern mit Kinderwagen und mobilitätseingeschränkte Personen müssten zu ihrem Recht kommen. „Dafür wird es irgendwo einen Eingriff geben müssen. Die Frage ist aber, wo der Eingriff am Geringsten ausfällt.“ Das sei eindeutig die Lösung im Ständehaus, bei der lediglich ein Fenster zur Brühlschen Terrasse verändert werden müsse. Man müsse auch nicht mit großen Tafeln auf den Aufzug hinweisen. Unter Umständen würde ein Metallschild mit symbolisierten Rollstuhl und Pfeil auf dem Gehweg reichen. Die Frage der Sicherheit für das Oberlandesgericht im Ständehaus könne auch gelöst werden.

Auch im Verein Brühlsche Terrasse werde die Ständehaus-Variante begrüßt, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jürgen Hempel. CDU-Stadtrat Hans-Joachim Brauns wies auf die Betriebskosten hin, die bei einem Außenaufzug sehr hoch ausfallen würden. „Im Frühjahr und Sommer müssten die Glasscheiben jeden zweiten Tag geputzt werden.“

Ewers erklärte, er sei froh, dass der Aufzug jetzt komme. „Eigentlich hätte der Freistaat Sachsen die Bürger informieren müssen“, meinte er. Der Staatsbetrieb hatte der DNN auf Anfrage mitgeteilt, dass der Baubeginn ab viertes Quartal dieses Jahres möglich sei. Im nächsten Jahr könne es dann einen barrierefreien Zugang zur Westseite der Brühlschen Terrasse geben. Stadt und Freistaat zahlen dafür jeweils 500 000 Euro. Wer die geschätzten Betriebskosten von 40 000 Euro pro Jahr trägt, wird noch verhandelt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Mehr Platz für Hortkinder - 68. Grundschule in Dresden bekommt Anbau

Die mehr als 300 Kinder der 68. Grundschule „Am Heiligen Born“ in Leubnitz-Neuostra können sich auf mehr Platz freuen. Ende 2018 soll der neue Erweiterungsneubau eröffnet werden. Der Rohbau wurde bereits in den vergangenen Tagen fertiggestellt.

12.07.2017
Lokales Drewag investiert 25.000 Euro - Neue Trinkwasserleitung am Körnerplatz

Die Drewag beginnt am Montag, den 17. Juli, mit Bauarbeiten am Körnerplatz. Bis voraussichtlich 5. August verlegen die Stadtwerke mit Hilfe eines grabenlosen Verfahrens eine neue Trinkwasserleitung zwischen Dammstraße und Körnerweg.

12.07.2017
Lokales DNN-Sommerserie: Wir bringen Sie auf Linie - Ohne Umstieg zweimal über die Elbe: Die Linie 6

Wer sitzt eigentlich in Dresdens Straßenbahnen und auf welchen Linien kann die Stadt besonders gut erkundet werden? In unserer Sommerserie „Auf Linie“ stellen wir zweimal wöchentlich eine Straßenbahnlinie mit ihren Besonderheiten vor. Heute: Linie 6.

04.08.2017
Anzeige